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Augsburg

20.02.2019

Kislinger legt Vorsitz bei der SPD Oberhausen nieder

Christos Kislinger
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Christos Kislinger

Der 28-Jährige Christos Kislinger spricht von „Differenzen“ mit Stadtrat Dieter Benkard. Dieser hat eine andere Theorie.

Ende 2017 zog sich Stellvertreterin Hannelore Köppl aus dem Vorstand der CSU Oberhausen zurück, weil sie den Kurs des Vorsitzenden in puncto Süchtigentreff nicht mittragen wollte. Jetzt gibt es auch beim SPD-Ortsverein einen Rücktritt: Christos Kislinger, 28, hat seinen Posten als Vorsitzender niedergelegt. Als Grund nennt er „persönliche Differenzen“ mit seinem langjährigen Vorgänger und Stadtrat Dieter Benkard.

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Kislinger: Die SPD bleibt meine Heimat

Verschiedene Vorkommnisse hätten das Faß zum Überlaufen gebracht. Dennoch, so Kislinger, habe er den Vorsitz „schweren Herzens“ aufgegeben. „Ich bleibe weiterhin im Ortsverein aktiv und möchte mich auch im Parteivorstand dem Thema Stadtteilkultur widmen. „Die SPD bleibt meine Heimat.“

Hier fühlt sich auch Benkard seit mehreren Jahrzehnten zu Hause. Dass sein Nachfolger nach nur zwei Jahren zurückgetreten sei, tue ihm sehr leid. Denn er habe große Hoffnungen in ihn gesetzt.

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Benkard: Ich trete nicht mehr an

Dass Kislinger die Kommunikation mit ihm gestört sieht, könne er nicht nachvollziehen. Benkard vermutet vielmehr, dass die anstehenden Nominierungen für die Stadtratsliste eine Rolle spielen. Ihm sei von der Parteispitze signalisiert worden, dass er sich als bekanntes Gesicht nochmals aufstellen lassen möge – zumindest auf den hinteren Plätzen. Kislinger habe aber zu verstehen gegeben, dass er als Ortsvorsitzender nicht gegen ihn als Konkurrenten aus dem Ortsverein antreten wolle. Zu dieser Konstellation wäre es laut Benkard ohnehin nicht gekommen. „Für mich kommt eine neuerliche Kandidatur für den Stadtrat nicht in Frage. 30 Jahre in dem Gremium sind genug, immerhin werde ich im April 75.“

Auch bei der SPD Oberhausen, wo er aktuell als Kassier tätig ist, will Benkard nicht mehr das Ruder in die Hand nehmen. Noch sei offen, wer den Vorsitz übernehmen könnte. „Die beiden Stellvertreter Thomas und Tina Bschleipfer stehenwohl aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung.“

Freund: Beide würden sich gut ergänzen

Benkards Theorie zur Stadtratsliste will SPD-Fraktionschef Florian Freund nicht kommentieren. Er bedauere jedenfalls den Rücktritt Kislingers vom Vorsitz eines „wichtigen Ortsvereins. Meines Erachtens ergänzen sich ein junger Ortsvorsitzender und ein langjähriger amtierender Stadtrat sehr gut“. Kislinger könnte bei jungen Menschen und Familien punkten. Benkard wiederum habe ein Netzwerk von unschätzbaren Wert geknüpft, nicht nur in Oberhausen, sondern auch im Kleingartenwesen.

Und Kislinger: Der junge Vater könnte sich ein verstärktes Engagement in der Stadtteilarbeitsgemeinschaft der Vereine und Organisationen vorstellen. Aktuell bekleidet der 28-jährige Deutschgrieche in der Arge Oberhausen das Amt des Zweiten Schriftführers, Vorsitzende ist Hannelore Köppl. Sie möchte, wie sie auf Anfrage sagte, Kislinger bei der Jahreshauptversammlung Ende März als ihren Stellvertreter vorschlagen. Dieser Posten ist momentan vakant und soll wieder besetzt werden.

Lesen Sie dazu auch: Zwei Männer, zwei Parteien, ein Stadtteil

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