Haushalt

25.09.2013

Die Dagoberts vom Lech

Wie Dagobert Duck kann sich auch Gersthofen vor Geld kaum retten – die Stadt hat Rücklagen in Höhe von 50,8 Millionen Euro, 2013 werden die Einnahmen der Gewerbesteuer erstmals über 20 Millionen Euro liegen. Den sagenhaften Reichtum von Dagobert Duck hat der Disney-Zeichner Carl Barks 1975 in dem Gemälde „Time Wasters“ festgehalten.
Bild: Heritage Auctions (ha.com)/Ho

Gersthofens finanzielle Lage bleibt rosig – auch dank Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer. 2014 soll der Trend anhalten.

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass Begriffe wie „Freude“, „Dankbarkeit“ und „Zufriedenheit“ im Zusammenhang mit Haushaltsberatungen fallen – in Gersthofen ist es aber so. Der Grund: Die finanzielle Situation der Stadt sieht seit Jahren rosig aus – und das wird in absehbarer Zeit vermutlich auch so bleiben. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses deutlich, in der die Mitglieder die Eckdaten für den Haushalt 2014 festlegten.

Bürgermeister Jürgen Schantin verkündete, dass die Stadt 2013 bei den Gewerbesteuereinnahmen erstmals die Grenze von 20 Millionen Euro knacken konnte. Im Haushalt hatte die Stadt zunächst mit 16 Millionen Euro geplant – und diese Marke um vier Millionen Euro übertroffen. Für 2014 sollen es laut Beschluss 17,5 Millionen Euro werden – ein „vorsichtiger Ansatz“, wie Kämmerer Manfred Eding betonte. Der Betrag könne sich nach den bisherigen Erfahrungen des Jahres auch erhöhen. Ähnlich sieht es bei der Einkommenssteuer aus: Auf das ganze Jahr 2013 hochgerechnet, erklärte Eding, werde man wohl mehr als zehn Millionen Euro einnehmen. Im Haushaltsansatz war der Stadtrat von knapp neun Millionen Euro ausgegangen – das es nun voraussichtlich mehr werden, liege an der guten Beschäftigungslage.

Die CSU-Fraktion in Person von Stadtrat Erwin Fath fand das „erfreulich“, Annegret Kirstein von der SPD wählte das gleiche Vokabular. Herbert Lenz (Freie Wähler) sah in der Bilanz einen „Erfolg der Ansiedlungspolitik für Unternehmen“ und Georg Brem von der Fraktion GBU/FDP/Die Grünen konnte sich seinen „Vorrednern nur anschließen“. Lediglich Achim Liberta von Pro Gersthofen hatte „ein weinendes Auge“ – schließlich sei die Haushaltslage nicht nur hausgemacht, sondern auch der allgemeinen guten Konjunktur geschuldet. Die steigenden Einnahmen bei der Einkommenssteuer bedeuteten auch eine höhere Belastung für die Bürger.

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Für das Jahr 2014 geht die Verwaltung von Einnahmen in Höhe von knapp 37 Millionen Euro aus. Mindestens vier Millionen Euro, so sieht es der Eckdatenbeschluss vor, sollen vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt zugeführt werden und damit den Spielraum für Investitionen erhöhen – ein Ziel, dass Eding „sportlich“ nannte. Möglicherweise könne man es nicht einhalten.

Anders als in den vergangenen Jahren strich der Finanzausschuss allerdings eine Vorgabe aus dem Beschluss, die der Verwaltung vorschrieb, möglichst keine Gelder aus den Rücklagen zu entnehmen. 50,8 Millionen Euro hat Gersthofen auf der hohen Kante, ein Betrag, der sich wohl bald reduzieren wird. Zu den anstehenden Großprojekten, die die Stadt finanzieren muss, gehören der Neubau der Kindertagesstätte am Ballonstartplatz und der Bau einer Mittelschule, deren Kosten nach derzeitigen Schätzungen bei 30 Millionen Euro liegen. Zwar murrte Achim Liberta, den Zugriff auf die Rücklagen nicht zu beschränken, sei „eine offene Flanke“ – er stimmte dann aber ebenso zu wie die anderen Mitglieder des Ausschusses. Das wichtigste sei, dass die Stadt weiterhin keine Kredite aufnehmen müsse, fand Klaus Greiner von der SPD – ein Urteil, das unter allen Stadtratsmitglieder uneingeschränkten Zuspruch fand.

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