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Meitingen

17.07.2019

Unternehmer-Porträt: Martin Klapkas besonderer Blick auf die Füße

Martin Klapka kombiniert sein Wissen als Orthopädietechnikermeister mit den modischen Ansprüchen seiner Kunden. Nach dem Vermessen der Füße mithilfe des 3D-Scanners werden so individuelle Fußbetten gefertigt, die optisch individuell gestaltet werden können.
Bild: Foto: Steffi Brand

Plus Der 56-jährige Geschäftsführer ist ein Teilzeit-Lechtaler. Warum seine Arbeit für ihn ein Traumjob ist.

Martin Klapka, der Geschäftsführer der Propedes Klapka GmbH, ist Teilzeit-Lechtaler. Unter der Woche verbringt er seine Zeit in Meitingen, dort befindet sich der Hauptsitz seines Unternehmens. An den Wochenenden lebt er in Schäftlarn bei München mit seiner Ehefrau und seinen Töchtern. Richtig weit weg von der Welt der Schuhe ist er auch dort nicht, denn in Schäftlarn betreibt Ehefrau Brigitte, die er in der Meisterschule kennengelernt hat, ein Schuhfachgeschäft, eine Filiale der Propedes Klapka GmbH. Diese ist deutlich älter als der Meitinger Hauptsitz und hat etwa 100 Jahre auf dem Buckel.

„Ein ganz normales Schuhgeschäft ist es natürlich nicht“

Klapka selbst stammt ursprünglich aus Nordendorf. Ansässig ist der Orthopädieschuhtechnikermeister in Meitingen heuer bereits seit 30 Jahren. In der Donauwörtherstraße eröffnete er im Jahr 1989 sein erstes Geschäft auf etwa 70 Quadratmetern Ladenfläche. 1999 zog das Unternehmen an den heutigen Firmensitz in die Hauptstraße und wurde umfirmiert in die Pro- pedes Klapka GmbH. Dort erstreckt sich das Unternehmen heute auf 700 Quadratmetern Laden- und Werkstattfläche. 26 Mitarbeiter gehören aktuell zum Propedes-Team, etwa ein Drittel davon sind Mitarbeiter der ersten Unternehmensstunde. Im Jahr 2002 wurde das Unternehmen um das Sanitätshaus und den Reha-Service Bereich erweitert, in dem Klapkas Neffe, Thomas Christi, verantwortlich ist. Seine Kunden, die vornehmlich aus Meitingen und Umgebung stammen, finden in der Hauptstraße vier Leistungsbereiche: ein Schuhgeschäft, ein Sanitätshaus, die Orthopädieschuhtechnik und den Reha-Service. Der 56-Jährige gibt zu: „Ein ganz normales Schuhgeschäft ist es natürlich nicht.“ Stattdessen handelt er mit Schuhen im Komfortbereich. Einen Mehrwert bietet die Anbindung an die orthopädische Schuhtechnik. Beide Bereiche sind aber voneinander unabhängig.

Gesunde Schuhe dürfen auch modisch aussehen

Kombiprodukte gibt es dennoch – und damit zeigt der Unternehmer, dass gesunde Schuhe modisch aussehen dürfen. Passend zum Sommer gibt es maßgefertigte Zehenstegpantoletten, die als Glabbal bezeichnet werden. Was die Glabbal aus dem Hause Klapka vom Standardmodell unterscheidet, ist vor allem die Individualität. Mithilfe des 3-D-Scanners wird der Fuß vermessen, so entsteht ein individueller Fußabdruck. Das Design von Schaft, Fußbett und Laufsohle darf jeder Kunde selbst auswählen. Wem es an der Vorstellungskraft mangelt, der kann dafür einen Online-Konfigurator nutzen, der unter glabbal.com zur Verfügung steht. Anschließend wird der Schuh in der Werkstatt im Obergeschoss direkt maßangefertigt. Nach einem ähnlichen Baukasten-Prinzip lässt das Propedes-Team auch die sogenannten Handmacher-Businessschuhe nach Maß fertigen.

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Die Kreativität und die Verantwortung, die Klapka gegenüber seinen Produkten, Dienstleistungen und damit auch seinen Kunden gegenüber trägt und lebt, ist das, was seinen Job für den 56-Jährigen zum Traumjob macht. „Die Probleme meiner Kunden zu lösen und ihnen damit eine bessere Lebensqualität zu bescheren, das ist mein Ansatz“, erklärt der Unternehmer. Allerdings sind immer weniger Menschen dieser Meinung, kann Klapka beobachten, wenn er auf der Suche nach geeignetem Fachpersonal ist. Doch auf ein großes, sprunghaftes Unternehmenswachstum legt Klapka ohnehin keinen großen Wert. Lieber wünscht er sich ein gesundes Wachstum für seinen Betrieb.

Wie sieht die Zukunft des Geschäfts aus?

Und wie sieht die Zukunft für den Betrieb aus? Klapka selbst ist einst in die Fußstapfen seines Vaters getreten, der gelernter Schuhmacher war. Seine Töchter streben ebenfalls einen handwerklichen Beruf an – Tochter Marlene ist bereits ausgelernte Raumausstatterin, die 18-jährige Johanna strebt den Eltern nach und macht aktuell eine Ausbildung zur Orthopädieschuhtechnikerin in München. Wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat, danach den Meisterbrief macht und genügend Berufserfahrung gesammelt hat, könnte sie irgendwann in die GmbH einsteigen. „Man wird sehen“, erklärt der 56-Jährige.

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