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26.06.2007

Rätselhafte Brandserie

Seit Wochen treiben Brandstifter im Westen von Augsburg ihr Unwesen. In einem Haus wurde zum dritten Mal Feuer gelegt

Was am Tag danach noch sichtbar ist, sind die Gerippe dreier ausgebrannter Kinderwagen vor der Tür und innen jede Menge Ruß. Überall. Im Treppenhaus an den Wänden, den Türen, den Geländern, sogar auf den Türstock-Innenseiten in den Wohnungen. Der Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Ludwigshafener Straße in Pfersee-Nord hat Spuren hinterlassen.

Am Montagabend waren drei Kinderwagen im Treppenhausabgang zum Keller des Mehrfamilienhauses in Brand geraten. Noch während die 30 Mitglieder von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr Pfersee löschten, rückte die Kriminalpolizei an. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

Bereits 120 000 Euro Schaden entstanden

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Es ist nicht das erste Mal in den vergangenen Wochen, dass die Kripo im Westen der Stadt unterwegs ist. Wie berichtet, hatte es vor kurzem zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen in einem Gebäude auf dem Gelände der früheren Reese-Kaserne gebrannt - auch hier war Brandstiftung die Ursache. Beide Brandorte liegen ungefähr nur einen Kilometer auseinander. Die Polizei geht aber nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang gibt. Und auch ein Zusammenhang zu den Bränden vor einem Vierteljahr, als in Haunstetten mehrmals pro Woche Mülltonnen brannten bzw. im Bereich Textilviertel Kinderwagen in Treppenhäusern angezündet wurden, existiert wohl nicht.

Die Bilanz der Brandstiftungen der vergangenen Monate in Augsburg: Mehr als 20 Leichtverletzte durch Rauchvergiftungen, über 120 000 Euro Schaden. Verdächtige wurden bisher nicht gefasst. "Es wird aber weiter ermittelt", sagt Polizeisprecher Manfred Gottschalk. Und auch in den "frischen" Fällen laufen die Ermittlungen, auch wenn es bisher keine konkreten Hinweise gibt.

Viele der 27 Bewohner des Pferseer Hauses waren gestern immer noch mitgenommen. "Vor Rauch war es im Treppenhaus total schwarz", berichtet ein Familienvater, dem einer der Kinderwagen für seine zweijährige Tochter gehörte. Möglicherweise ist der Täter über die Tiefgarage ins Haus gekommen. "Was ist das für ein Mensch, der Kinderwagen anzündet?", fragt sich ein Bewohner. Denn ungefährlich war es nicht, was sich da abgespielt hat. "Bei einem verrauchten Treppenhaus ist der Fluchtweg abgeschnitten", sagt Feuerwehr-Vizechef Christian Töpfel. Zwei Atemzüge würden reichen, um ohnmächtig zu werden. Er rät, bei verrauchten Fluren in der Wohnung zu bleiben. "Eine Tür müsste einem Feuer 30 Minuten standhalten. Bis dahin sind wir da und können helfen", so Töpfel. Rauchmelder, so vorhanden, würden für Sicherheit sorgen.

Auf dem Gelände der früheren Reese-Kaserne wurden unterdessen Vorkehrungen getroffen, sagt Manfred Deutschmann von der stadteigenen Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung (AGS). "Nach dem zweiten Brand im Mai haben wir einen Wachdienst engagiert."

Videoüberwachung soll für mehr Sicherheit sorgen

Zudem soll eine Videoüberwachung für mehr Sicherheit sorgen, wenn der Wachdienst nicht da ist. Die Türen des für den Abbruch bestimmten Kasernengebäudes wurden außerdem zugeschweißt - den letzten Brand vergangene Woche konnte aber auch das nicht verhindern. Die AGS hat nun 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Auch die Polizei bittet um Hinweise. Wer etwas zu den Bränden weiß, soll sich unter Telefon 0821/323-1411 melden.

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