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Horgau

13.12.2020

Ein Pakt soll die Wälder im Kreis Augsburg stärken

Der Klimawandel und die demographischen Veränderungen, die auch an den Waldbesitzern nicht vorbeigehen, stellen die Forstwirtschaft, Waldbesitzer und deren Selbsthilfeeinrichtungen vor drastische Aufgaben.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus Die Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg Nord unterschreibt einen Vertrag mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg. Das steckt dahinter.

Der Klimawandel und die demographischen Veränderungen, die auch an den Waldbesitzern nicht vorbeigehen, stellen die Forstwirtschaft, Waldbesitzer und deren Selbsthilfeeinrichtungen vor drastische Aufgaben. Das wird auch in der Bevölkerung, in der Politik und bei Behörden wahrgenommen. Deshalb hat die Bayerische Staatsregierung im Juli 2018 mit den Interessenvertretungen der rund 700.000 Kleinwaldbesitzer in Bayern, den „Waldpakt“ für die Stärkung der bayerischen Wälder abgeschlossen. Nachdem vor kurzer Zeit die Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West mit der Forstdienststelle Diedorf-Biburg eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen hat, zog nun die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Augsburg-Nord nach.

Arbeitsprogramm und Waldthemen-Abende

In der Dienststelle des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Biburg unterzeichneten der Bereichsleiter Forsten, Ralf Gang, und FBG-Vorsitzender Anton Kraus die siebenseitige Vereinbarung. Darin sind die gemeinsamen Ziele, Handlungsfelder und Zuständigkeiten geregelt. Waren bisher die Forstämter nur beratend tätig, so wollen in Zukunft das Amt und die Forstbetriebsgemeinschaften eng zum Wohle des Waldes zusammenarbeiten. Dazu gehören die jährliche Aufstellung des Arbeitsprogrammes und die Vorbereitung von öffentlichen Veranstaltungen und Waldthemen-Abenden.

Gerade in diesen Zeiten, in denen Borkenkäferplage und Klimaveränderungen Probleme bereiten, ist den Beteiligten eine Zusammenarbeit wichtig. Um die Bevölkerung mit ins Boot zu holen, soll auch die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden mit dem Ziel, der Wald- und Forstwirtschaft zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. Nachdem inzwischen die Politik in Bund und Land die Waldwirtschaft im Zeichen des Klimawandels immer mehr in den Vordergrund rückt, sollen die Waldbesitzer auf die optimale Nutzung von staatlichen Fördermöglichkeiten hingewiesen werden.

Gemeinsam zum Wohle des Waldes wollen in Zukunft das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Augsburg und die Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg (FBG) Nord zusammenarbeiten. Verantwortlich dafür sind (von links) Bereichsleiter Ralf Gang, Abteilungsleiter Hubert Meßmer, Revierleiter Thomas Miehler (alle AELF), FBG Vorsitzender Anton Kraus und sein Stellvertreter Robert Steppich.
Bild: Johann Kohler

Dies gilt auch für den als dringend notwendig erachteten Waldumbau. Dazu gehört die Sicherung einer flächendeckenden, nachhaltigen und zukunftsweisenden Waldbewirtschaftung und Pflege der Wälder, insbesondere des Klein- und Kleinstwaldbesitzes. Eng zusammenarbeiten wollen in Zukunft das AELF und die FBG bei den Schulungen für Waldbesitzer und waldpädagogischen Veranstaltungen. Hier würde Revierleiter Thomas Miehler vom Amt der FBG als Koordinator und Berater zur Verfügung stehen.

Bau des neuen Verwaltungsgebäudes in Horgau geht gut voran

Beim Punkt Schulungen verkündete der Vorsitzende der FBG Augsburg Nord, Anton Kraus, dass der Baufortschritt beim neuen und eigenen Verwaltungsgebäude in Horgau zügig vorangehe. Durch die Großzügigkeit des neuen Bürogebäudes werde nochmals ein Schub bei der Beratung und Betreuung der Mitglieder der FBG Augsburg Nord gewährleistet. Für Schulungen wird ein Versammlungsraum zur Verfügung stehen.

Der Bereichsleiter Forsten das AELF, Ralf Gang, sieht ideale Voraussetzungen für die Zusammenarbeit zwischen dem Amt und der FBG. Auf die derzeitige Situation des Holzmarktes angesprochen empfahl er, wieder mit dem Einschlag im Wald zu beginnen. Zwar seien die Erlöse für Waldbesitzer noch nicht spitzenmäßig, doch der derzeitige Preis um die 70 Euro pro Festmeter lohne sich beim Rundholzverkauf. Die Sägewerke, die in den letzten Jahren mit Schadholz überversorgt waren, seien für Frischholz wieder aufnahmefähig.

Fakten zur Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Augsburg Nord

  • Die Forstbetriebsgemeinschaft ist eine Selbsthilfeeinrichtung für Privat-, Kommunal- und Körperschaftswald-Besitzer. Sie wurde 1971 gegründet und hat zurzeit rund 1200 Mitglieder mit 7000 Hektar Eigenfläche. Es werden jährlich rund 40.000 Festmeter Holz vermarktet, darunter auch Kleinstmengen von Mitgliedern von unter zehn Festmetern.
  • Die FBG Augsburg Nord erfüllt 75 Pflegeverträge mit 1300 Hektar Wald. Sie beschäftigt vier Angestellte, darunter drei Förster und eine Fachangestellte im Büro in Zusmarshausen. (Ab Mitte 2021 in Horgau). Das Einzugsgebiet umfasst zentrale und nördliche Teile des Naturparks Augsburg Westliche Wälder an der Achse der A8 zwischen den Landkreisen Günzburg und Aichach/Friedberg.

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