Newsticker
10.000 Impfdosen stehen bereit: Bayern beginnt mit Impfungen für Polizisten
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Messer-Attacke: Helfen Aufnahmen aus der Disco weiter?

Gersthofen

31.01.2019

Messer-Attacke: Helfen Aufnahmen aus der Disco weiter?

Die Discothek Sound Factory im Gersthofer Hery-Park.
Bild: Gerald Lindner

Der Betreiber bezweifelt den Tatablauf. Wie die Polizei nach der Gersthofer Messer-Attacke in der Sound Factory jetzt weite ermittelt.

Die Polizei arbeitet weiter daran, sich ein Bild von der jüngsten Partynacht in der der Gersthofer Diskothek Sound Factory zu verschaffen. Dort war Hip-Hop mit den DJ Hyphy aus Nürnberg und dem Augsburger DJ Fresh angesagt. Gegen 2.30 Uhr passierte es: Ein 18-Jähriger stach einem fünf Jahre älteren Gast laut Polizei mit einem Messer in den Bauch. Die Hintergründe sind nach wie vor unklar. So gehen die Ermittler jetzt vor.

Wie bei schwerwiegenden Delikten üblich, werden sämtliche Beweismittel zusammengetragen. Dazu gehören zum Beispiel Vernehmungen des mutmaßlichen Täters. Das ist im aktuellen Fall ein 18-Jähriger – er wurde am Sonntag mit einem Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung festgenommen und dann dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Augsburg vorgeführt. Gegen Auflagen wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Sicherheitsdienst hat nichts mitbekommen

Auch das Opfer wird angehört. Der 23-Jährige war nach der Attacke zur Behandlung im Uniklinikum. Der junge Mann befand sich aber nicht in Lebensgefahr, so die Polizei. Die Ermittler werden auch unbeteiligte Gäste der Party befragen. Keine Beobachtungen gemacht haben die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, die an der Tanzfläche standen. Das behauptet Disco-Betreiber Alfons Weigl. Angeblich sei auch kein Blut von der Verletzung zu sehen gewesen sein. Weigl bezweifelt, dass sich der Vorfall wie von der Polizei geschildert zugetragen hat.

Vielleicht helfen die Videoaufzeichnungen vom Eingangsbereich der Sound Factory weiter? Disco-Betreiber Weigl hat sie der Kripo überlassen. Untersucht wird auch die Tatwaffe – finden sich an ihr Spuren des mutmaßlichen Täters und des Opfers? Generell gilt: „Es muss akribisch genau gearbeitet werden“, sagt Sabine Braunmiller vom Polizeipräsidium.

Von der Tatwaffe fehlte jede Spur

Nach einer Messerstecherei vor zwei Jahren in der Gersthofer Disco fehlte von der Tatwaffe jede Spur: Kripo, Polizei und ein Hundeführer durchkämmten den Tanz- und Nachtclub. Sie durchwühlten sogar den Müll auf der Suche nach dem Messer, mit dem ein 18-Jähriger drei Männer zum Teil schwer verletzt hatte.

Bei der Party im Juni 2017 hatte es zunächst einen Streit gegeben. Aus der verbalen Auseinandersetzung wurde ein Gerangel, bei dem der 18-Jährige nach eigenen Angaben festgehalten wurde und auch einen Faustschlag abbekam. Am Ende zog er ein Messer aus der Hosentasche – ein Jagdmesser, das ihm sein Vater geschenkt hatte. Ein Geständnis bewahrte den jungen Mann vor einer höheren Haftstrafe. Er wurde zu fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren