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Augsburg

20.05.2018

Nachbarn sind wütend auf Erdgas Schwaben

Claus Beck wehrt sich gemeinsam mit Nachbarn gegen Pläne der Erdgas Schwaben, ein Bürohaus gegenüber den Wohnhäusern zu errichten. Wo jetzt Autos stehen, soll ein 50 Meter breites Gebäude entstehen.
Bild: Peter Fastl

Die Baupläne des Unternehmens in Göggingen stoßen auf Widerstand. Die Vorschläge der Anwohner wurden nicht umgesetzt. Das will man nicht kampflos hinnehmen

Die Nachbarn der Erdgas Schwaben in Göggingen sind sauer. Der Energieversorger baut ihnen ein großes Verwaltungsgebäude vor die Nase – und das, obwohl der mittlerweile ausgeschiedene Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer versprochen hatte, die Pläne noch einmal überarbeiten zu lassen. Stattdessen gingen die Pläne unverändert durch den Stadtrat – vor wenigen Tagen erhielten die direkten Nachbarn den Baubescheid. In einer Nachbarschaftsversammlung am Dienstagabend diskutierten sie mögliche Reaktionen – auch eine Klage steht im Raum.

Es geht um den Neubau eines Bürogebäudes für etwa 50 Mitarbeiter. das die Schwaben Netz GmbH auf ihrem Grundstück gegenüber der Wohnstraße „Am Ringofen“ errichten möchte. Die Nachbarn befürchten Lärm, zugeparkte Straßen und eine Wertminderung ihrer Grundstücke, wenn das Projekt wie geplant verwirklicht wird.

Erdgas Schwaben habe sich zunächst völlig unkooperativ verhalten und Gespräche mit den Nachbarn verweigert, berichtet Claus Beck, der als Nachbar von den Plänen besonders betroffen wäre. Erst auf mehrfaches Nachfragen und Einschalten des Stadtrates sei es im vergangenen August zu dem Informationstermin in den Räumen des Unternehmens gekommen.

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Stadträte setzten sich für die Anwohner ein

Auch die Stadträte Leo Dietz (CSU) und Stefan Quarg (SPD) waren bei dem Termin anwesend. Diese hätten sich für die Nachbarn eingesetzt und eine Änderung der Pläne empfohlen. „Daraufhin hat Herr Dietmayer noch in der Sitzung den Architekten Buchschuster beauftragt, die Planung zu ändern“, erinnert sich Beck. Die Anwohner hätten applaudiert und seien mit dem Gefühl nach Hause gegangen, dass alles gut werde. Umso größer der Schock, als Ende April der Bescheid kam, dass der Bau unverändert errichtet werden darf.

50 Meter breit und acht Meter hoch wird das Bürogebäude, das mitten im Wohngebiet vor die Einfamilienhäuser der Anwohner gesetzt wird. Auf dem Gelände stehen schon Gebäude der Erdgas Schwaben, die aber keine Beeinträchtigung für die Nachbarschaft darstellen. Das Gebäude habe eine „unzumutbare Riegelwirkung“ auf die kleinen Wohnhäuser und sei deshalb nicht zulässig, sagte ein Baufachmann.

Die Anwohnerin Brigitte Güllich berichtete, dass sie künftig für vier Monate keine Sonne mehr auf ihrer Terrasse und im Erdgeschoss habe. Dass im Bescheid der Stadt steht, es gebe keine Wertminderung, weil es sich nicht um einen produzierenden Betrieb handelt, findet sie abwegig.

Änderungen behindern den Betrieb des Erdgasnetzes

Der Vorschlag der Nachbarn, das Bürogebäude um ein gutes Stück nach Osten zu verschieben, wäre nicht nur mit einer Verlängerung der Bauzeit verbunden, sondern auch mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand, sagt Erdgas-Schwaben-Sprecherin Cornelia Benesch auf Anfrage. Zudem würde eine Verschiebung die Funktion der Betriebsstelle für den Bau und Unterhalt des Erdgasnetzes erheblich behindern.

Stadtrat Quarg versteht den Zorn der Nachbarn. Der Bauherr Erdgas-Schwaben habe die Anliegen der Nachbarn geprüft, aber offenbar nicht kommuniziert. In der Abstimmung im Stadtrat sei die Mehrheit der Argumentation des Bauherren gefolgt. Er wolle sich gemeinsam mit Leo Dietz bei Erdgas Schwaben dafür einsetzen, dass die Nachbarn vernünftig informiert werden. Bezüglich des Baustellenverkehrs sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Anlieger wünschen sich, dass die Bayerstraße zur Bergiusstraße hin geöffnet wird, um während der Bauphase die Anwohnerstraßen zu entlasten. Dieser Vorschlag sei vernünftig, so Quarg, er wolle darüber mit dem Tiefbauamt sprechen.

Die Anwohner glauben, dass der Stadtrat falsch informiert worden sei und nur deshalb die Entscheidung gefällt hat, hieß es auf der Nachbarschaftsveranstaltung. Das gehe aus Unterlagen hervor, die man im Baureferat eingesehen habe. Dort habe es geheißen, die Nachbarn seien einverstanden.

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