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Meitingen

30.09.2019

Stahlwerk-Streit in Meitingen: Aiwanger soll schlichten

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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) soll im Streit über die Erweiterungspläne der Lechstahlwerke vermitteln.
Bild: Marcus Merk

Der Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef soll noch heuer an den Lech kommen. Der Politiker setzt auf einen pragmatischen Kompromiss.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) soll im Streit über die Erweiterungspläne der Lechstahlwerke vermitteln. Dieses Vorschlag macht Aiwangers Parteifreund, der Meitinger Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker Fabian Mehrhing. Aiwanger werde noch in diesem Jahr an den Lech kommen, kündigte Mehring in einer Pressemitteilung an.

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Die Münchner Politik haben die Ausbaupläne des Stahlwerks auch ohne Mehrings Vorschlag längst erreicht. Denn die Meitinger Bürgerinitiativen und der Bund Naturschutz wollen Parlament und Staatsregierung mit einer Petition veranlassen, den als Bannwald ausgewiesenen Lohwald zu schützen (wir berichteten).

Es sollen 450 neue Mitarbeiterparkplätze entstehen

Streitpunkt sind die Pläne des Stahlwerks, den Standort in Herbertshofen auszubauen und die Produktion zu erhöhen. Dafür sollen knapp 20 Hektar des als Bannwald geschützten Lohwaldes abgeholzt werden. Das Werk würde sich in Richtung Süden - und somit in Richtung Langweid - ausweiten. Davon unabhängig hat das Unternehmen auch im Norden in Richtung Herbertshofen Wachstumsabsichten. Auf einem 16.000 Quadratmeter großen Areal sollen 450 Mitarbeiterparkplätze entstehen.

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Diese Vorhaben sind nicht nur zwischen Unternehmen und Bürgerinitiativen umstritten. Auch die Meitinger Nachbargemeinden Langweid und Biberbach haben sich gegen die Werkserweiterung in Richtung Bannwald gewandt und wurden dafür von Mehring in der jüngsten Gemeinderatssitzung kritisiert.

Nun sagte der Politiker: „Verantwortungsvolle Politiker sollten sich nicht zum Sprachrohr von Bürgerinitiativen oder Werksleitung machen. Die Aufgabe der Politik ist es stattdessen, zwischen allen berechtigten Interessen zu vermitteln und einen Kompromissvorschlag zu erarbeiten, der Ökologie und Ökonomie zusammenbringt.“

Emissionen hätten sich mehr als halbiert

Es helfe niemandem, den Menschen Angst vor angeblichen Gesundheitsgefahren eines Werks zu machen, dessen Emissionen sich in Wahrheit während der letzten Jahre mehr als halbiert hätten. Er könne sich aber nicht vorstellen, den Erweiterungsplänen des Stahlwerks in ihrer aktuellen Form einfach zuzustimmen. Einen der größten Arbeitgeber der Region einfach abblitzen zu lassen hält er aber für nicht weniger falsch.

Stattdessen setzt der FW-Politiker auf einen pragmatischen Kompromiss. Geht es nach Fabian Mehring, soll in enger Abstimmung mit dem Stahlwerk und Bürgerinitiativen ein Vorschlag erstellt werden, „mit dem Umwelt, Anwohner und Wirtschaft gleichermaßen leben können.“

Deswegen habe er mit Vertretern von Stahlwerk und Bürgerinitiativen gesprochen, deswegen habe er sich an die Minister Aiwanger und Thorsten Glauber (Umwelt, ebenfalls freie Wähler) gewandt.

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