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Todtenweis/Affing

13.12.2020

Porträt: Wie Tobias Baumeister am Schießstand runterfahren kann

Luftgewehrschütze Tobias Baumeister präsentierte sich aktuell in guter Form. Mit den Luftgewehrschützen von Gemütlichkeit Todtenweis nimmt der 38-jährige Affinger ein großes Ziel ins Visier.
Bild: Johann Eibl

2020 präsentiert sich der Affinger Tobias Baumeister in guter Form. Mit Gemütlichkeit Todtenweis nimmt der 38-Jährige ein großes Ziel ins Visier.

Einen Zehner mit dem Luftgewehr schießen - dieses Ergebnis schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel. Tobias Baumeister, der Topschütze des Vereins Gemütlichkeit Todtenweis, aber hat damit ganz offensichtlich keine großen Probleme. Er kleidet sich für den Fototermin komplett um und legt dann das Gewehr an. 10,4 zeigt das Display an, also ein Zehner. Ein besseres Resultat lässt sich nicht erzielen in diesem Sport. Zufall war das bestimmt keiner, denn vor einiger Zeit kam der 38-Jährige auf ein Ergebnis von 393 Ringen nach 40 Schuss aus zehn Metern Entfernung. Das bedeutet im Klartext: Nicht weniger als 33 Mal leuchtete die Zahl Zehn auf, sieben Mal die Neun. Echte Spitzenwerte also für den Mann, der aus Todtenweis stammt und seit zweieinhalb Jahren in Affing lebt.

Als Zwölfjähriger kam Baumeister zum Schießen: „Mein Bruder und meine Schwester waren schon dabei und die haben mir begeistert davon erzählt.“ Dazu kam, dass es für die jungen Leute damals keine großen Alternativen im Ort gab, wenn sie weggehen wollten: „Man hat viele Freunde gefunden.“ Und das gefällt ihm auch heute noch in seinem Verein, in dem er eine angenehme Kombination aus Ambitionen und aus Geselligkeit vorfindet: „Das sind normale, vernünftige Leute.“ Die Armbrust, zu der er früher auch griff, hat er mittlerweile zur Seite gelegt: „Aus zeitlichen Gründen.“ Nun trifft Baumeister nur noch mit dem Luftgewehr: „Das macht mehr Spaß und man hat mehr Meisterschaften.“ Der Wahl-Affinger spricht von einem Hobby. „Die Leistungen sind sehr stark abhängig von der Tages-, von der Wochenform. Wenn ich eine stressige Woche hinter mir habe, dann merkt man das am Wettkampf.“

50 Minuten stehen ihm für die 40 Versuche zur Verfügung, bis auf wenige Minuten nutzt er diese Vorgaben auch aus. In einem Wettkampf erzielte er seine Bestmarke von 395 Ringen, im Training kam er gar einmal auf 399. Das war an einem Sonntagnachmittag und nach einer Pause von der Arbeit. Baumeister erklärt seine Vorliebe für diesen Sport so: „Schießen ist eine gute Möglichkeit, um vom stressigen Alltag abzuschalten. Das ist eine schöne Art, runterzufahren.“ Und das gelingt ihm zumeist mit großen Erfolg, denn mit 394 wurde er zuletzt Gaumeister, diesen Titel hatte er bereits im Jahr zuvor errungen.

Die Todtenweiser Aufstiegsmannschaft von 2019: (von links) Tobias Kein, Tobias Baumeister, Johanna Geierhos und Alexander Hörmann.
Bild: Markus Kein

Tobias Baumeister im Porträt: Das ist sein Erfolgsgeheimnis

Ein großes Ziel würde er mit der Mannschaft gerne erreichen: „Es wäre schön, wenn wir irgendwann den Aufstieg in die Oberbayernliga schaffen würden. Die Mannschaft ist echt gut. Tät mich riesig freuen.“ Und ganz gewiss auch die Zuschauer, die im Schützenheim von Todtenweis per Übertragung auf eine Leinwand den Ablauf des Wettkampfs auf der topmodernen Anlage live verfolgen können.

Zum erfolgreichen Todtenweiser Quartett zählen noch Tobias Kein („Auch ein Topmann“), Alexander Hörmann und Andreas Sauer. Baumeister schwärmt von einer guten Truppe, deren Zusammenhalt sich in den Ergebnissen wiederspiegle. Einen Mann will er nicht unerwähnt lassen: Paul Schapfl, den Jugendleiter, der ihn bereits vor Jahrzehnten betreute. Und das mit großen Erfolg.

Zuletzt musste man aufgrund von Corona einen Fernwettkampf austragen. Das Todtenweiser Quartett gab die Schüsse an den eigenen Ständen ab, ebenso die Alberzeller aus der Gemeinde Gerolsbach. Bis Ende des Jahres gibt es kein weiteres Kräftemessen mehr. Feststeht zudem bereits, dass es weder einen Auf- noch einen Absteiger geben wird in dieser Runde.

Früher war Baumeister oft mit dem Fahrrad unterwegs oder er ist gelaufen. Dazu hat der Immobilienverwalter heute kaum mehr Zeit: „Ich bin viel und lang unterwegs. Jeder Tag ist anders, es wird nicht langweilig.“ Zusammen mit seinen sechs Mitarbeitern ist der Unternehmer, der früher Bankfachwirt war, für circa 1200 Wohnungen im Raum Augsburg zuständig. Verträge mit Versorgern zählen dabei ebenso zu seinem Tagesgeschäft wie die Abstimmung mit Handwerkern.

Luftgewehrschütze Tobias Baumeister von Gemütlichkeit Todtenweis.
Bild: Johann Eibl

Fünf Fragen an Luftgewehrschütze Tobias Baumeister

Wen hätten Sie gerne einmal kennengelernt? Ich bin ein religiöser Mensch. Wenn ich jemanden hätte kennenlernen wollen, dann wäre es Pfarrer Augustinus Hieber. Das war der Segenspfarrer im Allgäu. Er hat gelebt von 1886 bis 1968. Von dem habe ich erst ein Buch gelesen. Das war ein Mensch, bei dem die Menschen Zuflucht gesucht haben, wenn sie was auf dem Herzen hatten. Er hat vielen Menschen geholfen. Das passt irgendwie in die Zeit, denn bei Corona hat man den Eindruck, da schnappen einige noch über.

Mit welcher Sportart können Sie nichts anfangen? Mit Pferdesport kann ich nichts anfangen.

Womit kann man Sie auf die Palme bringen? Mit Unzuverlässigkeit und mit Unpünktlichkeit.

Was ist Ihre größte Schwäche? Ein bisschen mehr Gelassenheit wäre hilfreich.

Haben Sie ein Lebensmotto? Nein, ich habe keines.

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