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Augsburg

04.12.2019

Diese Augsburger drehen Filme für Porsche, Schöffel und Co.

Zwei junge Augsburger, die mit Werbe-Filmen für große Unternehmen erfolgreich sind: Linus Kirschner (links) und Julius Krebs sind Geschäftsführer von „Urban & Uncut Studios GmbH“.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Zwei Augsburger haben sich mit ihrem Start-up binnen kurzer Zeit einen Namen gemacht. Dass ihnen das gelungen ist, hat auch etwas mit dem richtigen Riecher zu tun.

Das Büro von Urban & Uncut wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. In den hellen Räumen in der Schertlinstraße 19 stehen einige schmucklose Schreibtische im Raum, auf ihnen große Monitore. An den Wänden befinden sich Regale mit Kameraequipment. Und auf einer Seite des Raumes thront auf einer Art Sideboard ein silberglänzender Kaffeeautomat. Nichts ist aufwendig in Szene gesetzt oder sticht besonders ins Auge. Es wirkt ruhig und aufgeräumt. Ganz anders, als man sich als Laie eine kreative Film-Agentur vorstellen würde.

Filmagentur als Alternative zum Studium

Dabei entstehen in den Räumen Werbe-Filme und Social-Media-Kampagnen für große Unternehmen wie Porsche, Mercedes, BMW, den Freistaat Bayern oder die international erfolgreichen Modehändler Schöffel aus Schwabmünchen und Tommy Hilfiger. Geplant, gedreht und geschnitten werden die Filme von Linus Kirschner und Julius Krebs. Die beiden 20 und 21 Jahre alten Augsburger haben ihre Agentur Urban & Uncut im März 2018 direkt nach dem Abitur gegründet und sind binnen weniger Monate voll durchgestartet.

Linus Kirschner ist der Kameramann, Julius Krebs der Kreative und der Mann für den Schnitt. „Diese Arbeit ist unsere Leidenschaft. Das machen wir schon seit vielen Jahren in jeder freien Minute privat. Und weil wir nach dem Abi nicht studieren wollten, haben wir uns überlegt, uns mit der Agentur selbstständig zu machen“, erzählen die beiden. Das Geld für die Gründung hatten sie sich zusammengespart und alles auf eine Karte gesetzt. Offenbar mit Erfolg.

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Kunden wie das ZDF setzen auf Drohnen-Aufnahmen aus Augsburg

Denn mittlerweile hat das junge Start-up vier Festangestellte, freie Mitarbeiter und beschäftigt immer mal wieder Werkstudenten im Praxissemester. Der Umsatz entwickelt sich außerordentlich positiv. Das Bemerkenswerte: Weder Linus noch Julius haben eine entsprechende Ausbildung zum Kameramann oder Cutter gemacht. „Wir haben uns das in Eigenregie beigebracht, mal ein Praktikum beim Bayerischen Fernsehen gemacht oder Profis bei ihrer Arbeit beobachtet“, erzählt Linus Kirschner. Mittlerweile würde er kein Filmstudium oder eine ähnliche Ausbildung mehr anstreben. „Ich kann das meiste schon“, sagt er selbstbewusst. Nur ein berufsbegleitendes Studium „Business Administration“ machen die beiden.

Ihrer Leidenschaft und unaufgeregten Herangehensweise ist es vielleicht auch zu verdanken, dass Kirschner und Krebs schnell in einem heiß umkämpften Markt Fuß fassen konnten. „Wir haben schon zu Schulzeiten viele Kontakte geknüpft und erste Projekte gemacht. Eine Basis war also schon da“, erzählt Julius Krebs. Er hat Anfang 2017 zudem die Social-Media-Plattform „German Drones“ gegründet. Dort postet er täglich Bilder, die er mit seiner eigenen Drohne aufnimmt, bietet anderen Fotografen die Möglichkeit, dort ihre Werke zu zeigen – und hat damit den richtigen Riecher für das gehabt, was gefragt ist. Mittlerweile ist der Kanal mit mehr als 66.000 Followern das größte Sammelwerk von Drohnenfotografie in Deutschland.

Auch über diese Plattform werden Kunden auf Krebs und Kirschner aufmerksam. „Drohnenaufnahmen liegen voll im Trend“, erzählen die beiden. Deshalb kamen sie mit ihrem Können und Equipment für einen Werbefilm des Freistaats Bayern zum Zug und wurden für Dreharbeiten für die ZDF-Serie „Terra X“ gebucht. „Hier sollten wir für eine Sendung, die sich mit den Themen Licht und Deutschland von oben befasste, Aufnahmen vom beleuchteten Kuhsee-Triathlon machen“, berichtet Linus Kirschner.

Leidenschaft treibt Urban & Uncut-Gründer an

Urban & Uncut setzt bei seiner Arbeit auf hochwertige Bewegtbildaufnahmen und seine beiden Gründer. „Manchmal bekommen wir am Montag eine Auftragsanfrage, die bis Freitag fertig sein soll. Inklusive Idee, Drehortsuche, Dreh und Schnitt“, erzählt Linus Kirschner. Weil die beiden jungen Männer viel Kameraequipment selbst besitzen, sind sogar anspruchsvollere Kundenwünsche in solch kurzer Zeit umsetzbar.

Dazu kommt die bereits beschriebene Leidenschaft. „Wenn ich zu Hause wäre, dann würde ich mich auch mit Film und Video befassen. Im Büro verdiene ich sogar noch Geld damit“, schildert Linus Kirschner, warum außergewöhnliche Arbeitszeiten oder lange Arbeitstage für ihn kein Problem sind. Für Kunden ist diese Flexibilität in allen Bereichen eine ideale Voraussetzung.

Es stehen deshalb auch schon neue Aufträge an. Dieser Tage geht es nach Rügen für ein Musikvideo, dann weiter in die Schweiz für eine Social-Media-Kampagne und schließlich nach Berlin für einen großen Werbedreh.

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