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Diedorf

28.10.2019

Gibt es in Diedorf chlorfreies Wasser zu Weihnachten?

Seit einem Jahr wird in Diedorf das Trinkwasser mit Chlor versetzt, um die Ausbreitung von Keimen zu verhindern. Der Chlorgehalt wird regelmäßig geprüft. Vielleicht kann die Sicherheitsmaßnahme vor Weihnachten beendet werden. 
Bild: Marcus Merk

Seit September 2018 wird in Diedorf das Trinkwasser gechlort. Nach über einem Jahr könnte jetzt Schluss sein. 

Was der Stadt Gersthofen jetzt bevorsteht, könnte Diedorf bald hinter sich haben. Seit mehr als einem Jahr wird das Leitungswasser der Marktgemeinde gechlort. Jetzt betont Bürgermeister Peter Högg aber: „Ein Ende der Chlorung ist in Sicht, da bin ich mir ziemlich sicher.“ Sein Wunsch und gleichzeitig seine Hoffnung seien es, dass spätestens an Weihnachten sauberes und ungechlortes Wasser aus den Hähnen in Diedorf läuft.

Der Grund für den Optimismus des Bürgermeisters: Am 21. Oktober trafen sich Vertreter der Marktgemeinde zum wiederholten Mal mit Landrat Martin Sailer und Mitarbeitern des Gesundheitsamts. Nach der Erörterung des Sachstandes hätte auch das zuständige Amt signalisiert, dass „bisher“ nichts gegen ein baldiges Ende der Sicherheitschlorung spreche. Noch konkreter könnte es beim nächsten Treffen aller Verantwortlichen Ende November werden.

Alle Behälteranlagen ertüchtig und technisch überprüft

In einer aktuellen Meldung klingt die Marktgemeinde zuversichtlich und beschreibt den aktuellen Sachstand: Unter anderem hätten die Stadtwerke Augsburg dem Leitungsnetz in Diedorf mittlerweile bescheinigt ein „hochverfügbares System durch dezentrale Strukturen und ohne nennenswerte Probleme“ zu sein. Mittlerweile seien unter anderem alle Behälteranlagen ertüchtig und technisch überprüft worden. Außerdem würden bis Ende November noch alle „problematischen Wasserhausanschlüsse mit erhöhten Risiken, wie Viehtränke, Brandlöschsysteme und Autowaschanlagen“ nachgerüstet.

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Am 18. Oktober habe die Gemeinde zusammen mit einem Ingenieurbüro alle technischen Anlagen besichtigt und abgenommen. Selbstbewusst fasst die Verwaltung in Diedorf zusammen: „Wir und unser Ingenieurbüro vertreten die Ansicht, dass eine Aufrechterhaltung der kompletten Netzchlorung unter den aufgeführten Aspekten ab Ende November 2019 als nicht mehr verhältnismäßig anzusehen ist.“

Umfangreiche Dokumentation dauert etwa ein Jahr

Der ein oder andere Punkt auf Diedorfs Weg zu sicherem Wasser wird die Gemeinde allerdings noch über dieses Jahr hinaus beschäftigen. Das Gesundheitsamt verlangt beispielsweise die Erstellung eines umfassendes Betriebs- und Organisationshandbuches für das Leitungsnetz. Insgesamt dauere die Erstellung dieser „umfangreichen Dokumentation“ etwa ein Jahr, allerdings „wurden und werden wichtige Abschnitte im Vorfeld ausgearbeitet.“ Auch eine Langzeitstudie der Wasserversorgung in den nächsten 30 Jahren soll schon Ende des Jahres vorliegen.

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Augsburg will die Meldungen der Marktgemeinde weder dementieren noch bestätigen. Generell betont das Landratsamt: „Es gibt seitens der Gemeinde noch einige Fragen zu klären und offene Themen abzuarbeiten. Das Ergebnis dieser Bemühungen wird die Grundlage des weiterführenden Gesprächs Ende November sein.“ Auch wenn sich die Verantwortlichen bei dem Treffen für den Ausstieg aus der Chlorung entscheiden, werden die Diedorfer ihr Wasser vorerst wieder abkochen müssen. Erst wenn Proben über einen längeren Zeitraum bestätigen, dass das Wasser sicher ist, könne damit aufgehört werden, so Högg:„Es wäre schön, wenn wir Heilig Abend mit dem Abkochen fertig wären.“

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