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Deutschland macht 2020 fast 218 Milliarden Euro Schulden
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Augsburg

02.03.2020

So groß ist der Sanierungsstau an den Augsburger Schulen

Der Schulkomplex am Alten Postweg im Hochfeld wird in den nächsten Jahren generalsaniert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Augsburg steckt 300 Millionen Euro in die maroden Schulen. Doch die Bauarbeiten an 70 Einrichtungen entwickeln sich zur Daueraufgabe. Reicht das Geld?

Augsburg steckt viele Millionen Euro in die Schulen im Stadtgebiet. Doch die Bauarbeiten sind eine Daueraufgabe. Angesichts dessen fragen sich viele, ob das Geld ausreicht. Hier die drängendsten Fragen - und die Antworten darauf.

Bei wie vielen Schulen muss sich die Stadt Augsburg um den baulichen Unterhalt kümmern?

Es handelt sich um 70 Schulen. Das sind etwa 120 Gebäude mit rund 650.000 Metern Fläche. Über 39.000 Schüler besuchen diese Einrichtungen.

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Fehlender Brandschutz, bröckelnder Putz, statische Probleme oder undichte Dächer – viele Schulen müssen dringend saniert werden. Wie geht die Stadt vor?

Stadt und Freistaat Bayern haben das Bildungsförderprogramm ausgehandelt. Bis 2030 werden 300 Millionen Euro in die Schulen investiert; die Stadt nimmt Kredite dafür auf, der Freistaat hilft mit Fördersätzen von 65 bis gut 80 Prozent. Die Kredite müssen innerhalb von elf Jahren getilgt werden.

Was konnte bislang realisiert werden?

Zahlreiche Maßnahmen, wie unter anderem der Ausbau der Heinrich-von-Buz-Realschule und der Grundschule Kriegshaber zu Ganztagsschulen, die Generalsanierung der Hans-Adlhoch-Grund- und Mittelschule sowie den Neubau der Einfachturnhalle und der Ausbau der Ganztagsschule an der Grundschule Vor dem Roten Tor sind bereits abgeschlossen. Die Projektaufträge für den 3. bis 5. Bauabschnitt er Generalsanierung des Rudolf-Diesel-Gymnasiums d wurden erst in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses vergeben. Allein die Sanierung des Gymnasiums in Hochzoll wird insgesamt knapp 44,4 Millionen Euro kosten.

300 Millionen Euro fließen bis 2030 in die Sanierung der Augsburger Schulen (auf dem Bild das Holbein-Gymnasium). Doch das Geld reicht nicht.
Bild: S. Wyszengrad


Das Geld des Bildungsförderprogramms wird bei weitem nicht für alle Bauvorhaben reichen. Wie will die Stadt fortfahren?

Von Anfang sei klar gewesen, dass die 300 Millionen nicht ausreichen würden, um sämtliche Anforderungen gerecht zu werden, heißt es bei der Stadt. Es habe sich um einen Einstieg gehandelt, der sowohl die anderen Aufgaben der Stadt berücksichtigte als auch die finanziellen Möglichkeiten, so Bildungsreferent Hermann Köhler ( CSU ). Nur so könne der über Jahrzehnte hinweg entstandene Sanierungsstau Zug um Zug aufgelöst werden. Köhler : „ Die Schulsanierungen stellen eine Daueraufgabe der Stadt dar, die auch in den kommenden Jahren beziehungsweise Jahrzehnten höchste Priorität genießen muss.“

Wie werden weitere Baumaßnahmen, die nicht durch das Bildungsförderprogramm abgedeckt sind, finanziert?

Der Lösungsweg über zusätzliche Kredite habe seine Grenzen, machte Finanzreferentin Eva Weber ( CSU ) im vergangenen Jahr klar. „Die Schuldendienstlasten müssen beherrschbar sein und dürfen die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt nicht überfordern“, sagte sie. Sanierungsmaßnahmen würden priorisiert und von Schule zu Schule abgearbeitet, so Weber.


Wie steht es um die Digitalisierung an den Augsburger Schulen?

Mit bis zu 12,5 Millionen Euro können die Einrichtungen fit für die Digitalisierung gemacht werden. Das Geld stammt aus den Fördertöpfen des Freistaats Bayern und des Bundes. Die 70 städtischen Schulen in Augsburg sind technisch auf einem ganz unterschiedlichen Stand. 34 von ihnen waren vergangenes Jahr beispielsweise noch nicht ans Glasfasernetz angebunden, 29 Grund- und Mittelschulen waren Anfang 2019 noch nicht vernetzt, sodass man dort nur „offline“ mit IT-Ausstattung arbeiten konnte. Der Digital-Pakt Schule läuft für die Jahre 2019 bis 2024.


Wie entwickelt sich das Ganztagsangebot in Augsburg ?

Mit dem Ganztagsausbau an den Augsburger Schulen hat sich auch das Angebot entwickelt. Im laufenden Schuljahr gibt es an 29 Schulen insgesamt 138 gebundene Ganztagsklassen.

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