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08.05.2018

Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit nach Augsburg

Täglich bewegt sich die Karawane auf den Autobahnen und auf den Bahnstrecken: Rund 20.000 Menschen aus der Region Augsburg suchen ihren Arbeitsplatz im Großraum München auf.
Bild: Ulrich Wagner

Jeder zweite in Augsburg Arbeitende wohnt außerhalb. Gleichzeitig verlassen viele die Region zum Arbeiten. Warum so viele Menschen pendeln.

Immer mehr Menschen pendeln täglich an ihren Arbeitsplatz. Dieser Trend zeichnet sich seit Jahren ab – und er hält weiter an. Das zeigen Statistiken, darunter eine jährliche Auswertung der Bundesagentur für Arbeit, die im sogenannten Pendleratlas niedergeschrieben ist.

Auch der Agenturbezirk Augsburg (Stadt und Landkreis Augsburg sowie der Landkreis Aichach-Friedberg) macht keine Ausnahme. Hier sind täglich mehr als 105.000 Menschen in Bewegung, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen. So pendeln der Statistik nach täglich 42.334 Menschen an ihren Arbeitsplatz in den Agenturbezirk ein, 63.452 verlassen ihn, um außerhalb ihre Arbeitsstelle aufzusuchen. Von diesen sogenannten Auspendlern zieht es gut ein Drittel in den Großraum München.

Warum pendeln so viele Menschen?

Die Gründe dafür, warum immer mehr Menschen Wohn- und Arbeitsort getrennt voneinander haben, sind unterschiedlich. Die einen Statistiker nennen die zunehmende Zahl an arbeitenden Müttern als Grund. Sie seien, was den Wohnort betrifft, weniger flexibel und würden daher eine längere Strecke zum Arbeitsort in Kauf nehmen. Andere argumentieren, die hohen Mieten in Großstädten wie München seien der Auslöser dafür, dass Arbeits- und Wohnort immer seltener identisch sind. In Augsburg und auch dem Landkreis Aichach-Friedberg sind diese Tendenzen bereits deutlich zu spüren. Auch das vielfältigere Jobangebot in Metropolen wie der bayerischen Landeshauptstadt gilt als Grund dafür, warum Menschen dorthin zur Arbeit pendeln.

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Was die Zahlen der Pendlerstatistik letztlich für eine Wirtschaftsregion wie Augsburg aussagen, hängt ganz von den Protagonisten ab, die sie bewerten. „Das ist sehr komplex und reicht von Themen wie veränderte Verkehrsflüsse, über Wohnen bis hin zur Fachkräftesicherung“, erklärt Peter Lintner, Geschäftsfeldleiter Standortpolitik bei der IHK Schwaben. Grundsätzlich zeige der Pendleratlas, wie Wirtschaftsregionen miteinander verzahnt sind, wo Stärken und Schwächen einer Region liegen und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht.

Lintner selbst interpretiert die Zahlen für die Region als positiv und große Chance für den Wirtschaftsraum. Das negative Pendlersaldo, also die Tatsache, dass 21.118 Menschen mehr die Region zum Arbeiten verlassen als hereinkommen, sei gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel eine wichtige Größe. „Die Unternehmen müssen versuchen, diese Auspendler zum Verweilen in Augsburg und der Region zu bewegen. Dann könnten mehr Fachkräfte generiert werden“, ist er überzeugt. Ein Unterfangen, das für kleine und mittelständische Unternehmen zwar schwierig, aber nicht unmöglich sei, so Lintner weiter.

Zudem gebe die Statistik der Strategie der Stadt Augsburg recht, den Pendlerraum Augsburg–München zwar als „ökonomisch sinnvolle Beziehung“ zu akzeptieren, sich als Standort dennoch unabhängig von München weiterzuentwickeln und zu optimieren. „Augsburg ist, was den Zuwachs an Arbeitsplätzen angeht, deutlich dynamischer als andere Regionen“, so Lintner. Auch das bestätigt der Pendleratlas. Täglich kommen 74.207 Menschen von außerhalb hierher zum Arbeiten. Das ist gegenüber 2013 ein Plus von 6,6 Prozent. Mittlerweile wohnt mehr als jeder zweite in Augsburg Arbeitende außerhalb. „In den zurückliegenden Jahren ist die Beschäftigung in der Stadt Augsburg stärker gestiegen als in den beiden Landkreisen“, erklärt auch Elsa-Koller-Knedlik, Leiterin der Agentur für Arbeit Augsburg.

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