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Wirtschaft

12.01.2019

2019: Was kommt auf die Unternehmen im Landkreis zu?

Die Firma Sortimo aus Zusmarshausen entwickelt Fahrzeugeinrichtungen für Kunden aus aller Welt. Neben dem Dieselskandal machen dem Unternehmen vor allem der Brexit und der Handelsstreit zwischen China und den USA zu schaffen. 

Der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt bei Firmen aus dem Augsburger Land für Verunsicherung. Wer betroffen ist und was die Chefs befürchten.

Was haben Theresa May und Donald Trump mit der Region zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch ihre Entscheidungen treffen auch die Unternehmen im Landkreis, die international aktiv sind. Die Erwartungen für 2019 sind deshalb durchwachsen.

Reinhold Braun von der Firma Sortimo spricht von „zu vielen unkalkulierbaren Variablen“. Ähnlich geht es Michael Proeller, dem Geschäftsführer der Firma Erhardt und Leimer mit Sitz in Leitershofen. Den amerikanischen Präsidenten Donald Trump will er „nicht politisch bewerten“. Die Geschäfte in den USA liefen allerdings besser, seit der umstrittene Präsident an der Macht ist.

Das Problem: In China büßt der Spezialist für Automatisierungs- und Inspektionstechnologien dafür kräftig ein. Im kommenden Jahr werde ihnen die Kaufzurückhaltung der Chinesen zu schaffen machen. „China ist nun einmal die Werkbank der Welt“, sagt Proeller.

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Insgesamt geht er für das Jahr 2019 von einer „Seitwärtsbewegung“ aus. Einige der Branchen, in denen das Unternehmen aus Leitershofen aktiv ist, werden wachsen, andere auf demselben Niveau bleiben. Grundsätzlich sagt Michael Proeller voraus: „Technologiebedingt wird alles nicht-digitale eher stagnieren.“ Aufwärts werde es vor allem in der Batteriefertigung gehen. Elektromobilität ist hier das Stichwort. Das Problem: „Die meisten Patente liegen in Asien.“ Dass es zu einer Krise wie im Jahr 2009 kommt, schließt er aber aus.

Brexit macht Sortimo zu schaffen

Auch die Erwartungen von Sortimo-Geschäftsführer Reinhold Braun sind „durchwachsen“. Auf internationaler Ebene macht dem Zusmarshauser Unternehmen vor allem der Brexit zu schaffen. „Das Thema wird mit jedem Tag schwieriger zu kalkulieren“, sagt Braun. Aufgrund des Joint Venture mit der Firma Bosh blickt Sortimo auch besorgt in Richtung China und USA. Zuhause trifft den Spezialisten für die Einrichtung von leichten Nutzfahrzeugen vor allem der Diesel-Skandal.

Generell erklärt Braun: „Konjunktur ist Kopfsache und die Stimmung hat sich eingetrübt.“ Die Weltwirtschaft sei mittlerweile so gut vernetzt, dass Unternehmen die international agieren, jede Krise spüren würden, auch wenn sie gar nicht direkt betroffen sind. „Da überlegt man sich schon, ob man Investitionen streckt oder verschiebt“, erklärt Braun. Bei Sortimo betreffe das die Erschließung neuer Sparten. „In den letzten Jahren haben wir uns stark in Richtung Digitalisierung bewegt“, sagt Braun. Diese Entwicklung werde sich nun verlangsamen.

Jedes achte Unternehmen in Schwaben ist betroffen

Die beiden Unternehmen sind aber nicht die einzigen, die den Handelskonflikt zwischen den USA und China zu spüren bekommen. Nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Schwaben muss schon jetzt jedes achte Unternehmen Einbußen hinnehmen. China und die USA „sind die wichtigsten Absatzmärkte für Produkte ‚Made in Bavaria’“, erklärt Jana Lovell, Leiterin des Geschäftsfelds International der IHK Schwaben.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, die optimistisch ins kommende Jahr blicken. Die Seelegruppe aus Gersthofen erwartet „ein durchaus positives Wirtschaftsjahr“. Den Grund erklärt Sprecherin Christine Schauer:„Da unsere Projekte über mehrere Jahre gehen, wissen wir schon relativ genau, was uns erwartet.“ Der Vorteil des Fassadenbauunternehmens liege in der Vielfalt der Märkte. „Australien, Hongkong, Großbritannien, Deutschland, USA und Kanada, überall ist unsere Expertise gefragt“, sagt die Sprecherin. Auch Beispiele hat sie parat: Die neue Moynihan Train Hall in New York City bekommt ein 4950 Quadratmeter großes Seele-Dach und das Peninsula Hotel in London 488 Fenster.

Ein Aspekt macht Michael Proeller generell Sorgen. Er ist nicht nur der Geschäftsführer von Erhardt und Leimer, sondern auch Vizepräsident der IHK im Landkreis Augsburg. In dieser Funktion spricht er für über 400 Unternehmen und hebt die defizitäre Infrastruktur in Bayern und Deutschland hervor. Vor allem beim Thema Digitalisierung hinke Deutschland anderen Industrienationen weit hinterher. „Da könnten wir langfristig Probleme bekommen“, sagt er.

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