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Interview

12.04.2018

Joey Kelly: Heute fällt keiner mehr in Ohnmacht

Bekannt wurde Joey Kelly als Musiker, doch er ist auch als Unternehmer und als Sportler erfolgreich.
Bild: Sebastian Willnow, dpa

Ob Ausdauersportler, Musikstar oder Unternehmer: Er ist in jeder Sparte sehr erfolgreich

Im Gespräch mit Oliver Bosch geht der Publikumsliebling im Umfeld eines Auftritts als Gastredner bei der Auftaktveranstaltung von Jörg Löhr „Erfolg und Motivation in Zeiten der Veränderung“ in der Stadthalle Gersthofen auf Fans, Stolz und Augsburg ein.

Mit der Kelly Family gaben Sie mehrmals Konzerte in Augsburg.

Wir sind vor unserem Erfolg in Augsburg als Straßenmusikanten aufgetreten. Wir haben meistens ein, zwei, manchmal auch drei Tage gespielt – meist im Rahmen von Stadtfesten wie Weihnachtsmarkt. Nach unserem Durchbruch einige Male in der Messehalle.

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Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Augsburger Motivationstrainer Jörg Löhr?

Jörg engagiert sich wie ich seit Jahren für den RTL-Spendenmarathon. Vor etwa einem Jahr fragte er mich, ob ich bei seiner Roadshow als Gastredner mitmachen wolle. Ich sagte sofort zu.

Mit der Kelly Family waren Sie gerade auf Tour in Polen. Was ist das für ein Gefühl, nach der langen Pause wieder auf der Bühne zu stehen?

Es war ein sehr schönes Gefühl! Ich kann das heute mehr genießen. Früher war ich in der Kelly Family unter anderem für Management und Booking zuständig. Ich konnte mich nicht auf die Musik konzentrieren. Heute hat diesen Job mein Bruder Angelo übernommen. Das ist top.

Haben Sie mit dem Erfolg gerechnet?

Nein, daran hat keiner gedacht. Dass wir fast wieder da sind, wo wir waren.

Was ist anders als früher?

Wir hatten früher viele junge Fans. Ich weniger, dafür meine Brüder Angelo und Paddy. Trotzdem war es sehr schwer, sich auf der Straße zu bewegen. Diese Probleme haben wir heute nicht mehr. Bei unseren letzten 35 Konzerten ist keiner in Ohnmacht gefallen. Am Toreingang wartet niemand drei Stunden vorher.

Keine Autogrammjäger mehr?

Doch, aber viel relaxter. Nach dem Konzert bin ich eine Stunde draußen zu den Fans gegangen, unterschrieb Autogrammkarten, posierte für Selfies. Ich brauchte keine Security. Keiner drängelte.

Was machen Sie lieber – Performen, Rennen oder Vorträgehalten?

Irgendwie alles. Die Vorträge machen schon Spaß. Da lerne ich sehr viele außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeiten kennen. Die haben Wahnsinnskarrieren hingelegt. Zu sehen, was da für eine Energie, Einsatz, Motivation und Intelligenz zusammenkommt, ist auch für mich sehr motivierend.

Im letzten Jahr hielten Sie über 250 Vorträge. Wie bekommen Sie die Termine unter einen Hut?

Ich mache alles selbst, zusammen mit meinen Leuten. Das Zeitmanagement beherrschen wir sehr gut.

Wie viele Stunden Schlaf benötigt Joey Kelly, um all die Termine zu bewältigen?

Ich benötige auf jeden Fall vier bis sechs Stunden Schlaf. Wenn ich unterwegs bin, schlafe ich viel im Auto. Ich bin Schlafsammler – eine Stunde hier, eine halbe Stunde dort. Ich weiß, es ist nicht der beste Schlaf. Aber ich erhole mich dabei.

Was genießen Sie mehr: Standing Ovations oder den Zieleinlauf nach einem Extrem-Rennen?

Den Zieleinlauf. Bei einem Vortrag leiste ich nichts. Ich erzähle nur, was mich bewegt. Wenn ich Marathon laufe, gehe ich jedes Mal über meine Grenze hinaus. Das macht mich immer wieder stolz.

Sie haben mir einmal verraten, dass Sie noch den Nordpol in einer sportlichen Herausforderung erreichen, die Seven Summits besteigen oder die Welt umsegeln möchten. Stecken Sie schon in den Planungen für eines der Vorhaben?

Ja, es kann sein, dass ich nächstes Jahr im April den Nordpol-Marathon laufe. Die Weltumseglung ist ebenfalls eine Herzensangelegenheit von mir. Ich beginne demnächst, einen alten VW-Bus, T1-Modell, zu restaurieren. Mit dem fahre ich nächstes Jahr von Berlin nach Peking – ohne Benzin, Geld und Essen. Wenn das Konzept wieder aufgeht, möchte ich die Panamericana von Alaska nach Feuerland fahren. Eine weitere Route wäre von Kapstadt nach Berlin.

Was ist Ihr Ziel für 2018?

Es stehen einige kleine Events wie demnächst der Hamburg-Marathon auf dem Programm. Im Mai geht es nach Kolumbien. In einem Kajak befahre ich den Amazonas. Im August bin ich zu einem sportlichen Mehrkampf in Namibia.

Am Donnerstag ist die Echo-Verleihung. Die Kelly Family ist zweimal nominiert. Wo stellen Sie den Echo auf, falls Sie einen gewinnen?

Ich habe bei mir zu Hause keinen Trophäenschrank im Wohnzimmer. Ich habe Kisten im Keller. Ich würde den Echo gut verpacken –dort wäre er gut verwahrt.

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