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Aichach-Friedberg

13.06.2020

Es geht weiter: Leere Tennis-Plätze sind Geschichte

Lange Zeit standen die Plätze im Wittelsbacher Land, wie hier beim TC Aichach aufgrund der Corona-Zwangspause leer. Seit rund einem Monat herrscht aber wieder großer Andrang. Für die nun beginnende Punktrunde haben allerdings viele Vereine keine oder nur wenige Mannschaften gemeldet.
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Lange Zeit standen die Plätze im Wittelsbacher Land, wie hier beim TC Aichach aufgrund der Corona-Zwangspause leer. Seit rund einem Monat herrscht aber wieder großer Andrang. Für die nun beginnende Punktrunde haben allerdings viele Vereine keine oder nur wenige Mannschaften gemeldet.

Die Courts im Landkreis Aichach-Friedberg sind nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Wie die Vereine mit der Situation umgehen.

Erst cross, dann die Linie entlang. Dann kommen Volleys am Netz und schließlich noch Aufschläge. Die Tennisspieler im Wittelsbacher Land sind zurück auf den Plätzen. Seit 11. Mai fliegen nach der Corona-Zwangspause die kleinen gelben Filzbälle wieder über die rote „Asche“. Groß ist der Andrang bei den Vereinen im Kreis Aichach-Friedberg, dennoch gibt es einige Unterschiede zu den vergangenen Jahren.

Am Anfang wollte jeder wieder Tennis spielen

So auch beim TC Aichach. Vor allem in den ersten zwei Wochen nach Eröffnung der Plätze war laut dem Vorsitzenden Winfried Haselberger sehr viel los. „Alle wollten wieder spielen. Mittlerweile hat sich das etwas normalisiert. Es ist eigentlich wie in den vergangenen Jahren auch.“ Gerade an den Trainingstagen der Erwachsenen am Montag und Mittwoch ist viel los. Auch die Jugend ist wieder zahlreich auf den Plätzen beim TC Aichach unterwegs. In kleinen Gruppen bis maximal vier Spieler wird trainiert. Überhaupt müssen die Tenniscracks einiges beachten. Umkleiden und Duschen dürfen nicht benutzt werden und auf dem Platz heißt es, Abstand halten. Nach dem Match schlägt man deshalb mit dem Schläger statt mit der Hand ab. Prinzipiell sei das aber kein Problem für die rund 270 Mitglieder. Haselberger: „Es ist alles relativ normal. Natürlich gehen viele gleich nach den Spielen nach Hause, aber damit können wir leben.“

Für die Jugend gibt es keine Punktrunde

Für die meisten Spieler des TCA wird es in dieser Saison keine Punktrunde geben. Lediglich die Herren 1 und 2 sowie die Erste Damenmannschaft bestreiten Ligaspiele. Die Jugendkonkurrenz fällt komplett aus. „Bei den älteren Mannschaften wollten wir kein Risiko eingehen und auch bei der Jugend war schnell klar, dass sich der Aufwand nicht lohnen würde“, so Haselberger. Doch auch für die drei verbliebenen Teams wird es laut dem Vorsitzenden keine normale Punktrunde: „Es sind deutlich weniger Partien, weil viele Vereine keine Mannschaften gemeldet haben.“ Außerdem wird immer nur eine Mannschaft auf den heimischen Plätzen spielen: „So können wir alles besser nachverfolgen und es ist übersichtlicher. Das ist zwar schade, aber für den Großteil unserer Mitglieder kein Problem.“ Um dennoch einen sportlichen Anreiz zu geben, planen die Verantwortlichen vom TC Aichach verschiedene interne Turniere. Die Jugendspieler können an Einzelturnieren teilnehmen.

