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18.07.2016

Guter Kompromiss oder Beruhigungspille?

Verkehr In den überarbeiteten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans sind die Wünsche aus der Region eingeflossen. Wie Befürworter und Gegner der Osttangente die neue Planung beurteilen

Aichach-Friedberg Die beiden Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz und Ulrich Lange sind überzeugt: „Das ist genau die richtige Lösung für das Projekt.“ Im überarbeiteten Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan ist die Augsburger Osttangente nur noch in abgespeckter Form enthalten. Durz und Lange verbuchen es als Erfolg, dass die Wünsche der Region damit ernst genommen worden seien. Doch wie beurteilen Befürworter und Gegner der Straße diese Entwicklung?

Landrat Klaus Metzger erinnert daran, dass der Kreistag genau dieses Vorgehen von Anfang an wollte. Er sieht darin eine Lösung, „die zukunftsfähig ist, aber auch die nachvollziehbaren Bedenken berücksichtigt.“ Zunächst müsse das Gesetzgebungsverfahren abgewartet werden, dann will sich der Landrat mit der Straßenbaubehörde zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Aus seiner Sicht ist der vierspurige Ausbau der Kreisstraße AIC24 zwischen Derching und Friedberg vorrangig.

Für Wolfhard von Thienen vom Aktionsbündnis Keine Osttangente (AKO) ist der überarbeitete Entwurf nur „eine Osttangente light.“ Seiner Meinung nach ist das der Einstieg in eine vierspurige Variante, da der Verkehr auch mit abgespeckter Version deutlich zunehmen wird. Die Königsbrunner würden lediglich ruhiggestellt: „Sie bekommen nur einige Jahre geschenkt.“ Weder für Mering noch für Kissing sieht von Thienen eine Entlastung. In Mering werde der Durchgangsverkehr zur A-8-Anschlussstelle Odelzhausen steigen und in Kissing fließe der Quell- und Zielverkehr weiter über die jetzigen Straßen. Von Thienen bedauert es, dass vonseiten der Politiker ein Angebot für Gespräche am runden Tisch nicht angenommen wurde.

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Für den Kissinger Bürgermeister Manfred Wolf (SPD) ist es fast schon ein Mantra, wenn er davon spricht, dass er sich vor allem für eine Umgehung seiner Gemeinde einsetzt und die überregionale Lösung nicht favorisiert hatte. „Ich war nie für einen autobahnähnlichen Ausbau der Strecke“, sagt Wolf. So wie sie nun vorgesehen ist, mit wechselseitigen, dreispurigen Überholmöglichkeiten, sei ein guter Kompromiss gefunden worden. Er geht zu 99,9 Prozent davon aus, dass die ökologisch wertvollen Bahngruben erhalten bleiben können. Sein Meringer Amts- und Parteikollege Hans-Dieter Kandler gratuliert vor allem den Kissingern. „Grundsätzlich bin ich froh, dass wir und die Region in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurden“, sagt Kandler. Wie es nun weitergeht, werde in die Hände der Planer und Fachleute gelegt. Für Kandler steht fest, dass die B2 an ihre Leistungsgrenze gekommen sei und die Politiker nun mit aufgefordert seien, nach Lösungen zu suchen. Ob sich Königsbrunn einen Gefallen getan hat, nun nicht im vordringlichen Bedarf aufgenommen zu sein, bezweifelt Kandler. „Hier wird ein Nadelöhr entstehen, so wie es jetzt in Kissing zu sehen ist“, sagt Kandler. Der Augsburger Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich (CSU) bringt deswegen erneut seinen Vorschlag ins Gespräch, die Straße östlich des Lechs fortzuführen und den Anschluss an die B17 in Höhe der Staustufe 22 oder in Höhe von Schwabstadl herzustellen. Dies lehnen die Gemeinden im Landkreissüden ab.

Aus Friedberger Sicht hält es Bürgermeister Roland Eichmann für entscheidend, dass die Kreisstraße AIC25 vierspurig ausgebaut und die B300 auf die Autobahn gelegt werden kann. Davon verspricht er sich eine Entlastung der Aichacher und Joseph-Hohenbleicher-Straße. Skeptisch ist er hingegen in der Frage, ob mit einer dreispurigen Fortführung nach Süden die nötigen Kapazitäten bereitgestellt werden können. "Kommentar

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