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Augsburg

20.01.2016

Grüne wollen Flugplatzheide retten

Der Freistaat Bayern will in der Nähe des Landesamtes für Umwelt für Flüchtlinge bauen. Doch es gibt Kritik.
Bild: Marcus Merk

Die Augsburger Grünen sind besorgt, weil der Freistaat auf einer ökologisch wertvollen Fläche Flüchtlingswohnungen bauen will. Sie hoffen auf eine andere Lösung.

Die Grünen im Stadtrat sind besorgt über die Pläne des Freistaates, auf der Alten Flugplatzheide in Haunstetten im Schnellverfahren Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge zu errichten. „Wir wissen, dass bezahlbarer Wohnraum dringend gebraucht wird“, so Fraktionsvorsitzende Martina Wild, anerkannte Asylberechtigte hätten es am schwersten, eine Bleibe zu finden. Trotzdem dürften soziale und naturschutzfachliche Interessen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Auf dem Gelände nahe der Uni plant der Freistaat 79 Wohnungen für etwa 318 Personen. Die Grünen verweisen darauf, dass die schon sehr reduzierte Flugplatzheide von größter ökologischer Bedeutung sei. Auf der Restfläche finde sich eine außerordentliche große Artenvielfalt, darunter 85 Pflanzenarten, die auf der Roten Liste für gefährdete Arten in Bayern stehen. Eine weitere Bebauung könne nicht nur das Biotop, sondern den Augsburger Biotopverbund extrem beeinträchtigen.

Soziale Schwierigkeiten

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Die Grünen warnen mit Blick auf die Flüchtlingswohnungen auch vor einer sozialen Separierung. Wohnraum für Neuankömmlinge in randständigen Gewerbegebieten zu bauen, schaffe neue soziale Brennpunkte. Stattdessen müsse in allen Stadtteilen dauerhaft günstiger Wohnraum für alle sozial Benachteiligten geschaffen werden. Geklärt werden müsse auch die Frage, ob es bei der Flugplatzheide Möglichkeiten zum Flächentausch gibt. Unklar sei weiter, was passieren soll, wenn die Bestandszeit der Flüchtlingswohnungen nach zehn Jahren endet.

Der Naturwissenschaftliche Verein für Schwaben fordert bereits seit einem Jahr, den letzten Rest der Heide zu schützen. Gemeinsam mit weiteren Naturschutz-Initiativen warnt er vor einer weiteren Bebauung der Fläche durch den Freistaat. Das Areal sei eines der ökologisch wertvollsten in der Stadt.

Was sagt der Bund Naturschutz?

Zu den Folgen der Flüchtlingsproblematik im Freistaat hat auch der Bund Naturschutz Bayern Position bezogen. Nach seiner Einschätzung dürfen geschützte Lebensräume und notwendige Freiflächen in Siedlungen trotz erhöhter Anforderungen an den Bau von Wohnungen und Infrastruktur nicht bebaut werden. Vielmehr sollten leer stehende Gebäude genutzt und erschlossene Gebiete mit Flächenrecycling verfügbar gemacht werden. (eva)

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