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Gemeinderat

16.06.2017

Warum ein kleineres Becken zum Hochwasserschutz reicht

Neue Computermodelle zeigen Neuigkeiten für Diedorf. Es geht um das Anhauser Tal

Die Marktgemeinde Diedorf geht ihr bislang größtes Projekt zum Hochwasserschutz an. Bei Webers Brünnele im Anhauser Tal, einige hundert Meter hinter dem Ortsende von Anhausen, soll ein Rückhaltebecken mit einem Inhalt von 300000 Kubikmetern Fassungsvermögen entstehen. Der Gemeinderat hat sich auf seiner jüngsten Sitzung dazu entschieden, eine detaillierte Planung in Auftrag zu geben. Die könnte, über den Zweckverband Gewässer III. Ordnung, alle kritischen Gebiete des Anhauser Bachs ab Großaitingen umfassen.

Schon absehbar ist aber, dass der Schwerpunkt des Hochwasserschutzes am Anhauser Bach südlich von Anhausen liegen wird. Überraschendes hatte dabei Fachingenieur Michael Spannring vom Büro SKI in der Gemeinderatssitzung zu berichten: Weil die Planung zu dem Becken bereits mehrere Jahre alt ist, sei es zunächst mit neuen Computerprogrammen, die weitere und genauere Parameter einbeziehen, neu berechnet worden. Das Ergebnis: Das Rückhaltebecken muss nicht mehr 500000 Kubikmeter Wasser fassen können, um der Marktgemeinde einen angemessenen Hochwasserschutz garantieren zu können, sondern fast die Hälfte weniger. Das sei schon allein aus Gründen des Umweltschutzes erfreulich, so Diedorfs Umweltfachfrau Anna Röder auf der Sitzung.

Der zuständige Vertreter des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth für den südlichen Landkreis Augsburg, Joachim Häusler, erläuterte die Vorteile der neuen Berechnungsmethoden. „Möglicherweise ergeben sich Vorteile für die Kommunen“, wie auch in diesem Fall. „Im schlechtesten Fall wird zumindest der eingeschlagene Weg bestätigt.“ Als Daseinsvorsorge könne man auf den Hochwasserschutz nicht verzichten. Dieser Ansicht ist auch Bürgermeister Peter Högg. In Diedorf müssen nicht allein die Wohngebiete vor Hochwasser geschützt werden, sondern auch die tiefer liegende Bundesstraße 300 sowie die Bahnlinie. Beim bislang verheerendsten Hochwasser in der Gemeinde vor genau 15 Jahren, bei dem auch drei Menschen starben, war die B300 in Richtung Gessertshausen nicht mehr passierbar. „Auf den Schutz können wir nicht verzichten“, so Bürgermeister Högg. Obwohl zugegebenermaßen das Unwetter vom Juni 2002 ein Ereignis war, das seltener als ein Jahrhundertunglück war, wie Joachim Häusler sagte.

Er hatte zumindest gute Nachrichten, was die Fördermöglichkeiten des Beckens betrifft. Voraussichtlich liegt der Fördersatz bei rund 75 Prozent. Er ist unter anderem so hoch, weil der Bauherr mit dem Zweckverband Gewässer III. Ordnung eine interkommunale Einrichtung sein wird. Übrigens liegt auch das zweitgrößte Rückhaltebecken im Bereich von Diedorf im Anhauser Tal. Es ist das 180000 Kubikmeter fassende Bauwerk am Engelshofer Bach. (jah)

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