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Gersthofen

24.05.2018

Seit 25 Jahren behauptet er sich am Mischpult

DJ Michael Maretimo-Baur betreibt in Gersthofen ein Internetradio und eine Musik-Produktionsfirma.
Bild:  Christian Kruppe

Michael Maretimo-Baur ist DJ und betreibt in Gersthofen einen Internetradiosender und ein eigenes Label. Wie er sich seine Karriere aufgebaut hat.

Sein eigenes Musiklabel hat Michael Maretimo-Baur aus Gersthofen gegründet, weil große Plattenfirmen immer wieder zu ihm gesagt hatten: „Tut uns leid, aber Ihre Musik kann man einfach nicht verkaufen.“ Doch das hat den 50-jährigen DJ Maretimo – das ist sein Künstlername – nicht davon abgehalten, Musik zu machen. Seit mehr als 25 Jahren ist er im Geschäft und managt in seinem Studio in Gersthofen sein Label. Von dort betreibt er ein eigenes Internetradio und sendet selbst komponierte Stücke übers Web in die Welt.

Wer den Internet-Radiosender „Maretimo-Lounge“ einschaltet, hört vor allem Lounge- und Chillout-Musik. Er erklärt: „Das ist moderne Entspannungsmusik. Kein langweiliges Vogelgezwitscher – ohne das herabzusetzen –, sondern elektronische Musik im Bereich Relaxen und Entspannen.“

Die Karriere begann mit sechs Jahren

Die Karriere von Michael Maretimo-Baur begann als Kind in Göggingen mit sechs Jahren. „Schon als kleiner Junge habe ich rumprobiert. Egal, bei welcher Band ich zugesehen habe, ich wollte immer vorne auf der Bühne dabei sein und mitmachen.“ Mit 17 Jahren wollte er – inspiriert von einem dunkelhäutigen DJ aus der damaligen Diskothek Ibiza in Augsburg – unbedingt Discjockey werden. „Zu Hause habe ich erst mal geübt, bis ich technisch alles draufhatte. Dann habe ich bei den Clubs nachgefragt, wo ich etwas bekomme.“ Zehn Jahre lang tourte DJ Maretimo durch die Augsburger Clubs und ganz Europa. „Ich habe teilweise im Flugzeug gelebt. Doch dann habe ich festgestellt: Mit der aktuellen Chartmusik kann ich nichts mehr anfangen. Ich hatte die Nase voll. Und dafür die Liebe zur Lounge- und Chill-out-Musik entdeckt und mein Label gegründet.“

Nach mehr als 25 Jahren in der Musikbranche bezeichnet sich der Augsburger als alten Hasen im Geschäft. Wie das typische Produzenten-Leben aussieht, kann er allerdings nicht erzählen: „Im Prinzip bin ich eine One-Man-Show. Ich bin Verleger, ich bin Label, ich bin Musiker, alles in einem. Das gibt es nur ganz selten.“ Zu seinen Aufgaben gehören: sein Label betreuen, sich um seine Produzenten kümmern und sich neue Konzepte ausdenken. DJ Maretimo beschreibt seinen Alltag: ein Drittel Radiosender, ein Drittel Management und ein Drittel Musik machen. Nach einigen Jahren DJ-Pause geht er seit dem vergangenen Jahr auch wieder auf Tour. Das Technische habe sich sehr verändert, man lege nicht mehr mit Platten, sondern mit dem Computer auf, sagt er. „Aber es gilt immer noch: Die Tanzfläche zeigt, wie gut der DJ ist.“

Das Musikgeschäft ist bretterhart geworden

Sein Geld verdient Michael Maretimo-Baur hauptsächlich über Streaming-Portale, wo man im Internet über eine monatliche Grundgebühr seine Musik hören kann. „Reich bin ich mit meiner Musik nie geworden, aber das war auch nie mein Ziel. Mit der Zeit ist das Musikgeschäft bretterhart geworden, es ist ganz schwer, Geld zu verdienen.“ Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat sich das Musikgeschäft stark verändert. „Ich trauere aber den Platten und CDs nicht hinterher. Die gute alte Zeit – das ist doch Käse. Der Fortschritt geht weiter.“

Heute bedeutet Musik machen für den Gersthofer: am Computer programmieren. In seinem Büro produziert er am Computer mit Software-Instrumenten genauso wie mit Saxofon und Co. Er selbst spielt Keyboard, er arbeitet aber auch mit Sängern und Musikern zusammen. „Ich spiele nicht nach Noten, ich spiele nach Gehör.“

Zusätzlich zur eigenen Musik betreut er von seinem Studio aus ein Team von etwa 25 Produzenten, die für ihn arbeiten und Musik für seine Plattenfirma Maretimo Records produzieren, die seit Neuestem nun auch einen Radiosender mit wöchentlich etwa 20000 Zuhörern hat. Noch. „Es läuft so gut, dass wir ab Juni mit unserem zweiten Radiosender Maretimo House Radio starten.“

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