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16.07.2019

Die Wildnis auf 288 Seiten

Proppenvoll war die Schulturnhalle in Stadtbergen, als das zweite Buch von Schülern aus dem Landkreis Augsburg vorgestellt wurde. Rund 250 Texte sind in „Wildnis“ enthalten. Foto: Marcus Merk

Schulprojekt Zum zweiten Mal haben Schüler im Augsburger Land ein Buch geschrieben. 250 Texte Zum Thema „Wildnis“ sind in einem Sammelwerk veröffentlicht worden

Landkreis Augsburg 250 Schüler dürfen sich seit Dienstagvormittag als Autoren bezeichnen: Sie haben mit Gedichten und Kurzgeschichten an dem 288 Seiten starken Buch „Wildnis“ mitgewirkt. Der Landkreis Augsburg hat zusammen mit den Lechwerken und dem Augsburger Wißner-Verlag einen Schreibwettbewerb an den Schulen im Augsburger Land ausgerufen. Teilgenommen haben fast 700 Schüler – von Erstklässlern bis hin zu Abiturienten waren alle Altersstufen vertreten. Rund ein Drittel der Einsendungen schaffte es in das veröffentlichte Sammelwerk.

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Die Sporthalle in Stadtbergen war proppenvoll: Rund 1000 Schüler, Lehrer und Eltern warteten gespannt darauf, welche Texte der Schüler in dem Buch erschienen sind. Denn: Auch für die jungen Autoren war das bis zum Ende der Veranstaltung ein Geheimnis.

Zum zweiten Mal organisierten Armin Falkenhein vom Landratsamt Augsburg und Peter Dempf, Lehrer am Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß, das Schülerprojekt. Im vergangenen Jahr schrieben mehr als 400 Schüler ihre Gedanken nieder zum Thema „Im Fluss“. Die besten 380 schafften es damals in das Sammelwerk. Eine Jury, bestehend aus 19 Lehrern von unterschiedlichen Schulen, bewertete die Texte und entschied, welche veröffentlicht wurden. Die sieben besten Werke präsentierten ihre Autoren dem Publikum in der Sporthalle.

Die Wildnis auf 288 Seiten

„Was bedeutet Wildnis für Euch?“, fragte der ehemalige Abiturient des Gymnasiums Königsbrunn und Moderator Phil Rice zu Beginn der Veranstaltung. Offenbar hat sich jeder Schüler unterschiedlich mit dem Thema auseinandergesetzt. Denn so offen die Aufgabenstellung, so ausgefallen waren auch die entstandenen Texte.

Carlotta Friedrich vom Gymnasium Königsbrunn etwa entfloh in Gedanken ihrem Leben mit dem Bruder, „einem verrückt gewordenen Affen“, einer Mutter in „buntesten Klamotten“ und einem Vater „wie ein altes Krokodil“. Aus der Wildnis ihrer Realität flüchtete sie in ihre Gedankenwelt mit Affen, Schlangen, Papageien und Krokodilen und erkannte: Es war alles nur ein Traum. Was bleibt, ist ihre wilde Familie.

Philipp-Alexander Axt und Kevin-Kai Bretan (10EHd) vom Beruflichen Schulzentrum Neusäß beschrieben in ihrem Gedicht „Das Leben im Dschungel“. Die beiden Schüler erzählten, wie sie im Traum die Dunkelheit in einem Dschungel voller wilder Tiere erlebten: „Nun hat sie mich letztlich, die Pranke auf der Brust. Der Schmerz scheint unendlich, ein Ende voll Frust.“

Ganz anders interpretierte die Schülerin Julia Schmid von der Dr.-Max-Josef-Metzger-Realschule Meitingen das Thema: In ihrem Text „Grüne Hose“ erzählte die Neuntklässlerin, wie sie das Kleidungsstück während einer Reise trug. Ein Trip, der sie in den Dschungel führte und wo nun ihre zerfetzte Hose liegt. „Wieso hast du mich wieder losgelassen?“, fragte die Schülerin in ihrem Text zum Abschied, als sie aufbrach.

Die Schülerin Selina Betz (9a) von der Mittelschule Fischach-Langenneufnach zeigte kurz und knapp in ihrem Gedicht „Die Wildnis in mir“, welche Gefühle diese in ihr auslöste. Die Fünftklässlerin Julia Wech vom Gymnasium Wertingen ermahnte in ihrem Text “Die Wildnis“, die Natur noch bewusst wahrzunehmen und erinnerte an die Verantwortung, die Menschen ihr gegenüber haben.

Die beiden Schülerinnen Rebecca Zwerger (Q11) vom Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen und die Abiturientin Paula Nuber vom Paul-Klee-Gymnasium Gersthofen waren eine der wenigen aus höheren Klassen. Zwerger setzte in ihrem Text „Wildnis?“ einen Notruf aus der Zukunft ab, in der das Klimasystem zusammengebrochen sein wird. Nuber folgte in ihrem Text dem „Ruf der Wildnis“ und beschrieb einfühlsam die Geräusche und Sinneseindrücke im Wald.

Musikalisch begleitete die Schulband der Realschule Neusäß mit Liedern wie „Price Tag“ der Pop-Sängerin Jessi J die Veranstaltung und sorgte für gute Stimmung.

Bevor die Bücher ausgegeben wurden, wartete eine weitere Belohnung auf die jungen Autoren: Im Wert von 1000 Euro erhielten unter allen teilnehmenden Schulen jeweils fünf einen 250-Euro-Büchergutschein. Der Zuschuss ging an die Grundschule Altenmünster, Mittelschule Zusmarshausen, Franziskusschule Gersthofen und an das Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß.

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