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Diedorf

29.04.2015

Es gibt neue Helfer in der Not

Wachleiter Peter Weldishofer (Dritter von links) und sein Team sind stolz auf die neue Rettungswache in Diedorf.
Bild: Philipp Kinne

Seit einem Monat ist die Rettungswache im Einsatz. Wie bewährt sich der neue Standort?

Der Bedarf nach Hilfe ist da: Um 15 Prozent sei die Zahl der Einsätze für die mobilen Rettungsassistenten des Roten Kreuzes in den vergangenen Jahren gestiegen, erklärt Martin Rupprecht, Leiter des BRK-Rettungsdienstes im Landkreis. Das ist immens, schließlich sei die Zahl bayernweit lediglich um drei Prozent gestiegen.

Den Grund für den rapiden Anstieg der Einsätze im Landkreis Augsburg kennt auch Rupprecht nicht. Generell aber habe die Bereitschaft, den Notruf auch wegen einer Lappalie zu rufen, zugenommen. Auch Peter Weldishofer, Leiter der Rettungswache Diedorf, kann das bestätigen. „Das ist mittlerweile nicht mehr nur ein städtischer Trend“, sagt er. Aber auch der Mangel an Hausärzten, vor allem auf dem Land, sei ein Grund, dass er und sein Team immer häufiger gerufen werden.

Auch deswegen sei die Entscheidung für den neuen Standort der Rettungswache in Diedorf richtig gewesen. Günther Geiger, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, erklärte, dass eine Bedarfsanalyse des Innenministeriums ergeben habe, wie wichtig eine hauptamtliche Rettungswache in Diedorf sei. Denn spätestens zwölf Minuten nach Eingang des Notrufes muss ein Rettungswagen vor Ort sein. Im Vorfeld wurde auch über einen möglichen Standort in Aystetten diskutiert. Doch vor allem wegen der besseren Verkehrssituation fiel die Wahl auf das 200 Quadratmeter große Mietobjekt am Ortseingang in Diedorf.

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Tobias Förster, Leiter der ehrenamtlichen Helfer vor Ort (HVO), kritisierte den Beschluss zur neuen Rotkreuz-Rettungswache. Er befürchtete, dass die HVO durch die Rettungskräfte des Roten Kreuzes ihre Bedeutung verlieren und einige ehrenamtliche Helfer aussteigen würden. Und tatsächlich: Die ehrenamtliche Helfergruppe ist in den letzten Monaten von ursprünglich 19 auf mittlerweile nur noch 9 Mitglieder geschrumpft, und auch die Zahl der Einsätze sei merkbar zurückgegangen, so Förster.

Seit die neue Rettungswache in Diedorf in Betrieb genommen wurde, seien es nur noch ein Fünftel der Einsätze wie zuvor. Dennoch sieht Tobias Förster in der hauptamtlichen Rettungswache heute eine Bereicherung. „Wir stehen in enger Zusammenarbeit und könnten uns zum Beispiel eine gemeinsame Fortbildung vorstellen“, sagt Förster.

Auch für Martin Rupprecht sind die HVO eine sehr gute Ergänzung zur Arbeit des Roten Kreuzes. „Wir haben nur einen Rettungswagen. Wenn der unterwegs ist, sind wir auf die Hilfe anderer angewiesen“, erklärt Rupprecht. Vorwürfe, bei der Wahl des neuen Standortes standen finanzielle Interessen des BRK im Vordergrund, weist Rupprecht zurück: „Das hier ist kein profitables Geschäft. Wir arbeiten nach dem Kostenerstattungsprinzip.“

Seit April sind hier nun acht hauptamtliche Rotkreuzretter sowie ein Bundesfreiwilligendienst Leistender rund um die Uhr vor Ort. Neben einem großen Lager, einem Büro, einem Aufenthaltsraum mit Sofa und Fernseher und einem Umkleideraum gibt es auch drei Ruheräume mit Betten. Eine Schicht dauere zwölf Stunden, da seien auch Pausen sehr wichtig, sagt Rupprecht.

Noch wirkt es hier und da etwas kahl, doch mit der Zeit werde es schnell wohnlicher, erklärt Rupprecht: „Ich bin mir sicher, das dauert nicht mehr lang, bis sich hier alle eingelebt haben.“

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