Kurt Forner war bis 2011 Geschäftsführer des Güterverkehrszentrums Region Augsburg (GVZ). Seit über 30 Jahren ist er mit dem Projekt verbunden. „Ich verfolge alles mit größtem Interesse“, erzählt Forner. Daher ist er am Freitag zu einer Veranstaltung anlässlich des bundesweiten Tags der Schiene zurückgekommen. Zu dieser haben verschiedene Logistikfirmen auf das Gelände des GVZ eingeladen. Früher sei die ganze Fläche noch freies Feld mit 32 verschiedenen Eigentümern gewesen. Was daraus entstanden ist, erfülle ihn mit Stolz. „Es wurden gute Lösungen gefunden, obwohl es immer wieder Schwierigkeiten mit der Bahn gegeben hat“, erzählt er.
Auf einer Fläche zwischen Gersthofen, Neusäß und Augsburg, die so groß wie 150 Fußballfelder ist, entsteht das Güterverkehrszentrum Region Augsburg. In dem Logistikzentrum arbeiten 20 verschiedene Firmen zusammen, um den Transport von Gütern über verschiedene Verkehrsmittel zu organisieren. Mit der Veranstaltung wollen die Firmen mit den Kunden ins Gespräch kommen und mehr Sichtbarkeit zeigen, erklärt Claudia Stockhaus vom Logistikunternehmen Hellmann und zeigt sich optimistisch: „Das Wetter ist gut und wir hatten schon schöne Gespräche.“ Hellmann führe unter anderem Transporte auf der Schiene durch und erhoffe sich vom GVZ eine eigene Linie von Augsburg in den Norden.
Die Anwohner des Güterverkehrszentrums sind interessiert
Zufrieden ist auch Wilhelm Beck, der unmittelbarer Anlieger ist. „Ich wohne direkt dort, wo die Gleise verlegt werden“, erzählt er. Außerdem arbeite er seit 1971 bei der Bahn. Da habe ihn das Projekt einfach interessiert und er sei vorbeigekommen. „Die Informationen waren gut“, stellt er fest. Ebenfalls Anwohnerin ist Barbara Zimmermann aus dem Bärenkeller. „Mich interessiert, was hier los ist, deshalb komme ich jedes Jahr vorbei“, sagt sie.
Die Menschen informieren will Franziska Kaiser. Sie ist Projektkommunikatorin bei der Deutschen Bahn. In erster Linie seien es Anwohnerinnen und Anwohner, die vorbeikämen, um mehr über das Projekt des GVZ zu erfahren. „Wir wollen den Menschen die Schiene als typischen Umschlagort näher bringen und zeigen, was die Logistik mit der Schiene kann“, erklärt sie. Die klimafreundliche Schiene sei wichtig für die Verkehrswende. Auf verschiedenen Projektoren zeigt Kaiser den Interessierten Bilder von der Lage des Güterverkehrszentrums oder vergleichende Zahlen mit dem alten Güterumschlagplatz in Augsburg Oberhausen. „Das neue Umschlagterminal kann die dreifache Menge an Gütern bewegen“, erklärt sie.
Das GVZ in Augsburg ist eng mit dem Hafen in Hamburg verbunden
Der Bahnhof in Augsburg Oberhausen sei einfach zu klein für den Gütertransport auf der Schiene, erklärt Karin Lengenfelder vom Hamburger Hafen: „Ein normaler Güterzug von etwa 770 bis 780 Metern passt da nicht rein und muss immer zuerst geteilt werden.“ Im neuen Terminal soll das kein Problem mehr sein. 74 Prozent der Güter, die zwischen Bayern und den Häfen transportiert werden, laufen über die Schiene. „Der Anteil soll auch noch erhöht werden, um die Straßen zu entlasten und weil es einfach klimafreundlicher ist“, erklärt sie. Augsburg sei ein Zielgebiet für den Hamburger Hafen und viele Exporte aus der Region würden über den Hafen in andere Länder verschifft.