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Augsburg

12.09.2018

FCA gegen Löwen: Nach dem Spiel flogen Tische und Fäuste

Nach dem Spiel des FC Augsburg II gegen 1860 München kam es im Oktober 2017 zu Randale in der Innenstadt.
Bild: Michael Hochgemuth

Nach dem Spiel des FC Augsburg II gegen 1860 München kam es zu Randale in der Innenstadt. Die Polizei kesselte Fans ein. Einer wurde jetzt verurteilt.

Die Fans des FCA und des TSV 1860 München mögen sich nicht. Und die Ultras beider Vereine sind sich seit Jahrzehnten spinnefeind. Wenn beide Teams, egal in welcher Liga, aufeinander treffen, ist meist auch Gewalt abseits des Rasens angesagt. Unrühmlicher Höhepunkt zuletzt waren Ausschreitungen in der Augsburger Innenstadt am Rande des Regionalligaspiels der zweiten Mannschaft des FCA und der „Löwen“ am 15. Oktober 2017, das die Hausherren mit 3:2 gewannen. Ein massiver Polizeieinsatz verhinderte größere Gewalttätigkeiten.

Rund 80 Fans – nur FCA-Anhänger – wurden eingekesselt. Es kam zu Dutzenden Ermittlungsverfahren. Nun begann eine Serie von Prozessen vor dem Amtsgericht. Ein 27-jähriger FCA-Anhänger wurde wegen Landfriedensbruch und versuchter Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 4500 Euro (90 Tagessätze zu je 50 Euro) verurteilt.

FCA-Fans stürmen auf Löwen-Fans los

Vor allem nach dem Hochrisikospiel war es am Moritzplatz zu Randale gekommen, bei der die Polizei mit Pfefferspray und Schlagstöcken eingriff. Die FCA-Gruppe hatte sich teils vermummt. Wie die Polizei auf Videos festhielt, hatten FCA-Ultras dann das Kommando „Eins, zwei, drei – los“ gegeben und waren auf die Löwen-Fans zugestürmt, die teils in einem Café am Moritzplatz saßen. Dabei flogen Stühle und Tische um, Gäste flüchteten sich ins Innere. Es gab Schläge und Fußtritte. Nach dem Eingreifen der Polizei rannte der FCA-Block über den Judenberg hinunter ins Lechviertel, die Löwen-Fans liefen über die Wintergasse in den Hunoldsgraben, wo es erneut zu einem gewalttätigen Zusammentreffen kam. Die Polizei kesselte die FCA-Gruppe ein, stellte von rund 80 Fans die Personalien fest, konnte später aufgrund der Videoaufnahmen einzelne Tatbeiträge ermitteln. Die „60er“ verschwanden unerkannt. Ein Polizeisprecher erklärte die Einkesselung ausschließlich der Augsburger Anhänger gegenüber der AZ so: „Die Angriffe gingen vom Lager der FCA-Fans aus. Sie waren also die Täter“. Nach Angaben von Andreas Dobler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, kam es zu einer Vielzahl von Verfahren, die teils mit Auflagen eingestellt, teils in Strafbefehlen oder mit Anklagen zum Amtsgericht oder zu den Jugendgerichten endeten.

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Angeklagter nimmt Urteil an

Bei einem ersten Prozess musste sich ein 27-Jähriger aus dem Raum Landsberg vor Richter Dominik Wagner verantworten. Anwalt Peter Monz legte sogleich Wert auf die Feststellung, sein Mandant sei zwar „ein leidenschaftlicher FCA-Anhänger, aber kein hartgesottener Fan, keinesfalls ein Ultra“. Anklagevertreter Korbinian Grabmeier warf dem Angeklagten versuchte Körperverletzung vor, weil er mit dem Fuß in Richtung eines Münchner Fans getreten haben soll. Der Tritt traf nicht, weil ein Polizist dazwischen ging. Außerdem musste sich der 27-Jährige wegen Landfriedensbruchs verantworten. Der Angeklagte sagte, er habe sich bedauerlicherweise hinreißen lassen mitzumachen. „Es herrschte eine aufgeheizte Stimmung. Was mit da geritten hat, weiß ich nicht“. Er werde die Konsequenzen tragen.

Sowohl Verteidiger Monz als auch Anklagevertreter Grabmeier waren sich einig, dass ohne Polizeieinsatz mehr hätte passieren können. Richter Wagner folgte im Urteil den Anträgen von Verteidigung und Anklage und setzte eine Geldstrafe von 4500 Euro fest. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

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