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Bedarfsplan

23.10.2013

Feuerwehrexperte: Neusässer schlafen sicher

Stephan Rudolph
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Stephan Rudolph

Zumindest nachts gibt es genügend Aktive in Bereitschaft. Einige Fahrzeuge sollten aber erneuert werden

Neusäß Ruhig schlafen können die Neusässer Bürger auch dann, wenn sie nicht neben einem Feuerwehrmann liegen. Denn in allen Ortsteilen gibt es genügend Aktive, die im Notfall ausrücken könnten – zumindest in der Nacht. Tagsüber stehen etwas weniger Retter zur Verfügung, die auch Atemschutzgeräteträger sind, „aber auch hier ist die Lage nicht prekär“, sagt Stephan Rudolph, der einen Feuerwehrbedarfsplan für das gesamte Stadtgebiet Neusäß erarbeitet und neulich im Stadtrat vorgestellt hat.

Sein Fazit nach einem Jahr der Begutachtung: „Meine Anerkennung für das, was ich hier bei Ihnen gesehen habe.“ Die Feuerwehrhäuser und die Ausrüstung seien gut gepflegt, sauber und ordentlich, die personelle Stärke überwiegend sehr gut und die Gebietsabdeckung gut. Lediglich die Einsatzfahrzeuge seien teilweise mit 27 Jahren überaltert und müssten in den nächsten Jahren durch modernere ersetzt werden, so die Empfehlung des Experten.

Seine Aufgabe war es, den Fahrzeug- und Gerätebedarf zu überprüfen und eine Risikoeinschätzung abzugeben, indem er die tatsächlichen Einsätze der Feuerwehren auswertete. So hat beispielsweise die Wehr in Alt-Neusäß die meisten Einsätze und auch die meisten Feuerwehrleute. Schlipsheim hingegen ist personell nicht so gut besetzt, vor allem am Tage. „Hier können aber auch die Kräfte aus Biburg und Diedorf aushelfen, das muss man grenzübergreifend sehen“, so Rudolph. Westheim und Steppach seien „tagesalarmsicher“, Hainhofen habe etwas zu wenig Atemschutzgeräteträger. Deutlich wurde daher: „Neusäß braucht alle seine acht Standorte“, so Rudolph, denn die Stadtteilwehren könnten sich alle gegenseitig aushelfen.

Feuerwehrexperte: Neusässer schlafen sicher

Mängel sah der Experte auch bei einigen Feuerwehrhäusern. So leide Alt-Neusäß unter einem akuten Mangel an Lagerräumen: Statt der üblichen 150 Quadratmeter stünden hier nur 36 zur Verfügung. Außerdem sei der Abstand von den Fahrzeugen zu den Spinden zu gering. Hainhofen hat einen Fahrzeugstellplatz an einem anderen Ort – ebenfalls nicht optimal. Auch die Küche neben dem Einsatzfahrzeug in Ottmarshausen sei nicht gerade hygienisch.

Viele Wehren leiden unter einer Überalterung ihres Fuhrparks: In Hammel, Ottmarshausen, Täfertingen und Westheim sind noch 27 Jahre alte Fahrzeuge im Einsatz, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Hier plädierte Stephan Rudolph für „Klasse statt Masse“: Also lieber wenige gute, moderne Fahrzeuge anschaffen als viele kleine für jede einzelne Feuerwehr. Die Neusässer Wehr bräuchte nach Ansicht des Experten dringend einen neuen Gerätewagen, Steppach und Täfertingen ein größeres Löschfahrzeug. Die von Rudolph vorgeschlagenen Investitionen würden die Stadt Neusäß in den kommenden zehn Jahren insgesamt 1,5 Millionen Euro kosten.

Außerdem schlug der Experte noch ein paar Maßnahmen vor: So sollte für den Katastrophenfall eine zentrale „Abschnittsführungsstelle“ eingerichtet werden, die die Einsätze im Stadtgebiet koordiniert. Dafür müsste man die Räume mit einer Notstromversorgung und die Ausstattung zur Verfügung stellen. Außerdem sollte die Stadt zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt einen „Alarm- und Gefahrenabwehrplan Hochwasserlage“ erstellen.

Der Stadtrat wird sich nun beraten, welche der angeratenen Maßnahmen nun zuerst umgesetzt werden sollen.

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