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Uni Augsburg

02.05.2015

Dealen und Betrug als Studentenjob? Magazin-Beitrag sorgt für Wirbel

Auf dem Campusgelände, und nicht nur dort, sorgt eine satirische Veröffentlichung in einem Studentenmagazin für Gesprächsstoff.
Bild: Alexander Kaya

Wirbel an der Uni Augsburg: Grund sind Tipps im neuen Magazin der Studierendenvertretung. Für die einen ist es Satire, für andere eine Aufforderung zum Gesetzesbruch.

Die Ratschläge sorgen für Diskussionen an der Universität. Thomas Oppel von der Liberalen Hochschulgruppe sieht darin eine „Aufforderung zum Gesetzesbruch“. Auch andere Tipps stoßen ihm auf. So die Idee, Kino- und Konzertkarten per Lastschrift zu bestellen und weiterzuverkaufen und dabei falsche Bankdaten anzugeben. Schnelles Geld verspreche auch der Verkauf von Cannabis, so die Autoren. Dabei sollte der Student das faire Miteinander aber beachten. Mehr als 12 Euro je Gramm seien „asozial“, es sei denn, es handle sich um wirklich gute Qualität.

Georg Obermayer, Vorsitzender des Ring Christlich Demokratischer Studenten in Augsburg sagt dazu: „Es ist durchaus bezeichnend für die Geisteshaltung einiger Köpfe der AStA, ein solches Pamphlet im Namen aller Studenten der Universität Augsburg und mit öffentlichen Mitteln zu publizieren.“ Auch auf der Facebook-Seite der Studierendenvertretung (AStA) gibt es kritische Töne. Der AStA hat das Magazin herausgegeben. Ein Nutzer schreibt dort: „Durch solche Äußerungen schadet ihr Bewegungen, die sich für wirkliche soziale Gerechtigkeit einsetzen! (...) Reflektiert mal euer Handeln.“

Das Heft ist auch bei der Polizei gelandet

Einer der Autoren des Textes kann die Aufregung nicht verstehen. „Die Tipps seien ,existierende Handlungsoptionen’, aber nicht als Handlungsaufforderung zu verstehen“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Seinen Klarnamen will er nicht in der Zeitung lesen. Der AStA kenne diesen, das genüge. Die Idee für diese Geschichte sei ihnen gekommen, als sie darüber diskutierten wie das Studium in der Regelzeit zu schaffen sei, auch wenn man sich nebenher etwas dazuverdienen müsse. Inzwischen ist das Heft auch bei der Polizei gelandet. „Aus unserer Sicht ist die Ernsthaftigkeit nicht gegeben, wir haben es aber an die Staatsanwaltschaft zur Prüfung weitergeleitet“, sagt Polizeisprecher Manfred Gottschalk.

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So schätzt es auch die Unileitung ein, nachdem sie Rat von einem Medienrechtsexperten eingeholt hat. „Der Text ist eindeutig als Glosse identifizierbar und somit durch die Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt“, teilt die Pressestelle mit. Der Verfasser selbst will seinen Text aber nicht als reine Glosse verstanden wissen. „Wir wollten eine politische Debatte über die Sozialkultur an der Universität ankurbeln. Das Studium ist zeitlich sehr vollgepackt und wer keine wohlhabenden Eltern hat, hat ein Problem.“

Verantwortlich für das Magazin ist der stellvertretende Vorsitzende des AStA, Moritz Duchêne. Ziel sei es gewesen, allen Interessierten rund um die Universität eine Plattform zu geben, um Texte zu veröffentlichen. Dies hätten unter anderem die Fachschaft Germanistik und die Hochschulgruppe von Amnesty International genutzt, um ihre Arbeit vorzustellen sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, um die befristeten Anstellungen der wissenschaftlichen Mitarbeiter anzuprangern. „Wir haben alle eingereichten Beiträge veröffentlicht. Es gab weder Vorgaben, noch haben wir die Texte bearbeitet oder gekürzt“, so Duchêne.

Universum Die Texte werden laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Studierendenvertretung, Moritz Duchêne, in den kommenden Tagen im Internet unter http://universum.pink publiziert.

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