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Handball

28.11.2018

Kreis-Fans tippen auf umkämpfte Frauen-EM

Julia Behnke (links gegen Russlands Plina Kuznetsova) und die deutsche Handball-Nationalmannschaft steigen bei der Europameisterschaft in Frankreich erst am Samstag ein. Gegner ist ausgerechnet Titelverteidiger und Rekordchampion Norwegen. So schätzen die Experten in Aichach-Friedberg die Lage ein.
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Julia Behnke (links gegen Russlands Plina Kuznetsova) und die deutsche Handball-Nationalmannschaft steigen bei der Europameisterschaft in Frankreich erst am Samstag ein. Gegner ist ausgerechnet Titelverteidiger und Rekordchampion Norwegen. So schätzen die Experten in Aichach-Friedberg die Lage ein.
Bild: Swen Pförtnerova/dpa

Am Donnerstag beginnt die Europameisterschaft in Frankreich. Deutschland spielt am Samstag. Was die Experten aus dem Landkreis dem Team zutrauen.

Das Jahr 2018 neigt sich seinem Ende zu. Das merkt man auch daran, dass im Sport die meisten Titel schon vergeben sind. Ein paar große Veranstaltungen sind noch nicht abgehakt im Terminkalender. Beispielsweise die Handball-Europameisterschaft der Frauen, die vom 29. November bis zum 16. Dezember in Frankreich ausgetragen wird. Wer diese Veranstaltung (noch) nicht im Blickfeld hat, der muss sich nicht gleich als Sportmuffel fühlen. Denn mit Sicherheit haben hierzulande nur wenige Fans bereits daran gedacht, dass in den nächsten Wochen die Handballerinnen den kontinentalen Champion küren.

Martin Fischer zeigt echtes Interesse daran. Der Trainer der ersten Frauenmannschaft in der Handballabteilung des TSV Aichach nennt aber auch gleich einen wichtigen Aspekt, warum die Blicke nicht gleich reflexartig zu unserem Nachbarland schweifen, wenn es um diesen Frauensport geht: In den Medien war bisher nur ausgesprochen selten die Rede von der EM. Fischer stellt einen Vergleich mit dem Vorlauf zu einem anderen Sport an: „Im Fußball wird jeder Tag runtergezählt.“ In der Tat merkt man hier ganz gravierend den Unterschied zum König Fußball, der das Geschehen medial beherrscht, wesentlich dominanter als noch vor zwei oder drei Jahrzehnten.

„Da würde ich nicht die letzten Euros drauf geben“

Geht es um die Chancen der deutschen Frauen, dann gerät Fischer sichtlich ins Grübeln: „Ganz schwer einzuschätzen. Bei einer Heim-WM hofft man, dass die Mannschaft das Halbfinale oder das Finale erreicht.“ Dass das Team des Deutschen Handball-Bundes ganz vorne mitspielen kann, das will er nicht in Abrede stellen, aber hebt auch warnend den Zeigefinger: „Da muss schon alles zusammenkommen und es muss super laufen. Da würde ich nicht die letzten Euros drauf geben.“ In der Auftaktpartie trifft Deutschland an diesem Samstag in Brest auf Norwegen; wer dieses Land nur vom Fischen her kennt, dem sei gesagt: Norwegen ist der Rekordeuropameister und gleichzeitig der Titelverteidiger. Verständlich daher, wenn Martin Fischer „gleich von einem Gradmesser“ spricht: „Ich hoffe, dass wir ein gutes Turnier spielen. Aber vielleicht ist da mehr der Wunsch dabei.“ Die weiteren Gruppengegner für die Truppe von Bundestrainer Henk Groener heißen Rumänien und Tschechien. Die ersten drei Teams in jeder Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde, wobei sie die Punkte aus den Vergleichen gegeneinander mitnehmen. Und vom 14. bis zum 16. Dezember werden in Paris die Finalspiele ausgetragen.

Tini Wonnenberg hat sich zwar seit gut zwei Jahrzehnten einen hervorragenden Namen als Handballerin gemacht. Kommt die Rede aber auf den europäischen Titelkampf, outete sie sich keineswegs als Insiderin: „Da bin ich gar nicht so informiert.“ Die Vorbereitung des deutschen Teams sei gar nicht so schlecht gewesen, erklärt die ungemein routinierte Rückraumakteurin. Ist vorgesehen, dass man im Team des TSV Aichach mal ein WM-Spiel gemeinsam verfolgt? „Das kann schon sein. Der Martin (Fischer) ist da sehr empfänglich.“ Der Trainer hat schon klar gemacht, dass er entsprechende Pläne hat. In erster Linie, um mal wieder was außerhalb der Sporthalle zusammen zu machen. Vielleicht auch mit dem kleinen Nebeneffekt, dass man dabei was lernen könnte. Wobei der Unterschied zur Bezirksoberliga im Wittelsbacher Land natürlich ein enormer ist. In einem Punkt aber besteht relative Einigkeit. Fischer kann sich nicht vorstellen, dass man in der 1. Frauen-Bundesliga vom Handball leben kann, natürlich ebenso wenig wie in den Niederungen der BOL. Bei den Titelkandidaten in Frankreich hat Wonnenberg eine klare Meinung: „Deutschland sicher nicht, leider.“ Die Teams aus Skandinavien würden stets eine gute Rolle spielen, auch die Französinnen.

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