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Augsburg

10.08.2016

Oberbürgermeister Gribl will ein neues Elefantenhaus für den Zoo

Die Elefantenanlage im Zoo muss dringend modernisiert werden. Sie entspricht nicht mehr den Haltungsanforderungen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl drängt auf eine Entscheidung des Stadtrates für ein neues Elefantenhaus. Einige Parteien haben jedoch Bedenken.

Vergangene Woche rief Zoodirektorin Barbara Jantschke öffentlich um Hilfe. Der Grund: Augsburgs Zoo braucht dringend ein neues Elefantenhaus für geschätzt sechs Millionen Euro. Nun macht Oberbürgermeister Kurt Gribl ( CSU) den Neubau zur Chefsache. Er drängt auf eine „ebenso gründliche wie beherzte Entscheidung“ des Stadtrates für den Zoo.

Die Ausgangslage ist schwierig. Der Zoo muss das veraltete und nicht mehr artgerechte Gehege dringend modernisieren. Nur dann können auch in Zukunft Elefanten in Augsburg gehalten werden. Seit kurzem steht fest, dass es mit der erhofften Förderung durch die Europäische Union für das Projekt nichts wird. Allein aus eigenen Mitteln kann sich der städtische Zoo die Anlage aber nicht leisten.

Nach unserer Berichterstattung haben sich viele besorgte Tierfreunde zu Wort gemeldet, die um die Existenz des Zoos fürchten. Das veranlasst nun auch den Oberbürgermeister, sich in die Diskussion einzuschalten. „Selbstverständlich gehört der Zoo zur Augsburger Stadtkultur, und zwar ebenso wie das Theater“, teilte er mit. Einzelne Projekte dürften aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Bekanntlich muss das Theater für einen dreistelligen Millionenbetrag generalsaniert werden.

Oberbürgermeister Gribl will ein neues Elefantenhaus für den Zoo

Gribl ist auch Verwaltungsratsvorsitzender der städtischen Zoo GmbH. In dieser Funktion sei er seit geraumer Zeit mit dem Thema befasst und habe darauf hingewirkt, das vom Zoo alleine nicht zu stemmende Finanzierungsthema in den Stadtrat zu bringen, teilte der OB mit. Auch der für den Zoo zuständige Referent Reiner Erben (Grüne) habe sich sofort eingeschaltet, nachdem die Probleme mit der EU-Förderung bekannt wurden. „Wir haben umgehend gemeinsam mit Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber an einem realistischem Lösungsansatz gearbeitet“, so Erben.

So könnte die Finanzierung für das Elefantenhaus aussehen

Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates ist laut Erben folgende Finanzierung für den Neubau des Elefantenhauses geplant: Demnach soll der Zoo 500000 Euro Eigenmittel aufbringen. Weitere 1,5 Millionen Euro sollen durch Spenden und Sponsoring, auch über den Freundeskreis des Augsburger Zoos, fließen. Weiterhin könnte der Zoo für zwei Millionen Euro zu aktuell günstigen Konditionen bei Zins und Tilgung ein Darlehen aufnehmen. Von der Stadt müsste noch ein Sonderzuschuss oder eine Finanzierungshilfe für die restlichen zwei Millionen Euro beigesteuert werden, und zwar zusätzlich zum städtischen Betriebskostenzuschuss von rund einer Million Euro pro Jahr.

In den Parteien wird der Neubau des Elefantenhauses teilweise kontrovers diskutiert. Aus Sicht von SPD-Fraktionschefin Margarete Heinrich wäre es eine „Katastrophe“, wenn der Zoo keine Elefanten mehr zeigen könnte. Ohne diese Großtiere werde einer der großen Augsburger Besuchermagneten an Attraktivität verlieren. Heinrich will, dass die neue Elefantenanlage schnellstmöglich im Koalitionsausschuss besprochen wird und kommende Woche im Ferienausschuss des Stadtrates zur Sprache kommt.

Ein großes Problem ist die angespannte städtische Finanzlage. Die CSU-Fraktion warnt deshalb davor, den Zoo gegen das Theater auszuspielen. Die Fraktionsspitze sprach sich am Dienstag aber auch dafür aus, dass der Zoo attraktiv bleiben muss. Aus Sicht von Fraktionschef Bernd Kränzle müssen allerdings erst noch belastbare Fakten etwa zu den Baukosten gesammelt werden, bevor über die Zukunft des Elefantenhauses entschieden werden kann. Referent Erben soll die erforderlichen Unterlagen den städtischen Gremien vorlegen. Staatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) werde darüber hinaus auf Landesebene prüfen lassen, ob Gelder bereitgestellt werden können.

Bei den Grünen hält man die Existenz des Zoos ohne Elefanten für nicht gefährdet. Fraktionschefin Martina Wild plädiert für eine Denkpause, um ein inhaltliches und finanzielles Zukunftskonzept zu entwickeln. Das könnten weniger Tiere sein wie beim Zoo Leipzig, der bewusste Verzicht auf bestimmte Tierarten wie in Frankfurt, Dortmund und Nürnberg oder ein Schwerpunkt wie beim Alpenzoo Innsbruck. Überlegenswert sei auch, Zoo und Botanischen Garten als gemeinsames attraktives Freizeitangebot zu entwickeln.

Volker Schafitel (Freie Wähler) fordert, die Aufgaben der Zoos grundsätzlich neu zu definieren. Steuergelder seien besser für den Erhalt natürlicher Lebensräume von Wildtieren angelegt als für Zuchtprogramme in Zoos für Tiere, die nicht ausgewildert werden können.

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Die Diskussion ist geschlossen.

10.08.2016

die Elefanten im Augsburger Zoo gehören abgeschaft !!! er ist in der heutigen Zeit eine Schande so Große und Hochinteligente Tiere in gefangenschaft an der Kette zu halten !! denn in ein neues Elefantenhaus ziehen Natürlich Junge Tiere ein , aber dabei muß mann auch sehr bedenken wie alt diese Tiere werden ! wir menschen wollen ja auch nicht 50 jahre an der Kette liegent zur belustigung anderer gehalten werden !!! das sollte auch einen total auf den Zoo fixzirten teil der Geselschaft einleuchten !

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10.08.2016

Sind Sie ein Elefant (oder Mitglied von PETA) weil Sie die Psyche der Elefanten offensichtlich so gut kennen?

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11.08.2016

von ihnen habe ich Garkeine andere Antwort erwartet ! ich sage Danke !!! aber ich möchte Sie mal ein paar Jahre in einem schlecht Geführten Zoo an die Kette legen !!! und sie dann fragen wie sie sich Fühlen ??? aber dann bitte nicht jammern !!!

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10.08.2016

Ihnen leuchtet offenbar so gar nichts ein!

Die neue Elefantenanlage kann auch zur Zucht und somit zur Arterhaltung dienen. Das hat nichts mit belustigung der Besucher zu tun!

So lange die Menschen die Natur zerstören und weiterhin wildern sind zoologische Gärten unabdingbar! Auch im Zusammenhang mit der Haltung von Elefanten!

Das müssen auch Träumer wie Sie kapieren!

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10.08.2016

Na ja Arterhaltung ist wohl noch kein so dringendes Problem bei ca. 250 000 frei lebenden Elefenaten weltweit.

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11.08.2016

mit der Artenerhaltung mögen sie ja recht haben Herr Fischer ! aber wenn sie ein bischen Nachforschen werden sie sehr schnell feststellen das in den meisten Ländern Afrikas die Elefanten nicht vom austerben bedroht sind sondern sich durch zu viel Artenschutz zu einer Landplage entwickelt haben !!!

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