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Augsburger Firmen

28.01.2015

Mehr Aufträge aus der Schweiz?

Die Schweiz ist nah und deshalb für die Region ein wichtiger Handelspartner.
Bild: Oliver Berg, dpa

Die Entkopplung von Franken und Euro sehen viele Firmen als Chance und auch der Augsburger Tourimus könnte davon profitieren. Es gibt aber auch Verlierer.

Die Nachricht, dass die Schweiz ihre Währung, den Franken, nicht mehr an den Euro koppelt, hat auch in der Region Auswirkungen. Dass Augsburg davon profitieren wird, glaubt Tourismuschef Götz Beck. Schließlich werde der Urlaub für die Eidgenossen jetzt billiger. Bislang mussten sie mindestens 1,20 Franken je Euro zahlen. Für eine weitere Verbilligung sorgte die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, mehr als eine Billion Euro auf den Markt zu werfen. Deswegen müssen die Eidgenossen inzwischen weniger als einen Franken zahlen, um einen Euro zu bekommen.

Augsburg: viele Touristen aus der Schweiz

Die Schweizer gehören in Augsburg bereits zu den häufigsten Besuchern. Nur aus Italien und Österreich kommen mehr Touristen, so Beck. Vor allem der Weihnachtsmarkt locke die Eidgenossen an. Im Jahr 2013 zählte die Regio Torismus über 12.000 Übernachtungen von Schweizern – und es könnten noch mehr werden. „Vielleicht entscheiden sich Touristen aus anderen Städten gegen Zürich oder Bern, weil es dort nun teuer ist, und stattdessen für Augsburg“, hofft Beck.

Unterschiedlich fällt das Fazit bei der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) aus. So erwarteten Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittelindustrie, Umwelttechnologie und Maschinenbau laut einer Blitzumfrage der Kammer positive Effekte. „Weil die Schweizer Firmen jetzt billiger einkaufen können, hoffen unsere Unternehmer auf mehr Bestellungen“, sagt Alexander Sir, Bereichsleiter International bei der Kammer. Die Entscheidung der Schweizer Notenbank sei ein „kleines Konjunkturprogramm für die Region“. Wobei grenznahe Gebiete davon noch stärker profitierten. Die Eidgenossen kauften dort verstärkt Lebensmittel ein und auch die Gastronomie verspürt einen Zuwachs.

Schweiz wichtiger Handelspartner Bayerns

Die Schweiz gehört zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Bayerns. 800 Unternehmen pflegen Handelsbeziehungen, sechs Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr umgesetzt.

Viele Unternehmen erwarten laut der IHK-Umfrage keine negativen Folgen. Dies hat damit zu tun, dass sie Spezialprodukte herstellen oder ihre größten Konkurrenten ebenfalls aus dem Euro-Raum stammen und sich deswegen in der gleichen Situation befinden. Betroffen seien von der Situation vor allem Firmen, die Waren importieren, oder der Großhandel mit Geschäftsbeziehungen ins Nachbarland. „Es gibt Befürchtungen, dass die gestiegenen Preise in der Schweiz vom Einkäufer weitergereicht werden und dieser günstigere Preise verlangt.“

Firmen sorgen sich um Kaufkraft und schwache Wirtschaft in der Schweiz

Einige Firmen äußerten zudem die Sorge, dass die Steigerung der ohnehin schon hohen Preise langfristig dazu führen könnte, dass die Kaufkraft schwindet und die Schweizer Wirtschaft schwächelt. Dass es dazu kommt, glaubt Sir allerdings nicht. „Die Schweiz gehört zu den wettbewerbsfähigsten und innovativsten Nationen. Sie sind solche Herausforderungen gewohnt.“ Auch für mehrere Kommunen hat die Entscheidung der Nationalbank Auswirkungen. Sie hatten Kredite in Franken aufgenommen. So hat beispielsweise Ingolstadt solche Kredite jetzt gekündigt – mit einem Verlust von 1,2 Millionen Euro. In Augsburg ist dies nicht der Fall, so die Augsburger Finanzbürgermeisterin Eva Weber. Die Finanzrichtlinie, die sich die Stadt Augsburg selbst gegeben hat, schließe Kreditgeschäfte in Fremdwährungen aus.

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