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FC Augsburg

16.11.2016

Polizisten in Augsburg spüren beim Fußball immer mehr Hass

Auf den ersten Blick sieht das nicht nach Fußball aus: Ziemlich martialisch präsentieren sich einige Anhänger des FC Augsburg im Internet. 
Bild: Michael Hochgemuth

Die Zahl der Problemfans nimmt beim FCA nach Einschätzung der Polizei zu. Selbst ein Junge im Grundschulalter beleidigt die Beamten schon als „Bullenschweine“.

Der Junge im Grundschulalter reckt wütend eine Faust nach oben. Er schreit lautstark „Bullenschweine“; immer wieder. Die kurze Filmsequenz – entstanden ist sie beim Auswärtsspiel des FC Augsburg Anfang des Monats in Ingolstadt – wirkt verstörend. Sie zeigt einen Vorfall im Gästeblock. Dort, wo sich Augsburger Ultra-Fans postiert haben. Es gibt Streit mit Ordnern über die Frage, welche Gegenstände mit ins Stadion genommen werden dürfen. Als Polizisten hinzukommen, skandieren die Fans sofort „Bullenschweine“. Ein Becher fliegt, einige Fans ziehen sich Kapuzen und Schals ins Gesicht und drängen zu den Beamten. Und der Junge macht beim Geschrei mit.

Er sei sprachlos gewesen, sagt der Polizist Bernd Waitzmann, als er das Video zum ersten Mal gesehen habe. Der stellvertretende Chef der Polizeiinspektion Süd leitet oft die Fußball-Einsätze in Augsburg. Dass bei einem Fußballballspiel sogar schon ein Kind der Polizei mit solchem Hass begegnet, das ist für ihn erschreckend. Der Polizeibeamte fragt sich: „Welche Werte werden Kindern da vermittelt?“ Die Polizei sieht die Entwicklung in Teilen der sogenannten Ultra-Szene beim FC Augsburg mit Sorge. Als Ultras bezeichnen sich Fans, die sich besonders stark mit ihrem Verein verbunden fühlen – und die im Stadion mit lauten Gesängen und Choreografien für Stimmung sorgen.

Polizei Stimmung oft nicht mehr positiv

Aus Sicht der Polizei ist diese Stimmung aber inzwischen oft nicht mehr positiv. Kritisch sieht Bernd Waitzmann vor allem die Entwicklungen außerhalb des Stadions, vor und nach den Spielen. Es gebe eine zunehmende Zahl von Problemfans, welche die Konfrontation mit gegnerischen Fans und der Polizei suche. Die Polizei taxiert deren Zahl auf 100 bis 150. „Alleine unsere Anwesenheit ist sie schon ein Grund, uns zu beleidigen und zu diffamieren“, sagt Bernd Waitzmann. So sei es auch nach dem Spiel in Ingolstadt gewesen, als Ultrafans am Augsburger Hauptbahnhof ankamen. Aus einer Gruppe von 20 bis 30 Personen heraus wurde am Bahnsteig eine Rauchbombe gezündet. Polizeibeamte wurden beleidigt. Als die Polizisten deshalb Fans festnehmen wollten, eskalierte die Situation. Unter anderem warfen die Fans ein Fahrrad auf einen Streifenwagen und zerkratzten den Lack.

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Die Polizei bedauert die zunehmende Feindseligkeit. „Wir wollen keine Spaßverderber sein“, sagt Peter Trippmacher, der Chef der Inspektion Süd. „Aber wir sind dafür da, für Sicherheit zu sorgen, und auf die Einhaltung der Regeln zu achten.“ Derzeit lehne es der harte Kern der Szene leider ab, mit der Polizei ins Gespräch zu kommen. Er hofft, dass sich das ändert. Die Polizei sei gesprächsbereit. Sie bleibe auch bei ihrem Kurs, dass sie die Fußball-Fans nicht gängeln wolle, sie gleichzeitig aber Grenzüberschreitungen nicht dulde. Genau das führen die Ultras immer wieder ins Feld: Sie sehen in ihren Darstellungen die Polizisten als Provokateure. Auch das Verbot von Pyrotechnik in den Stadien werten sie als Einschränkung der Fankultur.

Widerspruch aus den eigenen Reihen

Zuletzt bekamen diese Ultra-Fans aber auch Widerspruch aus den eigenen Reihen. Etwa als sie den ehemaligen Leipziger Spieler Georg Teigl mit „Hurensohn“-Rufen schmähten – weil er beim Auswärtsspiel bei RB Leipzig zum Fanblock der dortigen Heimfans ging und sie grüßte. Auch beim Thema Pyrotechnik gibt es Gegenwind. Im Internet stellen FCA-Anhänger die Frage, ob das riskante Spiel mit dem Feuer wirklich nötig sei. Eine Antwort darauf ist wenig diplomatisch: „Offensichtlich handelt es sich bei diesen Kritikern um Personen, welche sich im Zustand geistiger Umnachtung befinden.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.11.2016

Der Artikel ist extrem einseitig, nicht recherchiert u.nur einseitig. Die FCA Ultras sind die Freundlichsten der kompletten Bundesliga und zu 99 % friedlich, egal ob zuhause oder in fremden Stadien. Das haben auch die Spiele auf europäischer Ebene gezeigt.

