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Ammersee
05.09.2021

Weilheim-Schongau: Azubis für IHK-Berufe gesucht

Corona setzt dem Ausbildungsmarkt im Landkreis Weilheim-Schongau zu. Es sind noch 250 Lehrstellen unbesetzt.
Foto: Sarah Ritschel (Symbol)

Trotz Corona-Auswirkungen setzen viele IHK-Betriebe im Landkreis Weilheim-Schongau auf eine eigene Ausbildung. Doch viele Unternehmen haben dabei mit Problemen zu kämpfen.

Mit Anfang September treten im Landkreis Weilheim-Schongau 407 Jugendliche eine Ausbildung in IHK-Berufen an. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres gibt es bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die IHK für München und Oberbayern mitteilt. „Der Corona-Dämpfer vom Vorjahr ist auch in diesem Ausbildungsjahr zu spüren. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels setzen unsere Betriebe mehr denn je darauf, selbst ihren Nachwuchs auszubilden. Die Ausbildungsbereitschaft ist ungebrochen“, sagt Klaus Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau, in einer Pressemitteilung. „Das größte Problem für viele Betriebe ist nach wie vor der Mangel an Bewerbern.“

In Weilheim-Schongau sind noch 250 Lehrstellen unbesetzt

Laut aktueller Statistik der Arbeitsagentur sind im Landkreis noch 250 Lehrstellen unbesetzt. Diesem Angebot stehen 56 unversorgte Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber gegenüber. Rein rechnerisch kommen so im Landkreis Weilheim-Schongau auf jeden unversorgten Bewerber beziehungsweise auf jede unversorgte Bewerberin mehr als vier Ausbildungsplätze. In den nächsten Jahren wird sich die Bewerberlücke am Ausbildungsmarkt noch weiter öffnen, warnt Bauer. „Bis 2030 gehen 2,8 Millionen Erwerbstätige in Bayern in Rente. Im gleichen Zeitraum wird es aber nur 1,5 Millionen Schulabgänger als potenziellen Fachkräftenachwuchs für diese offenen Stellen geben“, sagt der IHK-Regionalausschussvorsitzende. Die Corona-Pandemie habe zudem heuer wie schon im Vorjahr nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung erschwert. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten oftmals gar nicht oder nur in sehr beschränkter Form stattfinden.

Bislang unentschlossene Schulabgänger können sich noch melden

Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter den außergewöhnlichen Umständen gelitten. Unterm Strich ist im Landkreis die Zahl der Bewerber um eine Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zurückgegangen, so die Daten der Arbeitsagentur. Diese Angaben beziehen sich auf alle Bereiche des Ausbildungsstellenmarkts, der neben dem IHK-Bereich der Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, freie Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst. „Wir setzen dennoch weiter auf einen Aufholeffekt bis zum Ende des Jahres. Unversorgte und unentschlossene Schulabgänger haben auch jetzt noch alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden“, zeigt sich Bauer optimistisch. „Auch dieses Jahr bleibt unser erklärtes Ziel, dass jeder ausbildungswillige Schulabgänger einen Ausbildungsplatz bekommt.“

Der Vorsitzende stellt klar: „Nachdem schon im vergangenen Jahr zahlreiche Lehrstellen in der Region unbesetzt geblieben waren, haben manche Betriebe die aktive Suche nach Auszubildenden aufgegeben. Für die weiter von Corona-Beschränkungen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus und die Veranstaltungsbranche ist die Perspektive ohnehin sehr schwierig. Selbst wer Ausbildungsplätze anbietet, hat dort mitunter große Probleme, überhaupt Bewerber zu finden“, so Bauer.

Schwierige Perspektive für Gastronomie und Tourismus

Bei den jungen Männern ist im Landkreis der Verkäufer der beliebteste IHK-Beruf, bei den jungen Frauen die Kauffrau im Einzelhandel. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe insgesamt sind: Verkäuferinnen und Verkäufer, Kaufleute im Einzelhandel, Chemielaborantinnen und Chemielaboranten, Kaufleute für Büromanagement und Chemikantinnen und Chemikanten. Insgesamt gibt es im Landkreis mehr als 60 verschiedene IHKBerufe, in denen Jugendliche derzeit eine Ausbildung absolvieren. Aktuell bilden im Landkreis 259 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden. (ak)

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