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Augsburg

05.11.2019

2020 wird die Universität Augsburg 50

Die Universität Augsburg ist in den vergangenen 50 Jahren stark gewachsen. Das Luftbild zeigt den Campus mit seinen Gebäuden von oben. Sie bieten Raum für acht Fakultäten, 20 000 Studierende und 4000 Mitarbeiter.
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Die Universität Augsburg ist in den vergangenen 50 Jahren stark gewachsen. Das Luftbild zeigt den Campus mit seinen Gebäuden von oben. Sie bieten Raum für acht Fakultäten, 20 000 Studierende und 4000 Mitarbeiter.
Foto: Fred Schöllhorn

Warum die Uni Augsburg trotz ihres fortgeschrittenen Alters vergleichsweise jung ist. Die „Geburtsstunde“ sorgte für eine Überraschung. Die Entwicklung ist rasant.

Für die Universität Augsburg gab es schon öfter Überraschungen von historischer Tragweite. Einer dieser Momente war, als der frühere Ministerpräsident Horst Seehofer im Goldenen Buch der Stadt ankündigte, Augsburg werde eine Unimedizin bekommen. Ein anderer historischer Moment war die Geburtsstunde der Universität vor fast 50 Jahren.

1970 ging die sogenannte „Reformuniversität“ in Augsburg an den Start. Damals musste alles sehr schnell gehen, wie im Universitätsarchiv nachzulesen ist. Auch wenn sich die Entwicklung angedeutet hatte, kam die Ankündigung des bayerischen Kultusministers Ludwig Huber im Herbst 1969 für viele überraschend: Zum 1. Januar 1970 sollte eine Universität in Augsburg errichtet werden. Der Vorlesungsbetrieb im Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachbereich sollte bereits im Herbst 1970 beginnen. Das Gründungsgesetz datiert vom 18. Dezember 1969.

Es gab ein "Ersatz-Angebot" für die Medizin

Zuvor waren immer wieder Versuche einer Universitätsgründung in Augsburg gescheitert. Den Durchbruch brachte erst die Phase der Bildungsexpansion in den 1960er und 1970er Jahren. Zwar wurde der Beschluss des Bayerischen Landtags aus dem Jahr 1962, in Augsburg eine Medizinische Akademie zu errichten, Jahrzehnte lang nicht verwirklicht. Stattdessen wurde eine zweite Medizinische Fakultät in München begründet. Das „Ersatz-Angebot“ für Augsburg war stattdessen eine moderne wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Hochschule nach dem amerikanischem Vorbild einer Business School . In der Industriestadt fand dies gleich großes Interesse. Zur Unterstützung der Pläne konstituierte sich 1966 ein „Schwäbisches Hochschulkuratorium“ in Augsburg. Diesem gehörten zahlreiche Vertreter und Honoratioren aus Politik, Wirtschaft und Kultur an. Aus dem Kuratorium ging 1969 die „Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg“ hervor, die das Projekt unterstützte.

Am 12. Juli 1966 beschloss der bayerische Landtag zunächst die Gründung einer Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Hochschule. Deren Konzept hatte der Münchener Ordinarius für Vergleichende Betriebswirtschaftslehre, der gebürtige Niederländer Louis Perridon, formuliert. Während aber die Planungen und Vorbereitungen für die neue Hochschule liefen, war wieder alles anders: Es ergaben sich im Zuge der Neugliederung des Hochschulwesens im Freistaat plötzlich ganz neue Perspektiven. Sie ließen nun doch eine Universitätsgründung in Augsburg in greifbare Nähe rücken.

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Hier war die Universität Augsburg noch eine Baustelle. Die historische Aufnahme stammt etwa aus den Jahren 1974/1975.
Foto: Fred Schöllhorn

Auf der einen Seite gab es Bestrebungen, die Lehrerbildung in die Universitäten zu integrieren. Für die Pädagogische Hochschule Augsburg bot sich nun die Möglichkeit, als Fakultät einer neu zu gründenden Universität Augsburg angegliedert zu werden. Unterstützt wurden die Augsburger Universitätspläne auch durch Wünsche des damaligen Bischofs Josef Stimpfle. Er wollte die wissenschaftliche Ausbildung der Priesteramtskandidaten weiterhin innerhalb seiner eigenen Diözese sicherstellen und daher die Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen als eigene Katholisch-Theologische Fakultät in Augsburg neu errichten.

Uni Augsburg sollte Entlastung für München bringen

Darüber hinaus existierten Pläne für ein reformiertes Jura-Studium. Auch dafür bot sich die Neugründung einer Universität an. Außerdem platzten damals mehrere Fakultäten der Universität München wegen der großen Studentenzahl aus allen Nähten. Auch das ließ im Kultusministerium den Plan reifen, im nahe gelegenen Augsburg Entlastung für die betroffenen Studiengänge zu schaffen.

In den 50 Jahren seit ihrer Gründung hat die Universität Augsburg eine enorme Entwicklung durchlaufen: von anfangs einem Fachbereich – den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 253 Studierenden – zu nunmehr acht Fakultäten, 20 000 Studierenden und 4000 Mitarbeitern. Mittlerweile ist die früher oft belächelte „Provinzuni“ Augsburg fest in der bayerischen und deutschen Bildungs- und Forschungslandschaft etabliert.

Kürzlich hat die Universität für eine weitere Überraschung gesorgt. Sie wurde vom internationalen „Shanghai-Ranking“ erstmals unter den 1000 besten Universitäten der Welt gelistet. Auch damit sei ein wichtiger Schritt geschafft, heißt es. Unipräsidentin Sabine Doering-Manteuffel kündigte an, diesen Weg in den kommenden Jahren weiterzugehen. Dabei werde sich die Universität auf den Ausbau der Schwerpunkte Lebenswissenschaften, Medizininformatik, Gesundheit und Umweltwissenschaften, Materialwissenschaften und Ressourcen, Space and Time Sciences, Eco System Sciences, Nachhaltige Regionalentwicklung sowie Gesellschaft, Geschichte, Ökonomie und Recht konzentrieren.

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