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Stadtentwicklung

10.08.2018

Der Pavillon Nummer sieben hat jetzt Priorität

Eine kleine Planänderung und eine große Diskussion: Stadtberger Stadträte wollen mit der Horterweiterung noch warten, um sich nicht die Gestaltungsspielräume im Zentrum zu nehmen

Die Hortgruppe, die bisher im Pavillon 7 an der Schule untergebracht ist, soll übergangsweise in ein Provisorium: Die Stadt rückt damit von ihrem ursprünglichen Plan ab, zuerst den Kinderhort Maria Hilf zu erweitern und dann in Planungen und einen Ersatz für den Pavillion 7 einzusteigen. Dazu hatte die Regierung von Schwaben geraten.

Stadtrat Roland Mair (SPD) war damit einverstanden: „Wir können mit einer provisorischen Lösung leben, sollten jedoch sobald die endgültige Erweiterung des Hortes vielleicht im Jahr 2024 zur Realisierung ansteht, auch über einen möglichen Neubau des Gebäudes sprechen.“ Wunsch der SPD-Fraktion wäre ein Kinderhaus. So ließen sich zum Beispiel Kindergarten und Hort in einer Einrichtung integrieren. Und: „Wir sehen seit Jahren das Defizit, dass von der Kinderkrippe Arche Noah nur wenige Kinder in den Elias-Holl-Kindergarten wechseln können. Es fehlt im Stadtteil Stadtbergen an Kindergartenplätzen.“

Die Stadträte Gerhard Heisele (Freie Wähler) und Günther Oppel (Pro Stadtbergen) plädierten ebenfalls für eine Verschiebung des Großprojekts Horterweiterung. „Der Startschuss kommt zu schnell. Eine Investition von drei Millionen Euro sollte nicht im Hauruckverfahren umgesetzt werden“, sagte Oppel. Mair nannte einen weiteren Grund: „Aktuell würden wir uns mit dem Bau eines zweigruppigen Horts eine Einschränkung in der Gestaltung auf dem Platz der ehemaligen Osterfeldhalle erkaufen. Wir sind bei der künftigen Gestaltung nicht mehr frei und müssen uns an diesem Bauwerk orientieren. Wir sollten uns nicht unter Druck setzen lassen.“ Auch Josef Kleindienst (CSU) stimmte zu. Johannes Münch (Pro Stadtbergen) warnte indes vor einem „hastig ausgeweiteten Betreuungsstand“. Ihm machte der Pillenknick Bauchschmerzen. Gemeint war damit nicht etwas ein falsch dosiertes Medikament, sondern ein Phänomen.

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Die optimistische Grundstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg und das folgende Wirtschaftswunder führten in Deutschland zu einem Babyboom: In Westdeutschland stieg die Geburtenrate von 1952 bis Mitte der 1960er-Jahre von 2,1 auf 2,5 Kinder pro Frau an. Die Bevölkerung begann wieder zu wachsen. Von 1965 bis 1975 kam es dann zum viel diskutierten „Pillenknick“. Die Menschen in Deutschland reduzierten die Zahl ihrer Kinder in nur zehn Jahren von 2,5 auf 1,4 pro Frau.

Was Stadtrat Münch damit ausdrücken wollte: Der demografische Wandel wird in Zukunft zu spüren sein. In jedem Fall wird die hiesige Bevölkerung nach Statistiken deutlich älter sein als jetzt: Prognosen gehen davon aus, dass 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein wird. Münch prophezeite: In Zukunft gibt es mehr Bedarf an Tagespflegeplätzen – ist der jetzt entstehende Raum für Kinderbetreuung auch für spätere Bedürfnisse nutzbar? Und wie überhaupt soll ein größerer Hort einmal ausschauen? Stadträtin Roswitha Merk (CSU) regte einen Architektenwettbewerb an, damit er sich städtebaulich einfügt. Der bestehende Hort, der aus den 1990er-Jahren stammt, sei optisch nicht ansprechend.

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