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Landkreis Augsburg

27.05.2015

Neue Kunden für die Lebensmittel-Tafel

Marianne Keller (rechts) hilft bei der Tafel in Diedorf.
Bild: Marcus Merk

In Diedorf werden auch die Flüchtlinge locker mit Essen versorgt, aber in Meitingen sprengt das die Kapazitäten

Das Angebot der Tafeln für Hilfsbedürftige im Landkreis Augsburg wird immer besser angenommen – mittlerweile aber nicht nur von Einheimischen mit geringem Einkommen, sondern auch von Asylbewerbern. Doch je nach Anzahl der in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge kommen nicht alle Tafeln mit dem Bedarf der neuen Kunden zurecht.

Meitingen zum Beispiel: Hier fungiert die Sozialstation als Träger, hier hat die Tafel auch einen kleinen Ausgaberaum für die gespendeten Lebensmittel. Für die rund 45 Menschen, die sich für die Tafel eine entsprechende Berechtigung geholt haben, war das auch ausreichend, sagt die Geschäftsführerin der Sozialstation, Irene Polkehn. „Und anfangs konnten wir auch die elf Asylbewerber mitversorgen, die gekommen sind.“ Inzwischen ist die Zahl der Flüchtlinge in Meitingen aber auf fast 100 gestiegen – „das hat unsere Kapazitäten bei Weitem gesprengt“, so Polkehn. Weder hat die Tafel genügend Lebensmittel, noch ehrenamtliche Helfer, noch den Platz für so viele Hilfsbedürftige.

„Das war einfach nicht mehr leistbar“, sagt Achim Zwick, der beim Markt Meitingen derzeit für 113 Flüchtlinge zuständig ist. Sie erhalten von der Kommune keine Berechtigungsausweise mehr für die Meitinger Tafel. Stattdessen fahren die Ehrenamtlichen jene Waren zu den Unterkünften, die nach der Vergabe an die Einheimischen noch übrig sind. „So viel ist das leider manchmal nicht“, sagt Zwick. Aber man dürfe das soziale Konfliktpotenzial nicht unterschätzen, müssten die einheimischen Bedürftigen die Lebensmittel mit den Asylbewerbern teilen. „Wir haben auch bei uns immer mehr arme Menschen, die die Tafel dringend brauchen, das darf man nicht vergessen.“

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Auch in Diedorf hat sich die Zahl der Berechtigten der Tafel der Pfarrei Herz Mariä innerhalb eines Jahres auf über 100 verdoppelt – der Zuwachs liegt an den 48 Flüchtlingen, die derzeit in Diedorf leben, erklärt Pfarrer Hans Fischer. Anfangs sei das nicht ganz ohne Konflikte abgelaufen, so der Pfarrer. „Denn die Einheimischen hatten Angst, dass sie zu kurz kommen und längger in der Schlange warten müssen“, so Pfarrer Fischer. Beide Einwände seien aber nicht berechtigt, denn mittlerweile laufe die Lebensmittelausgabe an jedem Donnerstag in zwei Schichten, und Ware hat die Diedorfer Tafel auch genug für alle. „Im Gegenteil, manchmal bleibt sogar etwas übrig, das geht dann an das Sozialkaufhaus in Haunstetten.“

Von den rund 175 bei der Neusässer Tafel registrierten Bürgern kommen bis zu 70 pro Woche zur Ausgabestelle in das Notburga-Heim. Bisher leben in Neusäß erst rund 20 Asylbewerber in einem Haus in Ottmarshausen. Wie sich die Nachfrage bei der Tafel verändern wird, wenn die vier Holzhäuser der Tiefenbacher Stiftung an der Siemensstraße mit 64 Asylbewerbern bewohnt sein werden, wird sich zeigen.

Spenden Wer Lebensmittel oder Geld an die Tafeln spenden will, kann sich unter Telefon 08238/2326 (Pfarrei Herz Mariä Diedorf) oder 08271/81394151 (Sozialstation Meitingen) oder bei der Marktgemeinde Meitingen (08271/81990) melden.

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