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Augsburg

11.11.2019

Anzeige gegen Jurca: Das steckt hinter dem Zwist in der Augsburger AfD

Zoff in der AfD: Markus Bayerbach (links) und Andreas Jurca liegen jetzt im Clinch.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Hauskrach in der AfD in Augsburg: Der Landtagsabgeordnete Markus Bayerbach wirkt isoliert. OB-Kandidat Andreas Jurca gewinnt an Einfluss.

Dass es in der AfD in Augsburg rumort, hatte sich bereits länger abgezeichnet. Festzumachen war der parteiinterne Zoff, als bekannt wurde, dass Landtagsabgeordneter Markus Bayerbach nicht auf der Stadtratsliste seiner Partei steht. Dabei ist Bayerbach das bekannteste Gesicht der rechtspopulistischen Partei. Bei der Kommunalwahl ist nun aber Oberbürgermeisterkandidat Andreas Jurca der führende Kopf. Er führt auch die Liste mit den 60 Kandidaten an.

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Nun wurde bekannt, dass Bayerbach seinen früheren Mitarbeiter Jurca angezeigt hat. Es geht möglicherweise um Volksverhetzung. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen. Wegen des schwebenden Verfahrens äußern sich weder Bayerbach noch Jurca zu Details des Konflikts, der sich auf den anstehenden Kommunalwahlkampf in Augsburg auswirken dürfte.

Bayerbach hat auf Kandidatur für Stadtrat verzichtet

Es ist wohl nicht alleine eine Auseinandersetzung zwischen dem Landtagsabgeordneten und dem OB-Kandidaten. Für Außenstehende drängt sich der Eindruck auf, dass Bayerbach in den eigenen Reihen immer stärker isoliert ist. Dazu trägt bei, dass Bayerbach aus freien Stücken auf eine Stadtratskandidatur verzichtet hat. Denn eigentlich war davon auszugehen, dass der Stadtrat weiterhin in der Kommunalpolitik agiert. Bayerbach war nach der Kommunalwahl 2014 mit drei Mitstreitern der AfD in den Stadtrat eingezogen. Das Trio ist allerdings mittlerweile bei anderen Parteien und Gruppierungen verankert. Thomas Lis ging zu Pro Augsburg, Marc Zander und Thorsten Kunze wechselten zur CSU. Bayerbach vertritt als Einzelkämpfer die Position der AfD im Stadtrat.

Anzeige gegen Jurca: Das steckt hinter dem Zwist in der Augsburger AfD

Bayerbach hatte vor Kurzem über seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik geäußert, dass er sich vom Kreisvorstand nicht genügend eingebunden fühle. Der 56-Jährige war früher auch AfD-Kreischef in Augsburg, dieses Amt hat jetzt Steffen Müller inne. Dieser kommentierte zuletzt die Aussagen Bayerbachs wie folgt: „Wir hatten ihm nach der Kreisvorstandswahl im März, bei der er mit seiner Wiederwahl scheiterte, die Kooptierung in den Kreisvorstand noch am selben Abend angeboten. Er lehnte ab.“ Müller will sich auf Anfrage derzeit nicht zum laufenden Ermittlungsverfahren äußern.

Jurca wechselte den Arbeitsplatz in München

Dem Vernehmen nach muss es wegen der politischen Stoßrichtung schon vor Monaten zu Spannungen zwischen Bayerbach und Jurca gekommen sein. Nach der Landtagswahl im Herbst 2018 hatte der neu gewählte Abgeordnete Bayerbach zunächst Jurca als persönlichen Mitarbeiter gewonnen. Die Zusammenarbeit wurde dann beendet. Jurcas Arbeitsplatz ist allerdings in München geblieben. Er wechselte zum Parlamentarischen Geschäftsführer Christoph Maier. Der Memminger Landtagsabgeordnete gilt als Rechtsaußen. Man kann davon ausgehen, dass zumindest eine gewisse politische Nähe zwischen Maier und Jurca besteht. Unabhängig davon ist zu hören, dass Jurca sich aufgrund der neuen Tätigkeit finanziell verbessert hat. Der Zwist zwischen Bayerbach und Jurca, der jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist, wird das Innenleben der AfD vor Ort bis auf Weiteres belasten, sagen politische Beobachter.

Gerätselt wird, wie der Vorgang um die Anzeige gegen Jurca an die Öffentlichkeit gelangte. Es ist davon auszugehen, dass keiner der beiden Protagonisten ein Interesse hatte, den Fall öffentlich zu machen. Es spricht einiges dafür, dass jemand aus dem Umfeld der AfD-Landtagsfraktion die Dinge ausplauderte.

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