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Neusäß

16.10.2019

Match mit dem Minister: Joachim Hermann beim Tennisclub in Neusäß

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Innenminister Joachim Herrmann (links) wagte beim Tennisclub Neusäß in der neuen Halle einen Ballwechsel mit Richard Greiner. 
Bild: Marcus Merk

Die neue Tennishalle auf dem Gelände des TC Neusäß beeindruckt mit technischen Raffinessen. Der bayerische Innenminister griff bei seinem Besuch zum Schläger.

Laut Auswertung des High-Tech-Systems in der neuen Halle des Tennisclubs in Neusäß spielen der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Bürgermeister Richard Greiner am Montagabend insgesamt drei Bälle hin und her. Allerdings hat Herrmann schon im Vorfeld zugegeben, dass er nicht besonders geschickt mit dem Tennisschläger umgehen kann.

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Das ist aber kein Problem. Um dem Innenminister, der auf Einladung der Neusässer CSU-Ortsverbände gekommen ist, die technischen Raffinessen der neuen Tennishalle zu zeigen, reichen die drei Schläge völlig aus. Nicht nur die Ballwechsel werden gezählt, sondern auch die Geschwindigkeit des Balles gemessen. Außerdem gibt es im System des TCN jetzt eine Aufnahme von Innenminister und Bürgermeister, wie sie zwischen unzähligen Gästen Tennis spielen.

„Ich bin begeistert, was sie hierher gestellt haben“, fasst der bayerische Staatsminister des Inneren am Ende seines Besuches in der Tennishalle zusammen. Der erste Vorsitzende des Tennisclubs, Dr. Stefan Boenke, umreißt für den Minister die Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren. Nach einer „langen Durststrecke“ habe der Verein es 2017 geschafft „endgültig schuldenfrei“ zu sein. Nachdem sich die wirtschaftliche Situation normalisiert hatte, fasste der Club ein neues Ziel ins Auge: „Tennis als Ganzjahressport“, also den Bau einer Tennishalle auf dem Gelände.

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Kassenwart sieht hohe Hürden durch Bürokratie

Hans-Joachim Bormann, der Kassenwart des Vereins, betont gegenüber dem Minister: „Sie stehen hier auf über 150000 Euro Beton.“ Besonders stolz ist Stefan Boenke auf die Tatsache, „dass kein einziger Pfennig durch eine Bank finanziert wurde“. Allerdings hat er auch einige nachdenkliche Worte für den Minister, in dessen Zuständigkeit der Breitensport in Bayern fällt: „Viele Punkte, wie zum Beispiel das Betteln um Zuschüsse, fallen ehrenamtlich Engagierten schwer“, erklärt der Vorsitzende vor allem mit Blick auf bürokratische Hürden. „Es wäre super, wenn sie da etwas bewegen könnten“, schließt er. Der Innenminister betont zwar, dass er das Anliegen nachvollziehen kann, verweist aber auch auf den Bayerischen Landessportverband, in dessen Zuständigkeit die Vergabe von Zuschüssen fällt.

Bei seinem Besuch bemerkt Herrmann auch den gelenkschonenden Boden. Laut Kassenwart Bormann ist der vor allem für Kinder zwischen drei und zehn Jahren oder für Erwachsenen über 50 wichtig und in Bayern einzigartig. Das technische System nutzen derweil die Altersgruppen dazwischen besonders gerne. Es zählt automatisch Punkte, Ballwechsel und misst die Geschwindigkeit. Außerdem filmt es das ganze Spiel und auf Wunsch kann man ganze Matches speichern oder verschicken. Das motiviere vor allem Jugendliche, die die Videos auch gerne mit ihren Freunden in sozialen Netzwerken teilen wollen, erklärt Cheftrainer Sebastian Klee. Ein schöner Nebeneffekt sei es, dass auch „kleine Fauxpas oder Tollpatschigkeiten“ immer dokumentiert würden.

Innenminister Joachim Herrmann im Sportheim des TSV Neusäß

Allerdings ist das digitale System nicht nur eine praktische Spielerei. Er nutzte es vor allem für das Match-Training, erklärt Sebastian Klee. Die Videoanalyse biete viele Ansatzpunkte. Außerdem könne man technische Fehler analysieren. „Nach 20 Vorhandbällen können wir auf der Aufnahme genau sehen, was wir noch verbessern müssen“, erklärt er beispielhaft.

Innenminister Joachim Herrmann zieht nach seinem Besuch in der Tennishalle weiter in das Sportheim des TSV Neusäß. Aktuell ist das Sportheim Baustelle, die Innenräume werden renoviert. In einem Impulsreferat betont Herrmann hier die Bedeutung der Sportvereine. Er zeigt sich überzeugt von der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Sportvereine. Allerdings geht es ihm dabei nicht primär um die Aspekte Fitness und Gesundheit, sondern eher darum, „dass Menschen sich begegnen“. In Zeiten von Facebook und Twitter sei es besonders wichtig, dass Leute zusammenkommen. Außerdem seien Sportvereine „segensreich in der Integration von Neubürgern tätig“. Deshalb ist es in seinen Augen auch richtig, Vereine mit Steuergeldern zu unterstützen. Er hebt besonders die Tatsache hervor, dass die Sportförderung des Ministeriums in den letzten sechs Jahren von 46 auf 97 Millionen Euro gestiegen ist.

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