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Augsburg

01.08.2019

Die Hintersbergers: Wie eine Familie seit Jahrzehnten in Augsburg mitregiert

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Ein Blick zurück: Beim gemeinsamen Parteitag von CSU und JU am 30. November im Haus St. Ulrich begrüßten Ruth Hintersberger und ihr Vater Johannes Hintersberger die Gäste.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Ihr Großvater war "heimlicher Bürgermeister" von Lechhausen. Vater Johannes Hintersberger sitzt im Landtag. Nun greift Ruth Hintersberger, 35, in Augsburg an.

Die Begeisterung für Politik und das damit verbundene Engagement für die CSU liegt bei Ruth Hintersberger in der Familie: Großvater Fritz Hintersberger war 30 Jahre lang Stadtrat in Augsburg. Er galt zudem als „heimlicher Bürgermeister“ von Lechhausen.

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Fritz Hintersberger starb im März 2005 im Alter von 86 Jahren. Ihr Vater Johannes Hintersberger, 65, ist weit über Augsburg hinaus bekannt. Der CSU-Politiker, der zwölf Jahre lang Wirtschaftsreferent in Augsburg war, gehört seit dem Jahr 2003 dem Landtag an. Zwischenzeitlich war er in zwei Ministerien Staatssekretär. Nun ist davon auszugehen, dass sich der Landtagsabgeordnete im Jahr 2023 aus dem politischen Tagesgeschäft zurückziehen wird.

Für den Stadtrat wird der Vater von fünf erwachsenen Kindern und mehrfache Großvater bei der Kommunalwahl im März 2020 jedenfalls nicht mehr antreten. Vor kurzem hat Hintersberger darüber hinaus den Vorsitz der Augsburger CSU an den Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich abgegeben. Nach achtjähriger Amtszeit trat Hintersberger nicht mehr an. Der Verzicht auf Stadtratskandidatur und CSU-Vorsitz hat eine familiäre Komponente.

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Jetzt hegt nämlich mit Ruth Hintersberger die dritte Generation der Hintersbergers politische Ambitionen. Die 35-Jährige ist jetzt zur stellvertretenden CSU-Bezirksvorsitzenden gewählt worden. Auf der Stadtratsliste steht sie auf dem chancenreichen siebten Platz. Als Vorsitzende der Jungen Union (JU) hatte die Betriebswirtin jedenfalls gute Argumente in eigener Sache.

Die Vater-Tochter-Beziehung hat nicht alle in der CSU gefreut

Die ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung in der CSU war Ende November 2018 bei einer Parteiveranstaltung aufgefallen. Es fand ein gemeinsamer Parteitag von CSU und JU statt. Der damalige CSU-Chef Hintersberger und die JU-Vorsitzende Hintersberger standen zur Begrüßung auf der Bühne. Diese Konstellation wurde jedenfalls bei einigen CSU-Funktionären, so war danach zu vernehmen, sehr kritisch beäugt. Mit Spannung wurde auf die Aufstellung der Stadtratsliste geblickt. Zwei Hintersberger auf vorderen Plätzen seien zuviel des Guten, hieß es vorab. Johannes Hintersberger machte daher Platz für seine Tochter.

Das Interesse für Politik war im Hause Hintersberger stets vorhanden, erinnert sich Ruth Hintersberger: „Ich bin als eines von fünf Kindern mit einer engagierten Ehrenamtsarbeit in Politik, Kirche, sozialen Verbänden und dem Sport meiner Eltern und Großeltern aufgewachsen und damit auch ganz natürlich hineingewachsen.“ Die Themen der Menschen vor Ort seien „damit immer die Themen, die meine Eltern mit nach Hause genommen haben und die auch mit uns diskutiert wurden“.

Der Eintritt in die CSU lag für sie nahe: „Seit fast 20 Jahren bin ich nun aktives Mitglied und auch heute faszinieren mich politische Entscheidungsprozesse und die vielen Erfahrungen, die ich mit ganz unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen machen darf.“ Die Mutter eines Sohnes, die im Uniklinikum tätig ist, betont, dass nicht allein ihr Vater und ihr Großvater prägend gewesen seien: „Auch meine Großmütter und meine Mutter haben mich dahingehend geprägt, dass sich ehrenamtliches Tun am Mitmenschen ausrichtet. Und das ist für mich die wichtigste familiäre Komponente, die ich haben kann, um politisch mitgestalten zu können.“

Ruth Hintersberger hat den Familiennamen behalten

Ruth Hintersberger lebt mit Familie in Lechhausen. Sie ist verheiratet, hat den Familiennamen behalten. Augenzwinkernd meint sie: „Das soll beim ein oder anderen verheirateten Kollegen auch vorkommen.“ Ruth Hintersberger bezeichnet sich „als stolze Lechhauserin“. Im Stadtteil sei sie verwurzelt in der Pfarrei und den Vereinen.

Dinge politisch mitzugestalten, das ist ein Antrieb für die Betriebswirtin. Beim CSU-Nachwuchs sieht sich die Vorsitzende durch das Ergebnis der Neuwahlen bestätigt. Mit mehr als 95 Prozent ist sie im Amt bestätigt worden: „Das großartige Ergebnis zeigt wie stark wir in den letzten zwei Jahren gemeinsam gearbeitet haben. Nur im engen Schulterschluss können wir die jungen Themen auf Stadtteilebene, kommunaler Ebene und Landesebene weiter vorantreiben.“ Die 35-Jährige ist bayernweit die einzige weibliche JU-Bezirksvorsitzende ist. Das Gewicht der Jungen Union wird bei der Kommunalwahl dadurch gestärkt, dass auf der CSU-Liste mit 60 Kandidaten nahezu 30 Prozent im JU-Alter (35 Jahre) sind.

Zu den Zielen der JU-Augsburg sagt die Vorsitzende: „Gemeinsam wollen wir in den nächsten zwei Jahren für die Förderung der Ausbildungsberufe im sozialen Bereich eintreten, moderne Familienpolitik vorantreiben und noch intensiver in den Dialog mit den jungen Augsburgerinnen und Augsburgern treten.“ Stellvertreter im neu gewählten JU-Vorstand sind Thomas Lidel (Oberhausen), Gabriel Georgs (Haunstetten), Philipp Werner (Stadtmitte) und Philipp Huber (Göggingen).

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