1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Hochwasserschutz: Geht’s  weiter in Dinkelscherben?

Dinkelscherben

01.10.2019

Hochwasserschutz: Geht’s  weiter in Dinkelscherben?

Kein Durchkommen: Seit über einem Jahrzehnt wird am Hochwasserschutz von Dinkelscherben gearbeitet. Jetzt will der Freistaat mit nachdruck das Projekt vorantreiben. Wann es tatsächlich umgesetzt wird, bleibt aber weiter unklar. 
Bild: Marcus Merk

Umweltminister Glauber sagt zu, dass das Rückhaltebecken Siefenwang schnell umgesetzt wird – sofern die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen werden. 

Es kommt wieder Bewegung in den geplanten Hochwasserschutz von Dinkelscherben. Umweltminister Thorsten Glauber versprach jüngst bei einem Treffen mit Bürgermeister Edgar Kalb, dass die Pläne für das Zusam-Rückhaltebecken bei Siefenwang nochmals geprüft werden sollen. Er werde außerdem versuchen, das Millionenprojekt im Haushalt unterzubringen. Noch im Sommer hatte der Chef des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes in Donauwörth erklärt, dass es aus finanziellen Gründen gestoppt werde. Für viele Beteiligte und die potenziell Betroffenen sorgte die Nachricht für Fassungslosigkeit – schließlich wird seit über einem Jahrzehnt am Hochwasserschutz getüftelt.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Der SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller forderte daraufhin Aufklärung. Umweltminister Glauber erklärte, dass derzeit sehr viele Projekte in Schwaben umgesetzt würden beziehungsweise kurz vor der Ausführung stünden. Will heißen: Die finanziellen Mittel reichen nicht für alle Projekten. Am Ende hätte laut Glauber zwischen zwei Projekten im Landkreis abgewägt werden müssen: Das Hochwasserrückhaltebecken Holzhausen (Singold) oder Siefenwang. Die Wahl fiel auf den Hochwasserschutz an der Singold. Wörtlich heißt es in einem Schreiben des Umweltministers an Harald Güller: „Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Projekthistorie hat sich das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth in Absprache mit der Regierung von Schwaben und dem Umweltministerium für eine Umsetzung des Rückhaltebeckens Holzhausen entschieden.“

Unklar, ob ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen

Auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Maximilian Deisenhofer hakte nach. Ende August fragte er bei Landtagspräsidentin Ilse Aigner den Stand des Zusam-Projekts. Die Antwort: Derzeit könne noch nicht abgesehen werden, ob im Haushaltsjahr 2020 ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth und die Regierung von Schwaben wollen alle verfügbaren Ressourcen so steuern, dass das Hochwasserrückhaltebecken Siefenwang „baldmöglichst“ umgesetzt werden kann.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Noch positiver formuliert es Fabian Mehring aus Meitingen. Der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag hatte das Treffen von Umweltminister Thorsten Glauber, seinem Parlamentskollegen Johann Häusler (FW), Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb und Staatssekretärin Carolina Trautner (CSU) arrangiert. Mehring teilte danach mit: „Der Umweltminister hat die besondere Dringlichkeit dieser Maßnahme verstanden. Wir haben nun die Zusage, dass es nach Abschluss der noch ausstehenden Grundstücksgeschäfte zu einer schnellen Umsetzung kommen wird.“

Ziel ist eine Einigung zwischen den Beteiligten

Genau diese Verhandlungen lähmen offenbar den Fortschritt beim Hochwasserschutz: Über eine Million Euro müsse der Freistaat für den Grund zahlen, heißt es in einem Schreiben von Harald Güller. Offenbar ist das dem Freistaat zu viel. Umweltminister Thorsten Glauber hat nun das Wasserwirtschaftsamt veranlasst, ein so genanntes das Besitzeinweisungsverfahren einzuleiten. Das heißt: Grundstückseigentümer und Wasserwirtschaftsamt kommen an einen Tisch. Ziel ist eine Einigung zwischen den Beteiligten. Gelingt sie nicht, dann entscheidet am Ende die Enteignungsbehörde durch einen Beschluss. Der wiederum kann aber grundsätzlich angefochten werden.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren