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Betreuung

09.07.2020

Wohin mit den Kindern im Sommer?

Viele Kindergärten haben in den Ferien geschlossen.

Plus Als die Kitas geschlossen waren, haben viele Eltern ihren Urlaub aufgebraucht. In den Ferien haben viele Einrichtungen aber zu. Wie reagieren die Kommunen?

In diesem besonderen Jahr kann die Ferienzeit Eltern von jüngeren Kindern auch Angst machen – dann nämlich, wenn der Kindergarten oder die Krippe im August schließen – der eigene Urlaub aber nach der Schließzeit zu Beginn der Corona-Krise bereits aufgebraucht ist. Reagiert hat deshalb der katholische Kindergarten Herz Mariä in Diedorf. Leiterin Claudia Schweyer teilt mit, dass in diesem Jahr nur eine Woche im August komplett geschlossen ist. In der übrigen Zeit gebe es einen eingeschränkten Betrieb unter Corona-Auflagen.

Für Diedorf ist das Angebot nicht unüblich. Die kommunale Kindertageseinrichtung Villa Kunterbunt arbeitet bereits seit Jahrzehnten nach diesem Muster: Geschlossen wird im August nur für einige Tage, an denen das Personal Fortbildungen hat und gründlich geputzt wird. Doch das ist nicht überall im Landkreis so. Im August schließen viele Einrichtungen, oft mit dem Argument, dass in dieser Zeit die Kinder ohnehin zu Hause bei den Eltern sind. Dieses Jahr ist der Urlaub aber bei manchen Arbeitnehmern schon aufgebraucht. Nicht alle Kindergärten können es den Eltern so einfach machen wie der in Diedorf, obwohl vielfach die Schließzeit reduziert wurde, teilt das Landratsamt mit. Meist würden sie für zwei oder drei Wochen schließen. Allerdings böten einige Kitas oder Kommunen eine einrichtungsübergreifende Ferienbetreuung an.

Auch die Kindergärten brauchen Urlaub

Auch die Kindergärten brauchten Urlaub. Für Notbetreuungen in der Corona-Zeit mussten manche durcharbeiten, die Belastung sei sehr unterschiedlich gewesen, so die Aussage von Holger Klug, Geschäfts- und Fachbereichsleiter in Stadtbergen. Die Schließung sei aber nicht nur dem Personal geschuldet, sondern auch den Kindern. Denn die Kindergärten hätten auch einen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Es gehe nicht nur um die Betreuung. Der Qualitätsstandard könne bei Personalmangel nicht garantiert werden. Nur mit ausgebildeten Arbeitskräften wären die individuellen Bildungskonzepte der Einrichtungen tragbar. Deshalb würde man auch Studierende oder sonstige nicht ausgebildete Hilfskräfte für die Sommerbetreuung nicht in Betracht ziehen, erklärt Klug.

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In Stadtbergen würden einige Kindergärten eine durchgängige Betreuung anbieten, die meisten würden jedoch bis zu drei Wochen im August schließen. Klug sagt, dass in den letzten Jahren zwar eine Sommerbetreuung während der Schließzeiten angeboten worden sei, die Nachfrage aber so gering gewesen sei, dass das Angebot letztes Jahr abgeschafft worden war.

In Meitingen haben Kindergärten nur eine Woche zu

In Meitingen sieht das anders aus. Hier haben sich die Kindertagesstätten größtenteils darauf geeinigt, diesen August drei Wochen lang zu öffnen. Nur die letzte Augustwoche würden sie schließen, um alles reinigen zu können. Während der Corona-Zeit habe es hier keine Notbetreuung gegeben, und die Mitarbeiter hätten Überstunden abbauen können. Die Situation des Personals ist also ähnlich wie die der Eltern: Es gibt diesen Sommer keinen Urlaub nach Corona.

In Neusäß schließen die städtischen Kindergärten ab dem 24. Juli für vier bis fünf Wochen. Die Eltern seien allerdings gefragt worden, wer eine Notbetreuung benötige. Diese sei jetzt für zwei Wochen eingerichtet worden, vom 10. bis zum 21. August. Die angemeldeten Kinder sollen dann in einer Einrichtung gemeinsam betreut werden. Kinder aus nicht städtischen Kindergärten könne die Stadt Neusäß dieses Jahr aber nicht betreuen, da es für diese Zeit keine Erzieher gebe. Für die Betreuung von Kindergartenkindern sei professionelles Personal zwingend notwendig.

Neusäß sucht noch nach Studenten

Mithilfe von Studierenden und Personal der Mittagsbetreuung gebe es aber eine Ferienbetreuung für Grundschulkinder, für die die Stadt Neusäß noch Personal suche. Wer mindestens 18 Jahre alt ist und schon ein wenig pädagogische Erfahrung hat, könne sich bis 15. Juli über sozial@neusaess.de bewerben für die letzte Ferienwoche (31. August bis 5. September).

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