Zusmarshausen

08.08.2019

Aus der 3. Liga in die Kreisliga

Der ehemalige Junioren-Nationaltorhüter Raif Husic fängt künftig für seinen Heimatverein TSV Zusmarshausen. Beim ersten Training begrüßten ihn der Sportliche Leiter Reinhard Brachert (links) und Torwarttrainer Matthias Voss.
Bild: Helmut Deger

Wie der Fast-Absteiger TSV Zusmarshausen zu einem ehemaligen Junioren-Nationaltorhüter kommt

Bei diesem Transfer macht die Fußball-Welt große Augen: 18 Mal trug der ehemalige Junioren-Nationaltorhüter Raif Husic von der U15 bis zur U19 den Bundesadler auf der Brust, in Zukunft wird das Wappen des TSV Zusmarshausen das Trikot des 23-Jährigen zieren. Der Torhüter wechselt vom Regionalligisten SV Wacker Burghausen zum Augsburger Kreisligisten, der am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison dem Abstieg gerade noch von der Schaufel gesprungen ist. „Ein Glücksgriff! Wir freuen uns brutal!“, sagt Reinhard Brachert, der vor Saisonbeginn vom FSV Wehringen als Sportlicher Leiter an die A8 zurückkehrte.

Auch Raif Husic hat Zusmarshauser Wurzeln. Er ist hier geboren und hat beim TSV die ersten fußballerischen Schritte gemacht. Im Jahr 2010 wechselte er in die Jugendabteilung des FC Augsburg, in der er zwei Jahre lang spielte. 2012 verpflichtete ihn der FC Bayern München. Husic er spielte für dessen Nachwuchsmannschaften der Altersklassen U17 und U19. In der Saison 2013/14 stand er bei acht Punktspielen für die zweite Mannschaft des FC Bayern München im Tor und trug damit in der viertklassigen Regionalliga Bayern zum Meisterschaftsgewinn bei.

Zum Saisonende 2013/14 saß Raif Husic wegen Verletzungen der Torhüter Manuel Neuer und Tom Starke sogar mehrere Spiele auf der Ersatzbank der Profis. Dann wechselte er zu Werden Bremen. Von 2014 bis 2016 gehörte er dem Kader der zweiten Mannschaft der Norddeutschen an, für die er 13-mal in der Regionalliga Nord zum Einsatz kam. Zur Saison 2016/17 verpflichtete ihn der Drittligist VfR Aalen. Am 20. Mai 2017, dem letzten Spieltag) kam er bei der 0:1-Niederlage im Auswärtsspiel gegen seine ehemalige Mannschaft, die Zweitvertretung von Werder Bremen, zu seinem Profi-Debüt. Nach dem Abstieg des VfR im Sommer 2019 wurde Husics auslaufender Vertrag nicht mehr verlängert.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Der Torhüter bosnischer Abstammung wollte es beim SV Wacker Burghausen noch einmal wissen. Im Rahmen der Vorbereitung genügten seine Trainingsleistungen jedoch nicht und er wäre lediglich als dritter Torwart in die Saison gegangen. Als Konsequenz daraus löste Husic seinen Vertrag mit Wacker wieder auf, um sich auf seinen beruflichen Werdegang außerhalb des Fußballs konzentrieren zu können.

„Wir hatten das mit Raif von Beginn an so vereinbart. Er wollte versuchen, ob er nach langer Zeit ohne Spielpraxis noch mal das Level erreicht, um weiter professionell Fußball spielen zu können. Das hat nicht wie erhofft geklappt, deswegen haben wir in beiderseitigem Einvernehmen den Vertrag aufgelöst“, erklärt Burghausens Teammanager Karl-Heinz Fenk.

Als Reinhard Brachert, davon hörte, dass Raif Husic vereinslos ist, hat er über dessen Bruder, der in Zusmarshausen wohnt, den Kontakt hergestellt. „Spaßeshalber“, wie Brachert sagt. Doch aus Spaß wurde Ernst. Raif Husic meldete sich bei Brachert. „Und dann hat sich alles ganz schnell ergeben“, sagt der. Am Dienstag war der 1,90 Meter große Keeper zum ersten Mal im Training. „Er hatte wohl die Schnauze voll von den Negativerlebnissen und wollte wieder näher zu seiner Familie, die in Neusäß wohnt“, vermutet Brachert, dass die Entscheidung zu Gunsten des TSV Zusmarshausen eher familiäre Gründe hatte. „Außerdem können wir eine tolle Anlage bieten, nachdem die Aufwandsentschädigung schon minimal ausfällt“, lacht Brachert. Ziel sei es jetzt, den Keeper möglichst lange in Zusmarshausen zu behalten, wo er mit einigen seiner neuen Mitspieler schon zu Kindergarten-Zeiten gekickt hat.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren