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Augsburg

11.01.2019

Neuer Chefarzt für Frauenheilkunde an der Uni-Klinik

Prof. Dr. med. Christian Dannecker ist stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der LMU München.
Bild: Dietmar Lauffer/LMU München/dpa-tmn

Gynäkologie-Professor Christian Dannecker kommt nach Augsburg. Er hat ab März auch den Lehrstuhl für Frauenheilkunde an der Medizinfakultät der Uni inne

Der Gynäkologe Christian Dannecker wird neuer Chefarzt für Frauenheilkunde an der Uni-Klinik Augsburg. Der Medizinprofessor wechselt zum 1. März von der LMU München an die Uni Augsburg und die Uni-Klinik Augsburg. Das teilen die Universität und das Universitätsklinikum Augsburg in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Dr. Dannecker wird damit erster Inhaber des Lehrstuhls für Frauenheilkunde an der neuen Medizinischen Fakultät der Uni Augsburg. Zugleich übernimmt er die Leitung der Frauenklinik am Universitätsklinikum Augsburg. Der erfahrene Gynäkologe und Geburtshelfer sei gegenwärtig noch Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Großhadern der Universität München, hieß es.

Professor Dannecker, Jahrgang 1967, hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Humanmedizin studiert und 1997 dort promoviert. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Facharzt in Gynäkologie wurde er 2002 zum Oberarzt der Frauenklinik am Klinikum Großhadern ernannt, wo er sich 2005 habilitierte. 2011 erfolgte die Ernennung zum Leitenden Oberarzt. Von Januar bis September 2015 vertrat er kommissarisch den Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der LMU München. Seit 2015 ist Dannecker Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Großhadern der Universität München. Zum 1. März wechselt er nach Augsburg.

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Verstärkung für den klinischen Profilbereich Tumormedizin

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Professor Dannecker einen profilierten Gynäkologen gewinnen konnten, der mit seinem breiten Erfahrungsschatz den Auf- und Ausbau unserer Universitätsmedizin bereichert und mit seinen Spezialisierungen hervorragend in das Umfeld passt, das er bei uns vorfindet“, so die Präsidentin der Universität Augsburg, Sabine Doering-Manteuffel. Dannecker sei Spezialist für gynäkologische Krebserkrankungen sowie für Harninkontinenz und Senkungszustände des Genitals. Er leite seit vielen Jahren eine Projektgruppe in München, die Standards für die Diagnostik und Therapie von gynäkologischen Krebsleiden erarbeitet.

Dannecker sagt, ihm sei die intensive und gelebte Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Fachbereichen besonders wichtig. „Als Leiter der Frauenklinik werde ich mich in die bereits bestehenden und gut funktionierenden Strukturen des Interdisziplinären Cancer Centers Augsburg hervorragend einfügen können.“ Das sieht auch Medizin-Dekanin Martina Kadmon so: Mit seinem Forschungsprofil und seiner Expertise in der onkologischen Gynäkologie könne Dannecker ausgezeichnet an den klinischen Profilbereich Tumormedizin anknüpfen, so die Professorin, er sei für die Fakultät und für das Universitätsklinikum ein großer Gewinn.

Datensätze von 1,5 Millionen Entbindungen nutzbar machen

Im klinischen Alltag fallen kontinuierlich riesige Datenmengen an, die es durch intelligente Digitalisierungskonzepte zu verbinden und nutzbar zu machen gilt, um Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen, Krankheiten und Präventionsmöglichkeiten zu erkennen und die Erkenntnisse dem praktisch tätigen Arzt zur Verfügung zu stellen. Dieses Ziel eines der Forschungsschwerpunkte der Augsburger Universitätsmedizin ist auch für Dannecker hoch relevant. So hat er zum Beispiel gemeinsam mit Kollegen die Daten von 1,5 Millionen Entbindungen ausgewertet, um mehr über die Auswirkungen der gängigen Therapieformen von Gebärmutterhalskrebs auf die Familienplanung von Frauen zu erfahren. Er konnte danach belegen, dass der operative Eingriff am Muttermund bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs bei anschließenden Schwangerschaften zu einer höheren Anzahl von Frühgeburten führt. „Solche Forschungen“, sagt der Gynäkologe, „können nur im interdisziplinären Ansatz gelingen, für den ich in Augsburg das passende Umfeld haben werde.“

Minimal-invasive Operationstechniken vorantreiben

Gynäkologisches Operieren bedeutet heute ganz wesentlich minimal-invasives Operieren: „Meine persönliche Erfahrung ist, dass unsere Patientinnen von minimal-invasiven Techniken ganz erheblich profitieren“, sagt Dannecker. Er sehe darin einen zukunftsweisenden Weg, den er weitergehen und wissenschaftlich begleiten wolle, um dem Universitätsklinikum Augsburg auf diesem Gebiet eine Spitzenposition zu sichern.

Leidenschaft für die Lehre

Neben seinen vielfältigen Forschungstätigkeiten trägt Dannecker an der Münchner Frauenklinik seit vielen Jahren auch die Verantwortung für die Organisation der Lehre. In diesem Zusammenhang bringt er sich dort auch in ein Mentorenprogramm ein, das die jungen Medizinerinnen und Mediziner auf ihrem Ausbildungsweg begleitet und unterstützt. Er sagt, auch in Augsburg wolle er engagiert zur Erfüllung des Anspruchs beitragen, dass fachlich optimal vorbereitete und ethisch fundierte Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden, die fähig und willens sind, sich lebenslang fortzubilden und über das Studium hinaus auch in der ärztlichen Praxis eine wissenschaftliche Denkweise beizubehalten.

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