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Prozess in Augsburg

25.08.2019

Nach Vergewaltigungs-Vorwürfen: Handyfotos führen zum Freispruch

Ein 23-Jähriger musste sich nun wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. Er wurde freigesprochen.
Bild: Jakob Stadler

Plus Bilder widerlegen in der Verhandlung den Vorwurf einer 23-Jährigen. Zu den „Sommernächten“ hatte sie den Angeklagten beleidigt und bespuckt.

Es war während der „Augsburger Sommernächte“ im Juni 2018: Eine 25-jährige Frau sieht ihren angeblichen Vergewaltiger wieder, beleidigt und bespuckt ihn. Der Polizei gegenüber rechtfertigt sie ihr Verhalten mit dem Vorwurf, der Mann, 45, habe sie vor zwei Wochen missbraucht. Es seien K.-o.-Tropfen im Spiel gewesen.

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Bei einer späteren Vernehmung vor der Kripo relativiert sie: Die Vergewaltigung habe sich im August 2017 in seiner Wohnung abgespielt, von Betäubungstropfen ist nicht mehr die Rede. Sie und ihr Kumpel hätten den Mann in einer Kneipe am Königsplatz kennengelernt, sich gut verstanden, bei ihm zu Hause weitergetrunken. Sie sei müde geworden, ihr Kumpel habe sich auf ein Sofa gelegt, sie aufs Bett und sei eingeschlafen. Es sei zuvor nicht zu körperlichen Berührungen gekommen. Als sie aufwachte, habe der 45-Jährige sie auf unterschiedliche Weise missbraucht. Danach habe sie fluchtartig die Wohnung verlassen. Erst als sie den Mann während der Sommernächte wiedersah, sei alles in ihr hochgekommen und sie habe Anzeige erstattet.

Prozess in Augsburg: Angeklagte bestreitet die Vorwürfe

Jetzt, zwei Jahre später, kam es zum Prozess vor einem Schöffengericht unter Vorsitz von Melanie Koch. Der Angeklagte ließ seinen Anwalt Hansjörg Schmid sprechen. Es habe sowohl in der Kneipe als auch in der Wohnung „gute Stimmung“ geherrscht. Die Sexualkontakte seien „einvernehmlich“ gewesen, sagte der Anwalt. Als die Frau nicht mehr wollte, habe sein Mandant aufgehört. Die 25-Jährige wiederholte im Zeugenstand beharrlich ihre Vorwürfe. Was die Zeugin offenbar verschwiegen hatte: In der Kneipe und in der Wohnung waren Handyfotos gemacht worden.

Nach Vergewaltigungs-Vorwürfen: Handyfotos führen zum Freispruch

Die Polizei hatte zwar das Handy sichergestellt, die Fotos aber nicht rekonstruieren können. Dies war dem Angeklagten erst kurz vor dem Prozess gelungen. Und diese Fotos, die Verteidiger Hansjörg Schmid nun im Gerichtssaal vorlegte, zeigten durchaus das Bild größerer Vertrautheit zwischen dem Angeklagten und der Zeugin. Ein Bild zeigt den Angeklagten mit nacktem Oberkörper, sie schmiegt sich, durchaus offenherzig angezogen, an ihn.

Auch die Staatsanwaltschaft Augsburg beantragte Freispruch

Die Fotos widersprachen auch den Angaben der Zeugin, sie habe sich in der Wohnung nicht umgezogen. Die vorgelegten Handyfotos erwiesen sich im Prozess als Paukenschlag. Nicht nur Staatsanwältin Birgit Milzarek sah die Glaubwürdigkeit der Zeugin erschüttert und beantragte ebenso wie Verteidiger Schmid einen Freispruch. Dem folgte das Gericht.

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25.08.2019

"...widerlegen den Vorwurf einer 23-Jährigen..."

"...Eine 25-jährige Frau sieht ihren..."

oder vielleicht doch 24-jährig ;-)

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