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Augsburg

16.03.2019

Pfersee: Erweiterungspläne fürs Bürgerhaus schaffen tiefe Gräben

Das 30 Jahre alte Bürgerhaus muss barrierefrei werden.
Bild: Annette Zoepf

Die Stadt will mit dem Umbau neue Angebote für Familien schaffen. Diese hätten einige Stadtteilvertreter allerdings lieber an einem anderen Ort.

Der Infoabend der Stadt zur geplanten Erweiterung des Bürgerhauses in Pfersee sollte den Stadtteilbewohnern das Vorhaben näher bringen. Tatsächlich schienen am Ende der fast dreistündigen Veranstaltung die Gräben zwischen den Befürwortern und Gegnern des Vorhabens tiefer als zuvor. „Wir haben hier die einmalige Chance, etwas für Familien und bürgerschaftliches Engagement zu erreichen“, sagte Sozialreferent Stefan Kiefer (SPD). Dietmar Egger von der Bürgeraktion Pfersee Schlössle hingegen bezeichnete die Umbaupläne im Zentrum des Stadtteils als „Riesen-Mogelpackung“.

Einigkeit besteht nur in zwei Punkten: Das 30 Jahre alte Bürgerhaus muss barrierefrei werden und braucht mehr Platz für seine jährlich 100 Veranstaltungen und fast 1500 Buchungen von externen Gruppen. Die Stadt will diese Grundidee mit einem Erweiterungsbau auf dem Freigelände zwischen dem Bürgerhaus und dem Jugendzentrum verwirklichen. Die zusätzlichen Räume - knapp 500 Quadratmeter auf zwei Etagen - sollen aber nicht ausschließlich für die bisherigen Angebote zur Verfügung stehen, sondern auch für neue Aufgaben genutzt werden.

Großtagespflege, Familienstützpunkt, Erziehungsberatungsstelle

Mit einer Großtagespflege für zehn Kinder, einem Familienstützpunkt und einer Erziehungsberatungsstelle will das Bürgerhaus künftig stark auf Familien setzen. Im wachsenden Stadtteil Pfersee leben mittlerweile 27000 Menschen, in 2700 Haushalten wachsen eines oder mehrere Kinder auf. „Wir wollen veränderten Bedürfnissen eine neue Heimat geben“, sagte Werner Weishaupt von der Arbeiterwohlfahrt, die das Haus im Auftrag der Stadt betreibt.

Bürgeraktion und CSU Pfersee sind nicht grundsätzlich gegen diese Angebote, sie würden sie nur an anderen Standorten ansiedeln, etwa im Sheridanpark oder in Verbindung mit einer neuen Kindertagesstätte. Durch den Erweiterungsbau geht ihrer Meinung nach auch wertvolle Freifläche verloren. Doch die Stadt will an der Bürgerhaus-Erweiterung festhalten, weil sie hier mit hohen Zuschüssen kalkulieren kann. Kiefer rechnet mit einem Zuschuss von rund 1,7 Millionen Euro aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ – bei geschätzt 2,1 Millionen Euro Gesamtkosten. Dieses Förderprogramm lasse sich nicht auf einen anderen Standort übertragen, betont der Dritte Bürgermeister.

Entscheidung bereits am Mittwoch?

Die Zeit drängt: Bereits am kommenden Mittwoch soll der Jugend- und Sozialausschuss über die Erweiterung und Neukonzeption des Bürgerhauses abstimmen. Dabei sollen laut Sitzungsvorlage bei den weiterführenden Planungen die Ergebnisse der Infoveranstaltung so weit wie möglich berücksichtigt werden. „Nützen wir die Chance, wir können dieses einzigartige Bürgerhaus nicht aufgeben“, machte sich SPD-Stadträtin Anna Rasehorn für die Pläne stark. Grünen-Stadträtin Pia Haertinger tut sich schwer, darüber so schnell abzustimmen. „Es sind einfach noch zu viele Fragen offen“, sagte sie am Rande der Veranstaltung.

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