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Aystetten

15.04.2019

Vor Ostern: Beten ohne Unterlass

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Nachts ist die Stimmung im Gebetsraum besonders eindrucksvoll. Die Gläubigen können ihre persönlichen Anliegen einbringen oder sich an den Stücken verschiedener Musikgruppen freuen.
Bild: Marcus Merk

Passionszeit bedeutet auch, an die eigenen Grenzen gehen. In Aystetten treffen sich in dieser Zeit Christen, um 24 Stunden am Stück zu beten. Es geht um Persönliches und ums Zusammenkommen

Für Josef Dick ist es ein Zeichen des Aufbruchs und der Rückkehr zu alten Traditionen. Zum dritten Mal gibt es in diesem Jahr in der Pfarrei Aystetten ein 24-stündiges Gebet. Josef Dick war wieder dabei, wie jedes Jahr. „Dass es das 24-stündige Gebet in unserer Pfarrei nun schon seit drei Jahren gibt und von den Verantwortlichen mit so viel Herzblut organisiert wird, das könnte so ein Aufbruch sein. Darum will ich es gerne unterstützen“, sagt er. Davon gehe eine Kraft aus. „Das brauchen wir doch alle“, so Josef Dick.

Seit drei Jahren wird in der Fastenzeit unter dem Motto „Betet ohne Unterlass“ in Aystetten 24 Stunden lang durchgebetet. Begonnen hat die besondere Aktion am Samstag um 11.30 Uhr mit einer Andacht und der Aussetzung des Allerheiligsten durch Kaplan Solomon Essiet, musikalisch gestaltet vom Aystetter Kirchenchor. Direkt im Anschluss wurde den ganzen Tag und die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag in der mit Kerzen beleuchteten Unterkirche der Pfarrkirche Aystetten gebetet.

Die Idee zum Langzeitbeten gibt es nicht nur in Aystetten

Die Idee des Langzeitbetens gibt es nicht nur in Aystetten. In Augsburg gibt es sogar ein Gebetshaus, dass jeden Tag im Jahr 24 Stunden lang geöffnet hat. Dort kommen verschiedene Konfessionen zusammen. Den Initiatoren in Augsburg geht es um eine charismatische Erneuerung der katholischen Kirche.

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In St. Martin in Aystetten geht es zudem um das Zusammenkommen. In den einzelnen Zeitabschnitten des Betens wurden verschiedene Gebetsformen angeboten, wie eine Marienandacht der Marianischen Kongregation aus Täfertingen, Rosenkranzgebete der Aystetter Gebetsgruppe oder Lobpreisgesänge mit Livemusik von Marina Igelspacher und ihrer Lobpreis-Gruppe.

Auch das Männer-Team der Pfarreiengemeinschaft Neusäß/Kobel hat sich unter dem Titel Real men love Jesus mit eingebracht. Klingende Gebete, Livemusik und Gedankenimpulse waren am Samstagmittag mit der Taizégruppe des ökumenischen Taizéteams aus Neusäß und Samstagabend mit den Instrumentalistinnen und Sängerinnen der Gruppe Somesing aus Zusmarshausen sowie dem Frauenensemble Chorissima aus Aystetten mit starken Stücken geboten.

Kinder und Jugendliche nehmen auf ihre Art am Gebet teil

Auch die Kinder und die Jugendlichen hatten jeweils eine eigene Stunde zur Gestaltung. Das Kindergottesdienstteam aus Aystetten führte die Kinder durch die Feste des Jahreskreises und die Jugendgruppe Crossroads gestaltete ihren Teil unter dem Titel: Jugend betet! Auch gab es wieder Gebetszeiten für verschiedene Anliegen, wie etwa Gebete für Kranke, für geistliche Berufe und für Verstorbene. Auch Zeit für die Anbetung in Stille kam in dieser Nacht nicht zu kurz.

Traditionelle katholische Riten wie die Abendvesper mit der Männer-Schola Aystetten, das Laudes am Morgen mit Pfarrer Wolfgang Kretschmer und das Nachtgebet Komplet mit Pfarrer Georg Hein-loth bildeten Schwerpunkte in dieser langen Gebetsnacht. Während aller Gebetszeiten konnten Anliegen und Fürbitten geschrieben und abgegeben werden. Die 24-stündige Aktion endete mit einer Messe in der Oberkirche.

Mit dieser Form der Anbetung die der damalige Mesner Alexander Durz ins Leben gerufen hat, soll noch einmal Luft geholt werden, für das Durchhalten bis Ostern. Insgesamt mehr als 300 Gläubige waren gekommen. „Wir vom Pfarrgemeinderat Aystetten freuen uns, dieses Jahr waren es rund hundert Besucher mehr, als letztes Jahr. Es spricht sich herum. So ein vielfältiges Angebot in der Fastenzeit gibt es nicht so oft. Jeder kann die für ihn passende Zeit kommen und teilnehmen, das wird von den Leuten gerne angenommen“, so Markus Hilpert vom Pfarrgemeinderat Aystetten.

Die Stimmung ist das Besondere an diesem Tag

Und auch Besucherin Anna Wengert aus Neusäß berichtet, „Ich komme gerne zum 24-Stunden-Gebet wenn es schon dunkel ist, die Lichter in der Kirche verbreiten eine sehr andächtige Stimmung.“ Chorleiterin Petra Häring aus Aystetten ist jedes Jahr dabei: „Dass wir Sängerinnen von Chorissima sehr gerne beim 24-Stunden-Gebet mitwirken, liegt an der ganz besonderen Atmosphäre, die in diesen Stunden in der Unterkirche von St. Martin zu spüren ist. Das Kerzenlicht entführt die Anwesenden in eine meditative Grundstimmung. Wir haben freie Gestaltungsmöglichkeiten und nutzen dies für lebensnahe Gebete und textstarke Lieder. Es bereitet uns Freude, wenn wir dadurch die Menschen in ihrer aktuellen Lebensphase erreichen können.“

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