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Gersthofen

10.04.2018

Referentinnen für die Jugend fordern ein neues Juze

Die Jugendreferentinnen im Gersthofer Stadtrat fordern den Neubau des Jugendzentrums. (Symbolbild)
Bild: Claudia Kohler

Ist der Standort neben der Kirche ungeeignet? Das zumindest finden Barbara Lamprecht und Julia Romankiewicz-Döll.

Die Jugendreferentinnen im Gersthofer Stadtrat fordern den Neubau des Jugendzentrums. „Die alte Jakobsschule neben der Kirche St. Jakobus hat durchaus Charme, aber für ein modernes Jugendzentrum sind Gebäude und Standort denkbar ungeeignet“, so die Jugendreferentinnen Barbara Lamprecht ( Freie Wähler) und Julia Romankiewicz-Döll (Pro Gersthofen).

In anderen Städten seien die Jugendzentren dort, wo die Jugendlichen sich aufhalten, etwa in der Nähe von Schulen. Das Gersthofer Juze aber liegt neben Kirche und Friedhof. Das sei nicht sehr vorteilhaft, erklären Lamprecht und Romankiewicz-Döll. „Der aktuelle Standort ermöglicht keinerlei Aktivitäten im Freien wie Grillabende, Lagerfeuer oder Sport.“

Das Jugendzentrum Königsbrunn sei ein gutes Beispiel

Zudem bemängeln sie das Fehlen von Räumen, die für offene Jugendarbeit, wie sie heute in anderen Städten längst stattfinde, notwendig sind. Arbeitsräume für die Beschäftigten, Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche Beratungen, Barrierefreiheit – alles Fehlanzeige. Diese Problematik sei seit Langem bekannt. Nur leider erkenne eine Mehrheit im Stadtrat – die Fraktionen von CSU und W.I.R. – diese Dringlichkeit nicht. „Nach Besichtigung der Jugendzentren in Neusäß und Königsbrunn wurde uns so richtig bewusst, dass Gersthofen in der Jugendarbeit vor 20 Jahren stehen geblieben ist“, so Barbara Lamprecht. „Der Bau eines neuen Jugendzentrums wird schon viel zu lange auf die lange Bank geschoben.“

Bald entsteht die neue Skate-Anlage beim Schulzentrum in der Schubertstraße, die Mittelschule ist fertig, und der Neubau des Gymnasiums auf dem Festplatz ist ebenfalls bereits in Planung. „Zur Veränderung der Situation bietet sich jetzt eine einmalige Chance, die wir nutzen sollten. Das neue Jugendzentrum gehört an die Schubertstraße nahe dem Schulzentrum“, so Barbara Lamprecht. Die Jugendlichen könnten sich draußen aufhalten, ohne Nachbarn zu stören. Es gäbe einen schon lange gewünschten Partyraum zum Mieten und Platz für gute und kreative Jugendarbeit. Das Jugendzentrum in Königsbrunn, das inmitten des Schulzentrums errichtet wurde, sei ein sehr gutes Beispiel. Es arbeitet in Kooperation mit den Schulen und bietet nicht nur Räume, sondern auch Angebote für die Ganztagesklassen. Hier habe man viel früher den Stellenwert einer guten Jugendarbeit erkannt und nutzt Synergieeffekte. Täglich kommen bis zu 150 Kinder und Jugendliche ins Zentrum.

Einen weiteren Aspekt erwähnt Barbara Lamprecht, selbst Sozialpädagogin. „Wir werden ab Herbst einen neuen Studiengang Soziale Arbeit an der Augsburger Hochschule bekommen. Ein Grund ist der erhebliche Fachkräftemangel in unserer Region. Ein erster Effekt, den wir hoffentlich spüren werden, ist, dass wir wieder Bewerbungen um Praktikumsstellen bekommen. Es muss unser Ziel sein, auch als Arbeitgeber attraktiv zu sein.“

Seit 2011 haben sich die Besucherzahlen verdreifacht

Auch Stadtjugendpfleger Markus Wolf hatte Anfang des Jahres mit ähnlichen Argumenten wie die beiden Stadträtinnen für einen Neubau geworben. Schon seit seiner Eröffnung im Jahr 1999 und trotz eines größeren Umbaus zehn Jahre später habe das Juze mit mehreren grundsätzlichen Herausforderungen zu kämpfen.

Seit 2011 sind die Besucherzahlen stark gestiegen und haben sich seit 2008 auf 5700 Besucher (2016) verdreifacht. Die Folge: „Die Räume im Erdgeschoss sind vor allem an Freitagen oft übervoll, die kleinen Zimmer im Dachgeschoss sind neben Büros und Lagerräumen maximal für Kleingruppen zu nutzen und durch die Distanz zu den Haupträumen nur schwer in den offenen Betrieb zu integrieren“, sagte Wolf vor dem Sozial- und Ordnungsausschuss des Stadtrates (wir berichteten).

Das Jugendzentrum sei mittlerweile auf einem beinahe 20 Jahre alten Stand. Wolf rechnet in Anbetracht der künftig erwarteten Anmeldungen in den Kindergärten mittelfristig mit einem weiteren starken Anstieg der Besucherzahlen. Zudem sei das Gebäude nicht barrierefrei und habe schon aufgrund seines Alters einen relativ hohen Wartungs- und Energiebedarf. (AL, cf)

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