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Augsburg

14.06.2018

Streit um das alte Stadtarchiv: Zu billig verkauft?

Der Verkauf des alten Stadtarchivs in der Fuggerstraße sorgt für politische Diskussionen.
Bild: Bernd Hohlen

Mehrere Stadträte fürchten, dass sich der Verkauf des ehemaligen Stadtarchivs  nicht rechnen könnte. Finanzreferentin Weber kontert.

Wird der Verkauf des alten Stadtarchivs in der Fuggerstraße zum finanziellen Draufzahlgeschäft für die Stadt Augsburg? Reicht der Verkaufspreis von 2,7 Millionen Euro, dem bislang von offizieller Seite nicht widersprochen wird, am Ende nicht aus, um andere Kosten zu decken? Es sind die Stadträte Volker Schafitel (Freie Wähler) und Rudolf Holzapfel (Pro Augsburg), die zuletzt massive Kritik am Immobiliengeschäft geäußert hatten. Sie sehen ein Minusgeschäft auf die Stadt zukommen, ohne hier konkrete Zahlen benennen zu können.

Anlass für die Kritik ist der deutlich teurer gewordene Auszug der Schneiderei des Theaters, die derzeit noch im alten Stadtarchiv sitzt. Sie bezieht künftig angemietete Räume im Deuter-Park (Feldstraße) in Oberhausen. 1,22 Millionen Euro werden dafür für Um- und Einbauten fällig. Kalkuliert wurde anfangs mit 855000 Euro. Der Brandschutz im Gebäude in der Feldstraße verteuerte den Umzug massiv. Doch nicht nur die Schneiderei des Theaters muss die Immobilie in der Fuggerstraße verlassen. Im zweiten Stock sitzt gegenwärtig noch die Bauaktenverwaltung der Stadt. Sie bezieht künftig Räume in der Imhofstraße. Dort sitzt bereits das Statikarchiv der Bauverwaltung. Hierfür fallen voraussichtlich Umzugskosten (inklusive neuem Regelsystem und neuen Möbeln) von rund 150000 Euro an.

Weber: „Kein Minusgeschäft“

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Finanzreferentin Eva Weber (CSU) weiß um die vorgebrachte Kritik am Immobiliengeschäft. Sie sagt auf Anfrage, dass es für die Stadt „kein Minusgeschäft“ werde. Wie letztlich die Rechnung ausfalle, müsse sich allerdings erst zeigen. Grundsätzlich müsse man beim Verkauf des alten Stadtarchivs nicht allein den finanziellen Aspekt betrachten, wofür sowieso nur der damalige zum Verkaufszeitpunkt sorgfältig ermittelte Kenntnisstand ausschlaggebend ist. Dies habe sie auch stets betont, als bekannt wurde, dass sich der Augsburger Medienunternehmer Ulrich Kubak für das Gebäude in der Innenstadt interessiere. Kubak möchte mit seinem Sender Klassik Radio vom Hotelturm in die Fuggerstraße ziehen. Das Haus soll zum repräsentativen Standort für das Unternehmen werden. Auch Konzerte und Veranstaltungen sind geplant. Aus Sicht der Finanzreferentin ist diese geplante Entwicklung ein positives Signal für die weitere positive Entwicklung der Innenstadt und speziell der Fuggerstraße. Es seit daher zu eng gedacht, nur auf den finanziellen Aspekt und auf die Kostenentwicklungen abzustellen, welche trotz sorgfältiger Prüfung im vergangenen Jahr nicht erkennbar waren.

Das Stadtarchiv, das viele Jahre in der Innenstadt beheimatet war, sitzt mittlerweile auf dem ehemaligen AKS-Gelände im Textilviertel. Es zählt nunmehr zu den modernsten Archiven in Schwaben. Die Stadt hat auch mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen in die Sanierung dieses Teils der alten Textilfabrik 11,6 Millionen Euro investiert. Der Verkaufspreis des Gebäudes in der Fuggerstraße ist einem Gutachten ermittelt worden. Der Stadtrat hatte Ende vergangenen Jahres dem Verkauf sowie der Anmietung von Räumlichkeiten für die Schneiderei des Theaters in der Feldstraße mehrheitlich zugestimmt.

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