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Der ein oder andere Spieler ist noch verunsichert

Auch beim TSV Pöttmes herrscht wieder reger Betrieb auf den Tennisplätzen, allerdings ist der Andrang nicht ganz so groß, wie normal, sagt Abteilungsleiter Fritz Schmidt: „Ein bisschen weniger ist los, weil der ein oder andere noch etwas verunsichert ist. Wer bei uns vorbeikommt, könnte aber meinen, dass es eine ganz normale Saison ist.“ Die ist es freilich auch beim TC Pöttmes nicht, zumal der Verein keine Mannschaften im Punktspielbetrieb hat. Schmidt: „Das Risiko ist einfach zu groß. Wir haben uns mit den anderen Vereinen aus Aichach-Friedberg zusammengesetzt und für uns diese Entscheidung getroffen“, so der 53-Jährige, der betont: „Das ist zwar schade, aber nicht das Wichtigste.“ Die Pöttmeser planen stattdessen, eine interne Wettbewerbsrunde auszuspielen. „Wir sind dran, konkret ist aber noch nichts. Wir wollen so zumindest einen kleinen sportlichen Anreiz schaffen“, so Schmidt. Auch die Tore des Pöttmes sind seit 11. Mai wieder geöffnet. Es gelten strenge Hygienevorschriften, wobei die Doppel erlaubt sind: „Doppel spielen in erster Linie die älteren Mitglieder. Es sind aber alle Altersklassen vertreten“, so Schmidt, der in seiner Abteilung rund 180 Mitglieder vorsteht. Besonders voll ist es auf den sechs Plätzen an den Trainingstagen am Mittwoch und Donnerstag. Auch das Jugendtraining in kleinen Gruppen hat längst wieder begonnen. Schmidt ist zufrieden, gibt aber zu: „Wir sind ein kleinerer Verein, da ist das Vereinsleben auch unter den aktuellen Bedingungen möglich. Allerdings sind wir von der Normalität noch ein gutes Stück entfernt.“

In Friedberg herrscht wieder reger Betrieb

Auch die insgesamt 16 Plätze beim TC Friedberg sind seit rund einem Monat wieder geöffnet. Jiri Zavadil, langjähriger Jugendleiter und Trainer, freut sich. „Mit dem Training haben wir noch gewartet. Wir haben mit einem großen Andrang gerechnet und wollten den Mitgliedern die Möglichkeit geben, erst einmal zu spielen.“ Mittlerweile herrscht wieder reger Betrieb auf der Anlage. Laut Zavadil sind die Plätze vor allem zwischen 15 und 19 Uhr meist ausgebucht. Dann tummeln sich alle Altersklassen auf dem roten Sand. Allerdings gibt es aufgrund der Hygienevorschriften einiges zu beachten. Duschen und Umkleiden dürfen nicht benutzt werden. Auch auf dem Platz gibt es Neuerungen. Die Spieler sollen sich nicht auf die Bänke setzen, sondern im Stehen pausieren. Auch die Platzanmeldung erfolgt nun online. Über eine App können Mitglieder sich einen Platz reservieren. Zavadil: „Dort, wo die Steckkarten waren, haben sich immer viele Leute versammelt. Das wollten wir vermeiden.“

Die Jugendlichen können länger trainieren

Hinzu kommt, dass die Reservierungszeiten so liegen, dass die Spieler schon wieder den Platz verlassen haben, ehe das nächste Duo auf den Platz kommt. Zavadil freut sich, dass endlich wieder etwas los ist. „Im Jugendbereich haben wir jetzt sogar relativ viele Neuanmeldungen. Alle haben wieder Lust, Tennis zu spielen.“ Allerdings gibt es für die allermeisten Teams des TC in diesem Jahr keine Punktrunde. Zavadil: „Bei der Jugend ist es mit der Kontrolle fast unmöglich. Wir haben dann gesagt, dass wir auch bei den Erwachsenen nicht antreten.“ Lediglich zwei Herren-40-Teams und die Herren 50 spielen um Punkte. Der Fokus von Zavadil und Co. liegt auf den Turnieren. Die ersten Wettkämpfe finden bereits im Juni statt. Trainiert wird in diesem Jahr länger, wie der 49-Jährige erklärt: „Die Jugendlichen haben die Möglichkeit bis Ende der Sommerferien zu trainieren.“ Normalerweise ist Ende Juli Schluss.

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