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Sicherheit

28.04.2015

Fremde sprechen Schülerinnen an – Polizei ermittelt

In der vergangenen Woche wurden zwei Vorfälle in Augsburg angezeigt und von besorgten Eltern im Internet verbreitet. Daraufhin brodelt die Gerüchteküche

Ein schwarzer Mercedes mit Kölner Kennzeichen. Die Anzeige einer Mutter aus Haunstetten, dass ihr Kind angesprochen worden sei. Eine ähnliche Meldung aus Augsburg-Oberhausen. Dazu die Fahndung nach zwei in Regensburg geflohenen Sexualstraftätern: Für die Polizei in Augsburg sind es schwierige Ermittlungen in einem Umfeld, in dem sich Wahrheit, Gerüchte und Angst miteinander vermengen.

Klar ist: Zweimal wurden in der vergangenen Woche der Augsburger Polizei Vorfälle gemeldet, bei denen Mädchen von fremden Männern angesprochen worden sind. So soll in Oberhausen ein Mann aus dem Auto heraus ein Mädchen angesprochen haben. Außerdem soll in Haunstetten eine Schülerin von zwei Männern angesprochen worden sein, die ihr ein Meerschweinchen zeigen wollten.

Die Polizei gab gestern bekannt, dass sie diese Fälle sehr ernst nehme und versuche, konkrete Erkenntnisse zu erlangen, die zur Identifizierung der Täter führen. Bislang ergaben sich bei ihren Ermittlungen aber noch keine konkreten Hinweise auf bestimmte Fahrzeuge oder Personen. Die Polizei riet dazu, gerade in solchen sensiblen Fällen verantwortungsvoll zu handeln. Für die Beamten sind die Ermittlungen so schwierig, weil es nicht nur die beiden Anzeigen gibt. Gleichzeitig prasseln auf die Ermittler ungezählte Meldungen aus den sozialen Netzwerken herein.

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Nach Bekanntwerden der beiden Fälle meldeten sich besorgte Eltern unter anderem bei Facebook und Whatsapp zu Wort. Schnell wurden so auch Gerüchte verbreitet, dass beispielsweise im ersten Fall der Fahrer eines dunklen Mercedes mit Kölner Kennzeichen das Mädchen angesprochen habe. Das führte schließlich zu einer Warnmeldung in Augsburger Schulen.

Im zweiten Fall gab es ähnliche Reaktionen im Internet: Es wurden Hinweise auf einen dunklen Mercedes mit Kölner Kennzeichen gegeben und auf die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Siegburg in einem ähnlichen Fall verwiesen. Außerdem wurde laut Polizei in Verbindung gebracht, dass zwei Sexualstraftäter in Regensburg entwichen sind.

Nach Angaben der Polizei würden aber keine Erkenntnisse bestehen, wonach die Flüchtigen im Zusammenhang mit dem verdächtigen Ansprechen von Kindern in Augsburg stehen, geschweige denn, dass sich die beiden Männer im Raum Augsburg aufhalten.

Die Augsburger Polizei bittet nun darum, dass in solchen Fällen keine bundesweit bestehenden Informationen zu ähnlichen Fällen ungeprüft weitergeleitet werden sollten. „Damit werden Zusammenhänge hergestellt, die wiederum zu Gerüchten führen und besorgte Eltern verunsichern. Trotzdem ist es wichtig und richtig, Kinder im Umgang mit Fremden zu sensibilisieren und auch verdächtige Wahrnehmungen der Polizei umgehend mitzuteilen“, sagte Polizeisprecher Thomas Seitz am Montag. (ziss, bo)

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