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23.03.2014

Bürger wollen naturnahen Lech

Der Lech (hier südlich des Hochablass) soll im bebauten Augsburger Stadtgebiet und im Stadtwald naturnaher gestaltet werden: Unter anderem ist es ein Ziel, das Flussbett zu verbreitern. Besonders in der Stadt wünschen sich die Bürger, dass der Fluss besser zugänglich wird.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Ergebnisse der Umfrage zur Zukunft des Lechs ist eindeutig: Er soll wieder mehr Platz bekommen. Kontroversen gibt es beim Auen- und Weitmannsee

Insgesamt beteiligten sich 4,4 Prozent der Bürger, in Kissing lag die Beteiligung sogar bei 15,4 Prozent. Gemessen an ähnlichen Umfragen sei die Beteiligung hoch, so Ralph Neumeier, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth. „Das deutliche Ergebnis ist: Die naturnahe Gestaltung ist breiter Konsens und in den Köpfen der Leute drin“, so Neumeier. Für 64 Prozent der Teilnehmer ist dies das wichtigste Ziel. Der Lech soll verbreitert werden und Kiesbänke bekommen.

Dass der Lech sich wie vor 150 Jahren wieder durch ein zwei Kilometer breites Flussbett schlängelt, ist nicht realistisch, aber mehr Platz als jetzt könnte er bekommen. Denn durch die Begradigung tieft er sich ein. Sichtbar ist das etwa unterhalb des Hochablasses. Dort ragen inzwischen die Gründungspfähle des alten Holzwehres aus dem Boden, weil Kies weggeschwemmt wird.

Vor allem die Augsburger sehen den Lech als stark eingegrabenen, schwer zugänglichen Fluss. Denn im bebauten Stadtgebiet ist der Lech besonders stark in ein Korsett mit steil abfallenden Ufern eingezwängt. Dementsprechend wollen die Augsburger flachere Ufer, wie sie etwa an der Wertach mit „Wertach vital“ verwirklicht wurden.

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Auch sonst gibt es regionale Besonderheiten. Die Überlegungen des Wasserwirtschaftsamtes, den Auen- und Weitmannsee zu Bestandteilen eines mäandernden Lechs zu machen, stoßen in Kissing und Mering mit bis zu 70 Prozent auf teils massive Ablehnung. Von den Augsburgern könnten hingegen 54 Prozent einer Einbeziehung der Seen etwas abgewinnen. Ein Problem ist aber, dass Kissing seinen Trinkwasserbrunnen nahe am See hat. Würden Deiche zurückverlegt, wäre der Brunnen bei Hochwasser nicht mehr nutzbar. „Das Projekt steht und fällt nicht mit den Seen“, betonte Neumeier. Der Trinkwasserschutz sei „ein starker Belang“.

Differenzierte Meinungen gibt es zum Thema Wasserkraft: Eine Mehrheit von 54 Prozent sagt Nein zu dem geplanten Eon-Kraftwerk an einer Sohlschwelle unterhalb der Lechstaustufe. So eine starke Ablehnung sei untypisch, so Franz Tragner von der Wiener Agentur Tatwort, die für die Umsetzung der Befragung zuständig war. Elf Prozent befürworten aber ein Kraftwerk und 29 Prozent lehnen es nicht ab, wenn die Belange der ökologischen Flussentwicklung Vorrang haben. „Wenn die ökologische Gestaltung Vorrang haben soll, dann ist fraglich, ob das Kraftwerk wirtschaftlich darstellbar ist“, so Neumeier. Mit Auflösung der Sohlschwelle wäre das Gefälle nämlich kleiner. Momentan ruht der Antrag von Eon, wobei der Energiekonzern klar gemacht hat, dass er die Befragung nicht als Bürgerentscheid sieht.

„Es ist ein Stimmungsbild, aber keine Abstimmung“, sagt auch Ralph Neumeier vom Wasserwirtschaftsamt. Die Ergebnisse der Befragung sollen jetzt mit Interessensgruppen, etwa Naturschützern, diskutiert werden. Bis zum Sommer will das Wasserwirtschaftsamt konkretere Pläne ausarbeiten.

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