Dass sich die Polizei aber bereits mehrmals deutlich gegen FCA Fans, nicht nur Ultras, daneben benommen hat, darüber habe ich hier noch keine Silbe gelesen. Bestimmte Reaktionen bedingen halt teilweise unerwünschte Gegenreaktionen.

Jedenfalls ist das Umfeld bei Fußballspielen, ob zuhause oder in der Fremde deutlich problemloser, als uns dieser Artikel weismachen will und für Kinder gibt es sicher gefährlichere Plätze in der Stadt.

MrACE

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17.11.2016

ULTRAS sind, wie es der Name schon sagt, per Definition am äußersten Rand zu finden.

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16.11.2016

Die wenigsten Fußnballanhänger sind mit dem gesegnet was den Rest der Menschheit auszeichnet.

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16.11.2016

In England gibt es keine Stehplätze mehr, wegen diesen Deppen.

Die folgen sind absehbar, auch in Deutschland wird es wegen der Pyrotechnik bald keine mehr geben.

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16.11.2016

Ich drücke es am besten kurz und bündig aus: auf Ultra-Fans kann ich jederzeit und gerne verzichten. Schön, daß diese Fans meinen, sich besondere Rechte herausnehmen zu müssen und unsere Polizei als Störenfriede betrachten, aber es ist wohl so, daß es eher genau andersrum ist. Die Ultras sind die Störenfriede - und eigentlich will sie keiner so wirklich haben. Jungs, lasst Eueren nervigen Hormonstau woanders ab und hört auf, in und ums Stadion herum Randale zu machen - egal ob in Augsburg oder auswärts. Verschont uns mit Eueren radikalen Ausführungen über Fankultur und angebliche Fan-Rechte, verschont uns mit Euerem Pyrogedönse, lasst uns in Ruhe mit Eueren unerwünschten Stadion-Choreographien und dem dummen Rumgeplärre und lasst die gegnerischen (normalen) Fans einfach in Ruhe - der Fußball kommt auch ohne Euch seit Jahrzehnten ganz gut zurecht. Hört auf zu saufen, redet normal, sucht Euch ein Hobby, treibt Sport...was auch immer ! Danke

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16.11.2016

Es geht auch anders:

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Die erste Novemberwoche verbrachte ich als Tourist in Prag. An einem Abend war ein Europa-Cup Spiel angesetzt. Im Stadtzentrum, am Altstädter Ring, versammelten sich etlich Fußballfans. An den Seiten des großen zentralen Platzes waren Polizisten in Kampfanzug postiert, die die Szene vorerst regungslos beobachteten. Als dann inmitten der "Fans" Pyrotechnik gezündet wurde, marschierte eine Formation gezielt mitten in die "Fan"-Gruppe hinein - und es war sofort Ruhe!

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Die tschechische Polizei lässt eine Untergrabung ihrer Autorität erst gar nicht zu - kann sich aber auch auf eine Regierung verlassen, die sich voll hinter ihre Exekutive stellt und ihr nicht, wie z.B. in D, in den Rücken fällt.

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16.11.2016

Ich gehe jetzt 6 Jahre zum FCA und habe im und ums Stadion noch nie eine Schlägerei gesehen! Das Problem sind die Auswährtsfahrten und das Aufeinandertreffen der verschiedenen Ultra-Gruppen auf Bahnhöfen oder Raststätten. (z.B. in Treuchtlingen)

Und leider diskutieren oft Leute mit, die Fussball nur vom Sofa aus kennen!

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16.11.2016

Das sich die sogenannten "Fans des FCA" leider auch zunehmen als Krawallmacher und Chaoten betätigen ist leider sehr Besorgnis erregend.

Das dabei unsere Polizisten beleidigt und angegriffen werden ist eine Sauerei und muss mit aller Härte bestraft werden.

Auf solche "Helden" können wir echten Fans gerne verzichten.

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16.11.2016

(Beitrag gelöscht, da keinerlei persönliche Infos aus dem Account hervorgehen. Bitte registrieren Sie sich mit Ihrem Namen. Anonyme Anmeldungen und Pseudonyme sind nicht gestattet. Der Nachname kann durch Wahl der entprechenden Option abgekürzt werden. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de)

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