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Augsburg

17.07.2019

Jugendtreff Südstern kommt neben das Rote Kreuz

In so einem Container entsteht der Südstern.
Bild: Annette Zoepf

Der Jugendtreff für Haunstetten wird in Modulbauweise errichtet. Der Stadtjugendring kann sich damit anfreunden, hätte aber andere Wünsche.

Seit einem halben Jahr ist das Jugendhaus Südstern in Haunstetten geschlossen. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab. Wie Sozialreferent Stefan Kiefer auf Anfrage berichtet, wird bald in der Nachbarschaft der Johann-Strauß-Grundschule eine Modulbaulösung für die Jugendlichen realisiert.

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Gleich neben den Parkplätzen der Schule, vor dem Gebäude des Roten Kreuzes, gibt es eine unbebaute, rund 1600 Quadratmeter große Wiese, die der Stadt gehört. Auf der Hälfte des Grundstücks will das Bayerische Rote Kreuz (BRK) eine Garage für Einsatzfahrzeuge bauen – die andere Hälfte soll den Jugendlichen zugutekommen. Der Container, den die Stadt aufstellen lassen will, sei bewährt, betont der Referent. In genau so einem Gebäude ist das Café Unfug in Lechhausen untergebracht. Man habe hier gute Erfahrungen sammeln können, weshalb man sich jetzt für diese unkomplizierte Lösung entschieden habe. Rund 100 Quadratmeter soll die Containerlösung groß werden und Platz für zwei Aufenthaltsräume, Technik und Toiletten bieten.

Lange erfolglose Suche nach geeigneten Räumen

Vorausgegangen war eine intensive, zunächst erfolglose Suche nach geeigneten Räumen, so Kiefer. Mehr als ein Dutzend Objekte habe man angeschaut und entweder als ungeeignet verworfen oder aber nicht bekommen. Offenbar ist es schwierig, Vermieter davon zu überzeugen, Jugendliche in ihre Räume zu lassen. „Für die Jugendarbeit wird kein roter Teppich ausgerollt“, ist Kiefers Erfahrung. Mit einem Vermieter war man sich fast handelseinig – bis dieser seine Nachbarn befragte. „Danach war der Jugendtreff wieder vom Tisch.“

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Der Container auf der Wiese soll nur eine Übergangslösung sein – so lange, bis im Rahmen von Haunstetten Südwest ein richtiges Jugendzentrum gebaut wird. „Aber so lange konnten wir nicht warten“, so Kiefer.

484000 Euro soll der Container kosten. Das Geld muss erst noch bereitgestellt werden, Kiefer rechnet damit, dass das zusammen mit dem Planungsbeschluss nach den Sommerferien der Fall sein wird. Der Vorteil sei, dass man das Konzept des Café Unfug eins zu eins übernehmen könne und damit kein großer Planungsaufwand mehr auf die Stadt zukomme. Im Laufe des nächsten Jahres könnten die Kinder und Jugendlichen aus Haunstetten dann dort betreut werden. Derzeit gibt es eine Kooperation mit der freien evangelischen Gemeinde Haunstetten, wo der Südstern an zwei Tagen die Woche unterkommt. Das sei aber auf Dauer jedenfalls zu wenig.

Stadtjugendringchef Helmut Jesske ist angesichts des Containers „nicht enthusiastisch“, kann aber mit der Lösung leben. „Hauptsache, wir haben wieder etwas für die Jugendlichen“, sagt er. Das Café Unfug habe zu Beginn einige bauliche Kinderkrankheiten gehabt. „Es hat reingeregnet und wir hatten Rattenbefall“, erinnert er sich. Er hofft, dass das bei den neuen Containern nicht mehr der Fall sei.

Stadtjugendring hätte sich größeres Jugendzentrum gewünscht

Jugendarbeit sei dort uneingeschränkt möglich, auch wenn sich der Stadtjugendring bei einem Stadtteil mit 28000 Einwohnern ein größeres Jugendzentrum gewünscht hätte. Auf Haunstetten Südwest könne man nicht warten. „Bis das steht, brauchen die Kinder unserer heutigen Jugendlichen ein Jugendhaus – Jugendarbeit benötigt schnelle Lösungen“, so Jesske. Die Leiterin des Südstern, Eveline Bamstedt, findet die Container-Lösung sympathisch, sie biete viele Möglichkeiten.

„Wir werden bei gutem Wetter sicher viel draußen sein und so mit den Menschen in Kontakt treten können“, glaubt sie. Überraschenderweise seien die Kids in der Übergangssituation dem Südstern treu geblieben – und das, obwohl es in den Räumen der evangelischen Gemeinde kein WLAN gibt. „Wir reden, trinken Kaffee und machen Gesellschaftsspiele – ich hätte nicht gedacht, dass das die Jugendlichen so gut annehmen“, so Bamstedt.

Helmut Jesske und Stefan Kiefer sind sich einig, dass der Container an der Johann-Strauß-Straße für Haunstetten nicht ausreicht. Kiefer spricht von drei Standorten, die der Stadtteil brauchen könnte. Jesske verweist auf Königsbrunn, das in etwa so viele Einwohner hat wie Haunstetten. Das Jugendzentrum Matrix dort habe die Größe, die er sich für Haunstetten wünscht.

Laut Kiefer setzt die Stadt immer noch auf ein dezentrales Jugendkonzept, das mehrere kleine Standorte statt eines großen zentralen Jugendhauses bevorzugt. Das gelte auch für Göggingen, wo neben dem evangelischen Jugendzentrum an der Friedrich-Ebert-Straße ein Jugendtreff im Alten Rathaus eingerichtet werden soll.

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