Andreas Kobitz hat es geschafft, er ist zu Hause. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht. Der Augsburger verbrachte zuletzt drei Wochen in Südafrika. Die Rundreise von Johannesburg bis nach Kapstadt sei großartig gewesen, sagt er. Doch kurz vor dem geplanten Rückflug am Sonntag überschlugen sich die Ereignisse: Wegen der neuen, möglicherweise gefährlicheren Corona-Variante Omikron wurde Südafrika kurzerhand zum Virusvariantengebiet erklärt, Kobitz und seine Verlobte mussten wie etliche deutsche Touristinnen und Touristen um ihre Heimkehr bangen. Sie gelang zwar; von weiteren Strapazen blieben die beiden Augsburger aber nicht verschont.
Wegen Corona-Variante Omikron: Südafrika-Touristen buchen um
Geplant war der Rückflug am Sonntag ursprünglich um 9 Uhr, erst rund drei Stunden später hob die Lufthansa-Maschine Richtung München ab. Der Grund: "Offenbar haben in der Kürze der Zeit sehr viele Leute auf diesen Flug umgebucht, weil andere Flüge nach Europa - zum Beispiel von AirFrance - ersatzlos gestrichen wurden", erzählt Kobitz. "Die Schlange beim Einchecken war riesig, weil jeder Passagier neben den üblichen Dokumenten auch einen Testnachweis und die digitale Einreiseanmeldung für Deutschland vorlegen musste." Als die Maschine dann abgehoben sei, habe an Bord eine Mischung aus Erleichterung und Verunsicherung geherrscht: "Wir hatten keine Ahnung, was uns in München erwartet."
Offenbar waren die Behörden vorbereitet. Gleich nach der Ankunft um etwa 23.30 Uhr erklärten Polizeibeamte und -beamtinnen den Fluggästen, was jetzt folgen würde: Zwei Wochen Quarantäne, zuvor aber noch ein verpflichtender PCR-Test für jeden und jede. Allein die Anmeldung dafür habe rund eine Stunde gedauert, danach habe man rund zweieinhalb Stunden am Flughafen auf das Ergebnis warten müssen. Dann meldete das Labor am Flughafen: negativ. Laut Kobitz war dies bei einem anderen Pärchen allem Anschein nach nicht der Fall. "Es sah so aus, als wären sie positiv gewesen. Es kamen Leute von Behörden und Polizei, die sind dann mit den beiden weggegangen."
Mehrere Corona-Fälle im Flugzeug - Augsburger an Bord aber negativ
Allem Anschein nach waren dies nicht die einzigen Fälle. Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstagnachmittag auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, wurden bislang 15 Passagiere des Flugs Corona-positiv getestet. Die Ergebnisse der variantenspezifischen PCR-Untersuchung in Verbindung mit der Reiseanamnese deuteten darauf hin, "dass sich die Personen mit der Omikron-Variante infiziert haben könnten." Gewissheit werde eine Gesamtgenomsequenzierung bringen.
Mehrere Tests, stundenlange Wartezeiten: Augsburger erlebt Strapazen
Da ihr Ergebnis am frühen Montagmorgen negativ war, konnten Andreas Kobitz und seine Verlobte um etwa 4.30 Uhr den Flughafen verlassen. Während Passagiere, die nicht aus der Umgebung von München kamen, zunächst in ein Quarantäne-Hotel mussten, brachte der Flughafentransfer die beiden Augsburger nach Hause. Am Mittwoch werden sie vom Gesundheitsamt erneut PCR-getestet.